31. Juli 2007

Das Paradies liegt im Thurgau

Wirtschaftliche Chancen und Stärken des Kantons

Regierungspräsident Hans Peter Ruprecht.
Bild: Reto Martin, TG-Tagblatt

Hans Peter Ruprecht, Regierungspräsident
Im Rahmen seiner Richtlinien hat sich der Regierungsrat die grundsätzlichen Leitplanken für die weitere Entwicklung unseres Kantons in der Legislaturperiode 2004 bis 2008 gesetzt. Sämtliche Bereiche der Politik und Verwaltung sind hier einbezogen.

Wettbewerbstauglicher Kanton
Selbstverständlich spielen dabei die Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Kantons eine grosse Rolle. Der Thurgau muss ein attraktiver Standort für die Unternehmen sein und bleiben, um im Wettbewerb auch in Zukunft bestehen zu können. Ziel ist in erster Linie die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen und damit die Generierung von Wohlstand und Einkommen für die Bevölkerung – ein zentraler Faktor eines Staatswesens. Der Kanton braucht eine gutfunktionierende Wirtschaft für die Bereitstellung der öffentlichen Ressourcen und zur Durchführung der öffentlichen Aufgaben. Davon wiederum profitiert auch die Wirtschaft.

Allerdings kann ein Kanton zwar seine Standortqualität in den von der Verfassung zugewiesenen Bereichen steuern. Die Wirtschaft und die Konjunktur kann der Staat jedoch nur wenig bis gar nicht beeinflussen. Er kann aber die Rahmenbedingungen liefern.
Doch wo liegen nun die Chancen unseres Kantons für eine gedeihliche wirtschaftliche Entwicklung? Hier sehe ich insbesondere folgende Bereiche im Vordergrund: die Wirtschaftsstruktur, die Fiskalpolitik, die Verkehrserschliessung, den freien Personenverkehr, die Innovation und die Lebens- und Freizeitqualität im Thurgau. Der Thurgau präsentiert sich strukturell als typischer Standort für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). 88 Prozent der Unternehmen haben weniger als 10 Beschäftigte.

Unternehmen mit Ausstrahlung
Dennoch gibt es eine Reihe von grösseren, insbesondere exportorientierten Firmen, welche die Thurgauer Innovationskraft und Qualität in die ganze Welt hinaus tragen. Auch heute ist der Thurgau immer noch überdurchschnittlich industrialisiert. Über 35% der Beschäftigten sind im zweiten Sektor tätig. Demgegenüber ist der erste Sektor stetig am Abnehmen und macht heute circa 9% aller Beschäftigten aus. Im Thurgau entstehen zu den etwa 15 000 vorhandenen Arbeitsstätten jährlich im Schnitt über 300 neue Unternehmen. Zwischen 2001 und 2005 hat der Thurgau mit 2,7% (CH: 0,7%) ein überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum erzielt. Dieses Wachstum ist auf die positive Entwicklung der Dienstleistungen zurückzuführen. Mit seinen knappen Raumressourcen wäre der Thurgau ein idealer Standort für wenig flächenintensive Dienstleistungsbranchen. Aber auch die Bauwirtschaft und das Gesundheitswesen sind im Thurgau bedeutende Branchen.

Unabhängiger durch Diversifikation
Die hohe Diversifikation des Thurgaus hat ihn in schwierigeren Zeiten stets etwas unabhängiger von den allgemeinen Entwicklungen im konjunkturellen Auf und Ab gemacht. Wir haben keine «Klumpenrisiken», von denen die ganze wirtschaftliche Kraft abhängig ist. Umgekehrt haben wir aber auch keine «Klumpenchancen» und sind für die allgemein um sich greifenden Clusterstrategien der Entwicklungstheoretiker eher wenig geeignet. Der Thurgau ist eine gute Mischung. Und diese Chance eines gesunden Branchenmixes soll auch weiterhin erhalten bleiben.

