5. Juli 2007

Friedrichshafen: Ausschank folgt aufs Antrommeln

Die Vorbereitungen für das 59. Seehasenfest in Friedrichshafen laufen auf Hochtouren: Philipp Schleicher, Gerda Marseglia, Hansjörg Metzger, Präsident Hermann Dollak, Harald Buckenmaier, Marktmeisterin Kerstin Schmid, Schulleiter Hans Kreuzer, Tourismusdirektor Dietmar Philipp und der Jugendschutzbeauftragte der Polizeidirektion Friedrichshafen, Hans-Peter Heilig (v.l.), haben das größte Heimatfest der Stadt bis ins Kleinste geplant. Bild: Krämer

Fünf Tage lang wird die Stadt ganz im Zeichen des größten Heimat- und Kinderfestes in der Region stehen. Markanteste Änderung des 59. Seehasenfestes: Auftakt wird schon am Donnerstag, 12. Juli, sein. Um 17 Uhr erfolgt das Antrommeln vor dem Rathaus und um 18 Uhr öffnen Biergärten und der große Vergnügungspark am Hinteren Hafen ihre Tore.

Ein Jahr vor dem 60.Seehasenfest hat sich das Seehasenfest-Präsidium dazu durchgerungen, den viertägigen Festmarathon auf fünf Tage zu erweitern. Bisher war am Seehasen-Donnerstag den Besuchern lediglich das Antrommeln vor dem Häfler Rathaus geboten. Dieses Mal geht es direkt nach der Eröffnungsansprache von Oberbürgermeister Josef Büchelmeier hinunter in die Uferanlagen, wo Festwirte mit ihrer Seehasen-Halbe auf die Besucher warten. Die kostet dieses Jahr 3,60 Euro, eine Maß 6,90 Euro, ein Jugendgetränk 2,50 Euro. "Die kleine Preiserhöhung hat etwas mit der Mehrwertsteuer zu tun", erklärte gestern Seehasenfest-Präsident Hermann Dollak.

Festlich herausgeputzt wird sich die Stadt ab nächster Woche präsentieren. 56 Fahnen zieren dann die Eugen- und die Friedrichstraße.

Das Festabzeichen, mit dem Erwachsene sämtliche Angebote, inklusive der Festaufführung zur Eröffnung des Seehasenfestes am Donnerstag-abend um 19.30 Uhr im Graf-Zeppelin-Haus, nutzen können, kostet 4 Euro. "Für jeden Besucher sollte es eine Ehrensache sein, ein Festabzeichen zu kaufen", befindet Dollak.

Den Seehasen streicheln dürfen alle Kinder dann am Samstag ab 15 Uhr. Da kommt das plüschige Symbol des Heimatfestes auf den Adenauerplatz und Erstklässler kommen in den Genuss des begehrten Hasenklees.

Wetterabhängig macht das Festpräsidium das große Feuerwerk am Samstagabend um 22 Uhr und auch den Festumzug am Sonntag, der dieses Mal unter dem Motto "Der Seehas im Land der Bücher" steht. "Ab Windstärke sechs müssen wir das Feuerwerk verschieben", sagt Dollak. Sollte eine große Hitzewelle am Seehasen-Sonntag die Stadt heimsuchen, steht auch der Festumzug mit allen Häfler Schulen auf wackligen Beinen. "Wir werden die Bevölkerung rechtzeitig informieren", sagt Dietmar Philipp, Tourismusdirektor der Stadt.

Wieder unterwegs sein werden an sämtlichen "Brennpunkten" des Seehasenfestes Hans-Peter Heilig, Leiter des Jugendschutzteams der Polizeidirektion Friedrichshafen, und seine Kollegen. So wie in den vergangenen Jahren werden verstärkt Alkoholkontrollen bei Jugendlichen vorgenommen, damit das 59. Seehasenfest genauso friedlich verläuft wie im Vorjahr.

Kerstin Schmid, zuständig für das Marktwesen in der Stadt, hat dem Vergnügungspark im Hinteren Hafen etwas Nostalgie eingehaucht. Neben Riesenrad, Autoscooter und Kettenkarussell gibt es jede Menge weitere Fahrgeschäfte aus früheren Zeiten.

