Weil die nächtliche Tempo-Drosselung Teil des Pakets zu Klein Venedig ist, kam die Zustimmung ohne längere Debatte über dieses Thema nicht ganz überraschend. Nicht zu erwarten war dagegen, dass eine deutliche Ratsmehrheit sich auch eine Ausweitung von Tempo 30 auf die Tagstunden vorstellen kann. Mit überraschend klarem Votum hat der Rat die Verwaltung gestern Abend beauftragt, diese Möglichkeit offen zu prüfen. Auch sie war im Verkehrsgutachten zu Klein Venedig empfohlen worden, allerdings mit geringerer Dringlichkeit. Von einem auch tagsüber geltenden Limit wären fast alle Buslinien stärker betroffen, da der Takt zwischen 6 und 22 Uhr sehr viel dichter ist. Ein Protest der Stadtwerke gilt als sicher. Wenn die Busse langsamer fahren müssen, brauchen sie unter Umständen mehr Fahrzeuge.
Nach der Debatte scheint auch ein weitergehender Eingriff an der wichtigen innerstädtischen Straße möglich: Die Stadträte stimmten, mit einer allerdings knapperen Mehrheit, auch einem Antrag von Anne Mühlhäußer (Freie Grüne Liste) zu. Sie forderte, für den Autoverkehr in beide Richtungen nur noch die beiden Fahrspuren auf der Westseite der Laube (bisher Fahrtrichtung Schnetztor) freizugeben und die östlichen zwei Streifen (zur Altstadt hin) künftig für Busse und Fahrradfahrer zu reservieren. Kritisch wurde dabei allerdings hinterfragt, ob mit diesem Konzept der bisherige sowie der zusätzliche Konzerthaus-Verkehr noch abzuwickeln ist.