Die Fiskalpolitik ist im Thurgau ein weiteres wichtiges Thema. Der Thurgau soll auch in Zukunft unter den Besten in Bezug auf die Steuerbelastung von Privatpersonen und Unternehmen sein. Dieses Ziel ist, was die Unternehmensbesteuerung angeht, zwischenzeitlich gelungen. Doch ist der Wettbewerb der Standorte nicht zu unterschätzen. Es sind auch weiterhin Verbesserungen im steuerlichen Bereich notwendig. Ergänzend zu den Verbesserungen der Steuerbelastung von Familien und Unternehmen muss im Gegenzug auch dem Staatshaushalt ein grosses Augenmerk geschenkt werden. Leider sind immer mehr Ausgaben des Kantons an zumeist bundesrechtliche Vorgaben und Gesetze gebunden. Dennoch besitzt der Thurgau eine der effizientesten und kostengünstigsten Verwaltungen. Auch der Neue Finanzausgleich wird für den Thurgau eine weitere, spürbare Entlastung bringen.

Wirtschaft braucht gute Verkehrswege
Die Wirtschaft braucht gute Verkehrswege, auf denen Güter und Personen befördert werden können. Gefragt ist eine zweckdienliche Mischung aus öffentlichem und privatem Verkehr. Nicht zuletzt zum Erhalt der intakten Natur und Landschaft im Thurgau setzen deshalb der Regierungsrat und das Parlament auf eine nachhaltige Entwicklung des öffentlichen Verkehrs – ohne den Erhalt und wo nötig die Erweiterung der Infrastruktur des Strassennetzes zu vernachlässigen. Seit 1996 ist das Angebot an Fahrplankilometern im öffentlichen Verkehr des Kantons Thurgau um 62% gestiegen. Die Thurgauer Transportunternehmen hatten im Jahr 2006 über 26 Millionen Fahrgäste. Die Anbindung des Thurgaus an die Zentren der Grossregion (Zürich, St. Gallen) und ins benachbarte Ausland stellt eine wichtige Basis für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Kantons dar.

Doch auch das ausgezeichnete Strassennetz für den privaten Verkehr kann sich sehen lassen. Leistungsfähige National- und Kantonsstrassen und ein weitverzweigtes Netz von Erschliessungsstrassen der ländlichen Regionen sind ebenfalls ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Leider ist es noch nicht gelungen, den Oberthurgau noch direkter an das Wirtschaftszentrum Zürich bzw. an die Region Kreuzlingen, Konstanz anzubinden – eine Aufgabe, die weiter in Diskussion bleiben wird. Die Chance des Thurgaus liegt auch in der Nähe zur Grenze der EU und in seiner Fähigkeit, diese unkompliziert zu überwinden. Der Zuwachs an Unternehmen im Thurgau ist nicht zuletzt auch durch den Zuzug ausländischer Unternehmen gelungen. Der Kanton ist seit vielen Jahrhunderten immer wieder ein guter Boden für junge ausländische Firmen gewesen.

Die Kraft der Natur
Eine der grössten Stärken schöpft unser Kanton aus der Landschaft und der Natur. In der einmaligen Kultur- und Naturlandschaft zwischen Bodensee und den Hügeln der Voralpen eingebettet, bietet der Thurgau ein Lebens-, Wohn- und Freizeitraum erster Güte. Das wird die grösste Chance, aber auch die grösste Herausforderung der nächsten Jahrzehnte sein, diesen Raum einerseits wirtschaftlich zu stärken und andererseits den Thurgau als das zu erhalten, was er ist. Wie heisst es doch so schön in der Marketingkampagne des Kantons? «Das Paradies liegt im Thurgau – wo denn sonst!»

28. Juli 2007

2. Rankweil – Feldkirch TRIATHLON powered by Branner

“Finishing” lautet die Devise am 12. August, wenn mit Punkt 11 Uhr der Startschuss zur 2. Durchführung des Jedermann – Triathlons am Baggersee in Paspels / Brederis fällt. Neben geübten Triathleten starten vor allem Hobbysportler ALLER LEISTUNGSKLASSEN mit Spass am gemeinsamen Wettkampf und anschließendem Feiern. In einer eigenen Blaulichtkategorie werden auch zahlreiche Feuerwehrmänner, Polizisten, Rot-Kreuz Helfer, Berg- und Wasserrettler den Sprinttriathlon bestreiten.