Seehasenfest-Hotline unter Telefon 0049 (0)7541 300 63 96. Quelle: Südkurier

Konstanz: Händler feilen am Image der Stadt

Der neue Treffpunkt-Vorstand: (stehend von links) Ekkehard Greis, Ralf Manz, Peter Allgaier, Barbara Ulmer, Jürgen Norbert Baur und Erik Gratzfeld. Die Vorstandsmitglieder (sitzend von links) Philipp Brunner und Daniel Widmaier verzichteten auf eine weitere Kandidatur. Bild: Hanser



Die Einzelhändler der Stadt bereiten sich auf schwierigere Zeiten vor. Sie wollen das Potenzial der Einkaufsstadt besser nutzen. Denn in naher Zukunft sei es für Kunden aus der Schweiz nicht mehr so attraktiv, in Konstanz einzukaufen, hieß es am Rand der Hauptversammlung des Treffpunkts Konstanz. Die Mitglieder wählten Jürgen Norbert Baur zum neuen Vorsitzenden.

Die Einzelhändler wollen vorbauen und den Standort fit für die Zukunft machen. Sie rechnen mit einer Annäherung der Schweiz an die EU (Europäische Union). Dann gleiche sich der Währungskurs an und es sei für Schweizer Kunden längst nicht mehr so interessant, über die Grenze zum Einkauf zu fahren, sagte ein Händler zum SÜDKURIER. Ein anderer forderte, den Touristen Konstanz stärker als Einkaufsstadt näher zu bringen, bislang werde zu wenig in dieser Hinsicht geworben.

Jürgen Norbert Baur skizzierte die künftigen Aktivitäten. Er will die Innenstadt stärker als großes "Shoppingcenter", also ein Einkaufszentrum mit vielen Geschäften, vermarkten. Er setze auf einen attraktiven Auftritt der Läden, guten Service, ein ausgefeiltes System zur Kundenbindung, aber auch ein freundliches, gepflegtes Erscheinungsbild der Stadt. "Die Kernöffnungszeiten sind ein toller Erfolg", sagte er. So habe sich der Einkauf am Samstag bis 18 Uhr bewährt. Ein weiteres wichtiges Thema sei die Weihnachtsbeleuchtung: Sie müsse so schön werden wie auf der Marktstätte und in der Zollernstraße. "Die Begrünung von Plätzen werden wir ebenfalls weiter angehen."

Der nächste verkaufsoffene Sonntag wird am 28.Oktober sein. Er steht unter dem Motto "Einkaufen und entdecken". Dabei wird mit den städtischen Museen zusammengearbeitet. Die Händler wollten den Aktionstag nicht mehr an das Suserfest koppeln. Man müsse allerdings den Spagat halten zwischen Aktionen und dem eigentlichen Ziel, die Kunden in die Geschäfte zu bringen, sagte die bisherige Vorsitzende Barbara Ulmer. Sie verzichtete aus Zeitgründen auf das Amt, wurde aber zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Jürgen Norbert Baur dankte ihr, sie sei sehr mutig gewesen mit ihren Ideen.

Zwei Aktionen fanden nicht bei allen Händlern Anklang: die Eislaufbahn und die Abendveranstaltung "Dolce Notte". Beides seien aber gute Ideen, die sich ausbauen ließen, sagte Barbara Ulmer. So habe das warme Wetter der Eislaufbahn sehr geschadet. Es werde daran gedacht, einen neuen Versuch mit einer anderen Bahn an einem anderen Standort zu wagen, berichtete ihr Nachfolger. Die Zusammenarbeit mit der Gastronomie soll stärker ausgebaut werden. So sei der "Gelüste-Teller" beim verkaufsoffenen Abend während der Fußball-WM sehr gut angekommen.

Bei den Vorstands-Wahlen wurden bestätigt: Ralf Manz (Finanzen), Erik Gratzfeld (Schriftführer), Ekkehard Greis (Werbung) und Peter Allgaier (Öffentlichkeitsarbeit). Der bisherige zweite Vorsitzende Daniel Widmaier sowie Philipp Brunner verzichteten auf eine weitere Kandidatur. Quelle: Südkurier

Meersburg: "Besseres Image verdient"

Beim Müller-Thurgau Wettbewerb zeichnete der Verein Bodensee Wein die besten von 287 Weinen aus (v.l.): Vorsitzender Jürgen Dietrich (li.) stellte die Sieger vor: Christian und Simone Stahl aus Auernhofen/Franken, Franz Voll aus Escherndorf/Franken, Berthold Clauß aus Lottstetten-Nack/Baden-Bodensee sowie Erich Gysel aus Hallau/Schweiz-Schaffhausen. Bodensee-Weinprinzessin Stefanie Haltmaier aus Hagnau überreichte Urkunden. Bild: Floetemeyer

Der Internationale Müller-Thurgau-Preis soll das Renommee der Rebsorte heben, die lange als Massenwein verschrien war. Die Strategie wirkt: Alle der rund 130 Plätze bei der Preisverleihung im Neuen Schloss Meersburg waren ausverkauft. Ein interessiertes Fach- und Laienpublikum dürstete danach, die zwölf Siegerweine zu probieren, die 22 Juroren per Blindverkostung aus 287 eingesandten Weinen aus vier Ländern auserkoren hatten.

Zwei der Spitzenweine kommen aus dem Bereich Baden-Bodensee: der Sieger der Kategorie halbtrockene Weine, der "Belemnit" des Weinguts Clauß aus Lottstetten-Nack sowie der Meersburger Bengel des Staatsweinguts Meersburg, der in der Kategorie der lieblichen Weine Bronze errang.

Bei den trockenen Weinen lagen zwei Franken vorne: Der "Franke" des Weinguts Franz Voll aus Escherndorf gewann in der Kategorie mit weniger als zwölf Prozent Alkohol, der "Hasennest" des Winzerhofs Stahl aus Auernhofen bei den Müller-Thurgaus mit über zwölf Prozent Alkohol. Der Wettbewerb gewinne an Bedeutung, sagte Jürgen Dietrich, Vorsitzender des Vereins "BodenseeWein", der den Wettbewerb initiierte und jährlich durchführt. Besonders freue er sich, dass die Zahl der ausländischen Teilnehmer deutlich gestiegen sei. So waren dieses Jahr 50 Müller-Thurgaus aus der Schweiz im Rennen, "vor zwei Jahren noch kein einziger." Außer deutschen und Schweizer Weinen waren auch Kandidaten aus Österreich und Luxemburg dabei. Rund 70 Prozent der eingereichten Weine waren laut Dietrich trocken, 30 Prozent hatten Restsüße.

Als "einziges internationales Weingebiet der Welt" sei der Bodensee geradezu prädestiniert für die Austragung eines internationalen Müller-Thurgau-Wettbewerbs. Dieser Wein habe ein besseres Image verdient, da es außer billiger Massenware auch "wunderschöne, feinduftige, fruchtige, modern gemachte Müller-Thurgau-Weine gibt."

Alt-Winzer Wilhelm Röhrenbach erzählte in seiner geschliffenen und humorvollen Laudatio auf den Müller-Thurgau anhand seiner eigenen Familiensaga die wechselvolle Geschichte dieser Rebsorte. Bei ihrer ersten Präsentation auf der Schweizer Weinmesse 1914 fiel die Züchtung, die Hermann Müller aus dem Thurgau 1882 gelungen war, total durch. Dennoch machte sie ihren Weg. Röhrenbachs Großvater war in den 20er Jahren so von der Sorte überzeugt, dass er sie gegen den Willen seiner Dienstherren von den markgräflich-badischen Weingütern in Salem heimlich aus der Schweiz nach Schloss Kirchberg schmuggelte. Quelle: Südkurier

Romanshorn: «…dann wird die Perle glänzen»

«Die Entwicklung der Reservationen ist sehr gut»: Sami Debabbi, Pächter des Hotels Inseli. Bild: Daniel Walt

Seit einem Monat ist das Romanshorner Parkhotel Inseli wieder offen. Pächter Sami Debabbi über die Auslastung der Hotelbetten, Reaktionen der Gäste, den Restaurationsbetrieb und die hohen Ansprüche ans Personal.

Herr Debabbi, vor der Wiedereröffnung des Hotels Inseli sagten Sie, dieses Haus sei eine Perle, die man pflegen müsse, damit sie wieder glänze. Wie stark glänzt sie jetzt, nach einem Monat Betrieb?
Sami Debabbi: Erst wenig – wir sind noch nicht mit allem, was wir machen wollen, fertig. Es gibt noch einiges zu tun. Wir sind beispielsweise gerade daran, die Teppiche im gesamten Hotelbereich auszuwechseln, und es gibt auch neue Storen. Bereits repariert ist der Whirlpool. Und wenn sich die bauliche Erweiterung, die für den Betrieb dieses Hauses nötig ist, realisieren lässt, dann wird die Perle wieder wirklich glänzen.

Der Hochsommer lässt derzeit auf sich warten – wie viele Prozent der 37 Hotelbetten sind im «Inseli» momentan belegt?
Debabbi: Im Moment rund 50 bis 60 Prozent. Aber einige Zimmer sind wegen Renovationsarbeiten sowieso noch gesperrt.