Nach dem großen Erfolg 2006 wird diese Sportveranstaltung heuer wieder in Kooperation der Stadt Feldkirch, Marktgemeinde Rankweil und Fitnesscenter Branner durchgeführt, allerdings mit Ziel am Marktplatz in Rankweil! Neben einigen Vertretern der Vorarlberger Triathlonszene werden aber vor allem, wie letztes Jahr, Hobbysportler mit Spaß am Wettkampf unter Gleichgesinnten am Start und Ziel erwartet. Finishen ist das Ziel – und das ist bei den Distanzen 500 m Schwimmen, 26 km Radfahren auf flachem Kurs und 4 km Laufen rund um den Liebfrauenberg durchaus in Reichweite, für JEDERMANN! Sei es im Einzel- oder Teambewerb, als allgemeiner Teilnehmer oder im Kampf um den Firmenstaffel – Wanderpokal.

Heuer haben der Landesfeuerwehrverband, die Polizei, das Rote Kreuz, die Berg- und Wasserrettung diesen Triathlon erstmals zur eigenen Meisterschaft in einer „Blaulichtkategorie“ ausgewählt. Dabei sind die Mitglieder dieser Organisation zum Einzelbewerb und als Blaulicht – Staffel aufgefordert die Ehre ihrer Organisationen zu verteidigen und die Siegertrophae nach Hause zu holen. Es darf mit Spannung erwartet werden, welche Organisation an diesem Tag tatsächlich die größte allgemeine Fitness vorweisen kann.

Neben einem Frühstück im Seestüble am Baggersee neben Musik ab 8:00, einem Warm-Up für Zuschauer und Teilnehmer und Anfeuern der Teilnehmer beim Start, erwartet das Publikum und die Staffel-Läufer und -Schwimmer ein Bustransfer vom Baggersee zum Marktplatz in Rankweil Punkt 11:25 und retour um 16:00.

Anfeuerungsmöglichkeiten für Zuschauer gibt’s sowohl beim Schwimmen, bei dem 2 mal zu durchfahrenen Radstrecke und vor allem beim Lauf – Rundkurs rund um den Liebfrauenberg, der 4 mal zu umrunden ist. Ziel ist am Marktplatz Rankweil – bei dem anschließend zur Finisher – Party mit Preisverleihung eingeladen wird!

Neben einem nährstoffreichen Finisher - Buffet wartet ein attraktives Finisher – Geschenk auf die Teilnehmer im Ziel und rundet den sportlichen Teil dieses Jedermann – Triathlons ab.

2. Rankweil – Feldkirch TRIATHLON powered by Branner - Sonntag, 12. August 2007 - 11 Uhr Start Baggersee Paspels, Rankweil - Markplatz Rankweil: Siegerfeier für Athleten und Publikum (Musik, Verpflegung)

Gemeinsame Streckenbesichtigung und anschließendem gemütlichen Hock mit Tipps & Tricks am 3. August, 17:00, Treffpunkt Kiosk Baggersee. Alle Infos zum Jedermann-Triathlon unter http://www.triathlon.feldkirch.at.

23. Juli 2007

21. Feldkircher Gauklerfestival







Bunt wird es diesen Freitag und Samstag in Feldkirchs Innenstadt zugehen. Bereits zum 21. Mal lädt die Montfortstadt zum Internationalen Gauklerfestival ein. Knapp 100 Zauberer, Musikanten, Akrobaten und Jongleure werden am 27. und 28. Juli die Gassen und Plätze in der gesamten Feldkircher Innenstadt bevölkern.

Aus 15 Ländern und 5 Kontinenten kommen die Gaukler nach Feldkirch um ihre Kunststückchen aufzuführen. Zwei Tage lang werden die Straßenkünstler die Montfortstadt in eine Welt der Attraktionen und Illusionen entführen.

Dieses Jahr hat das Organisationsteam des Gauklerfestivals wieder einige besondere Höhepunkte im Programm. Aus den über 200 Bewerbungen werden nur Gaukler ausgewählt, welche bereits in Feldkirch waren oder die sich bereits international einen Namen gemacht haben. Wer schon mal in der Montfortstadt aufgetreten ist, muss ein neues Programm vorweisen können. Und die Gaukler lieben das besondere Ambiente der mittelalterlichen Stadt.

Gaukler und ihre Darbietungen

Österreich
Robert Ganahl Straßenzauberei
Kerstin Air-Brush Tatoo
Mr. Magnetic Kontaktjonglage mit Glaskugeln
Pompo Feuershow, Clownerie
Francois Pantomime

Deutschland
eSteffania Feuershow
Die Außenseiter Clown-Varieté
DJuggledy Diabolo Streetperformance
Zick Zack Traumtheater afrikanisches Stelzen- und Musiktheater „Kankuran“; Erzählkunst, Gesang, Rhythmus, Magie
PseikoHeiko clowneske Hochradentfesselungsshow, Clownerie
Perays Magic Show Zauberei
Wonder-Company Kinderprogramm
Yandaal Magie
NilyNils Jonglage, Comedy, Hochrad
Juggling meets Accordion Jonglage, Akrobatik, Straßenmusik
Ninaanin Akrobatik, Clownerie, Pantomime, Kinderprogramm, Feuershow
Achim Sonntag Comedy

Belgien
Mr Opla Akrobatik, Clownerie, Pantomime

Argentinien
Erica Pazur Clownerie

Argentinien/Schweden
Victor Rubilar Jonglage mit Fußbällen

Australien
Stillman Theater Akrobatik
Dan-le-man Clown Street Performance
Piccard Comedy, Magie mit Karten

Senegal
Sowhemo Percussion - african drums

Schweiz
Waser Jakob Drehorgel „Musik ist Trumpf“
Rico Good Straßenzauberei
Creeping Carnival pantomimisches bezauberndes Figurentheater

Niederlande
Miss Minetti Escape artist

Spanien
Circoactivo Clownakrobat
EDUARD MANSERGAS and MARTA RIBAS Juggling, Acrobatics, Clownshow

Chile
CLOWN PEPINO Clownerie, Straßenmusik

Irland
Shiva Grings Comedy

Texas/USA
Connie Leaverton Jonglage, Akrobatik, Comedy, Kinderprogramm

Aserbaidschan
MASSOUD Kinderprogramm, Luftballons modellieren

Italien
Jordi Clownerie, Pantomime, Streetshow

Freitag, 27. Juli 2007, 14.00 Uhr bis 23.00 Uhr, Samstag, 28. Juli 2007, 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr in der gesamten Feldkircher Altstadt; Große Open-Air-Abschluss-Show Samstag, 28. Juli 2007, ab 19.00 Uhr im Gymnasiumhof
Die besten Künstler werden auf der Bühne ihre Performance zeigen.

Kinderparadies für die kleinen Zuschauer in der Neustadt mit Karussell, Zug, Kinderschminken, Airbrush, Haribostand, Künstler und Zauberei- und Akrobatikstand „Pappnase“. Spielzeiten und Standorte der Akteure erhalten Sie beim Infostand im Gymnasiumhof.

Das Feldkircher Gauklerfestival findet bei jedem Wetter statt. Infos unter www.feldkirch.at

NET neuer Partner von Swiss Tennis

Der Zentralvorstand von Swiss Tennis hat sieben Tennisschulen bestimmt, welcheneu Partner-Academies von Swiss Tennis werden. Dazu gehört auch die Nationale Elitesportschule Thurgau (NET) in Kreuzlingen.

Die Initiative «Partner-Academies» von Swiss Tennis trägt zur Qualitätssicherung in der Nachwuchsförderung von Tennisschulen bei, da alle ausgewählten Academies hohe Qualitätskriterien erfüllen müssen, die jeweils periodisch überprüft werden.

Einziger Ostschweizer Partner
Das Label «Partner-Academy» wird zuerst für ein Probejahr vergeben, danach in der Regel für jeweils drei Jahre. Die relevanten Qualitätskriterien, welche die Ausbildungsstätten erfüllen müssen, sind unter anderem Trainingsorganisation und -intensität, Zielsetzung und -erfüllung in der Jahresplanung sowie Schaffung eines leistungsfördernden Umfeldes. Die sieben Akademien, welche diese Kriterien erfüllen und ins Programm aufgenommen wurden, sind: NET Elitesportschule, Kreuzlingen; TIF Tennis Academy, Basel; Tennis Etudes ARVT, Lausanne; Tennisschule Aarau West, Aarau; Tennis Academy Migros, Greifensee; Sjögrens PartnerAcademy Züri Obersee, Wangen SZ; Wettkampfschule Heimberg, Heimberg.