Wie hoch war die durchschnittliche Belegung über den gesamten ersten Monat gesehen?
Debabbi: Es gab Phasen, wo wir Vollbelegung hatten, teils waren es nur 30 Prozent. Im Schnitt dürften wir bei zwischen 40 und 50 Prozent liegen.

Und welche Art von Hotelgästen durften Sie bisher im «Inseli» begrüssen?
Debabbi: Viele Gäste von Romanshorner Firmen, aber auch Tagestouristen. Und einige Personen, die eine Woche Ferien in Romanshorn verbracht haben.

Entspricht diese Resonanz im ersten Monat Ihren Erwartungen?
Debabbi: Ja, absolut, zumal auch die Entwicklung der Reservationen sehr gut ist – im Juli sollten wir eigentlich eine Belegung von rund 80 Prozent erreichen. Wir sind auch daran, Verträge mit einigen Reisebüros auszuarbeiten. Sie sehen also: Es floriert wieder.

Welche Rückmeldungen der Hotelgäste haben Sie bisher erhalten?
Debabbi: Wie gesagt, die Arbeiten sind noch nicht fertig. Das hat damit zu tun, dass nur wenig Zeit bis zur Wiedereröffnung da war. Das stört natürlich einige Leute. Aber generell finden es die Gäste positiv, dass das Haus wieder offen ist – sie sind glücklich darüber.

Und wie läuft es bisher im Restaurationsbetrieb?
Debabbi: Sehr gut. Ich erhalte viele Komplimente an unsere Küche, in der alles auf Frischprodukten basiert. Wir hatten auch bereits Reservationen für Anlässe, und die Leute waren begeistert. Zudem: Wenn das Wetter schön ist, ist unsere Terrasse voll.

Inwieweit wurde das Haus bisher auch von der Romanshorner Bevölkerung genutzt?
Debabbi: Die Fischer am frühen Morgen sind wieder da. Auch sonst kamen viele Einheimische. Und sie haben sich glücklich darüber gezeigt, dass das «Inseli» wieder offen ist und sie die schönste Terrasse in Romanshorn wieder geniessen können. Wir hoffen, dass die positive Entwicklung weitergeht. Die Romanshorner sind herzlich willkommen bei uns.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie momentan? Es ist zu hören, dass es zu einigen Personalwechseln gekommen sei…
Debabbi: Im Moment sind es 22 Angestellte. Es gab einige Wechsel, denn ich stelle hohe Anforderungen. Es sind nicht alle geeignet, um in diesem Haus zu arbeiten.

Das «Inseli» will gehobene Qualität bieten, was seinen Preis hat. Widerspricht das nicht dem ebenfalls von Ihnen geäusserten Ziel, dass das «Inseli» wieder zu einem Haus für die gesamte Romanshorner Bevölkerung werden soll?
Debabbi: Nein, denn wir haben für jedes Budget ein Angebot. Es kamen schon Romanshorner zu uns und fragten, ob sie ein Menü für 20 Franken haben können – unsere Antwort: «Kein Problem!» Zudem kostet auch sonstwo ein Kaffee 3.80 Franken oder ein Stück Kuchen 4.50 Franken. Und wenn jemand auf der Terrasse nur etwas trinken wollte, haben wir noch nie gesagt, es sei alles für Leute besetzt, die essen wollen. Denn: Wer Gutes sät, wird Gutes ernten.

Interview: Daniel Walt, Thurgauer Tagblatt

Zuerst investieren
«In jedes Geschäft, das man aufbaut, muss man zuerst investieren – Zeit und Personal beispielsweise», sagt Sami Debabbi auf die Frage, ob der Betrieb im «Inseli» bereits kostendeckend sei. Er rechnet aufgrund des Reservationsstandes aber damit, dass im «Inseli» bereits im Juli mehr eingenommen als ausgegeben wird. (dwa)

Ergänzt

Sami Debabbi über…

… das Wetter in der Schweiz: Wechselhaft – aber ich nehme es, wie es kommt.

… Heimweh nach Tunesien: Ich lebe jetzt schon seit 20 Jahren in der Schweiz und bin Bürger dieses Landes – die Schweiz ist meine Heimat. Ich reise aber mehrmals im Jahr nach Tunesien.

… Romanshorn: Ein sehr schöner Ort. Und ich habe bisher nur freundliche Leute getroffen. (dwa)