Mittelfristig sollen etwa 10 Akademien in das Partnerprogramm aufgenommen werden. Die gewählten Partner-Academies werden von Swiss Tennis finanziell und beratend unterstützt.
Zurzeit trainieren fast zwei Drittel der 52 im Nationalkader spielenden Jugendlichen in einer der neuen Swiss Tennis Partner-Academies. Es ist für Kaderspieler nicht zwingend vorgeschrieben, dass sie in einer Swiss Tennis Partner-Academy trainieren. Ab sofort können auch unabhängige Trainer von Nationalkaderspielern Partner Coach von Swiss Tennis werden, sofern sie den dafür geltenden Anforderungen entsprechen. Damit unterstützt Swiss Tennis auch private Initiativen.

Viel Kompetenz
Die neu gegründete Kommission «Spitzensport» kontrolliert die Einhaltung der Qualitätskriterien. Präsidiert wird die Kommission von der ehemaligen Tennis-Pro und Zentralvorstandsmitglied von Swiss Tennis, Christiane Jolissaint Vaudroz. Weiter gehören der Kommission an: Jonas Svensson, früherer Weltklassespieler; Pierre Paganini, Konditionstrainer Davis-Cup- und Fed-Cup-Teams, Berater Swiss Tennis; Ivo Werner, Head Coach Damen und Herren, Swiss Tennis; Rolf Bühler, Leiter Spitzensport Swiss Tennis.
Quelle: Thurgauer Tagblatt

22. Juli 2007

Konstanz: Sprung in eine neue Bäderwelt

Die Synchronschwimmerinnen aus Schwenningen haben die Feier eröffnet. Bilder: Hanser





Mit rund 400 Gästen hat die Bädergesellschaft Konstanz (BGK) vorgestern Abend die Eröffnung der neuen Therme am Jakobssteg gefeiert. Den symbolischen Schlüssel zur Therme mussten sich die BGK-Geschäftsführer dabei von Architekt Alexander von Salmuth mitten im Thermalbecken abholen. Morgen um 9 Uhr öffnet die Therme zum ersten Mal ihre Türen für Badegäste.

Die Bodensee-Therme am Jakobssteg soll eine gelungene Komposition von Stahl, Beton, Glas und Holz sein sowie ein Spiel von Form, Struktur, Licht und Farbe. Was sich abstrakt anhört, konnten gestern in den Abendstunden rund 400 Gäste mit all ihren Sinnen erleben. Sie hörten Wasser munter sprudeln und wurden mit dem Spiel zwischen Licht und Wasser überrascht.
Mit einer stimmungsvollen Eröffnungsfeier zeigte die Bädergesellschaft ihren Gästen, wie das neue Bad auf seine Besucher wirken soll: "Die Badegäste sollen Stunden der Muse, der Entspannung und der Erholung erleben", kündigte Konrad Frommer, einer der Geschäftsführer der Bädergesellschaft an. Im Wechsel mit Georg Geiger, dem zweiten Geschäftsführer der BGK, rief er die langwierige Entstehungsgeschichte der Therme in Erinnerung, stellte Architektur und Konzeption vor. "Hier soll eine Atmosphäre der Lebensfreude herrschen", wünschte sich Geiger, während sich die Gäste rund um das Innenthermalbecken sitzend mit ihren Einladungen Frischluft zufächelten.

Für die Atmosphäre der Lebensfreude sorgte die Südwestdeutsche Philharmonie, die Ausschnitte aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel spielte - und zeigte, dass die neue Therme zur Not auch als Konzerthaus durchgeht. Oberbürgermeister Horst Frank freute sich nicht nur über die Multifunktionalität der Therme. "Das ist ein Bad, das alle Sinne anspricht", sagte er anerkennend und dankte Geiger und Frommer für ihre Ausdauer und dafür, dass "Sie nie den Mut und die Hoffnung aufgegeben haben." Auch er spielte auf die knapp zehn Jahre lange Projektgeschichte an und sagte: "Wir Konstanzer suchen manchmal lange, werden letztendlich aber mit Erfolg fündig."

Sein Dank galt unter anderem dem Architekturbüro 4a aus Stuttgart sowie allen Handwerkern und der Bädergesellschaft, die den zügigen Bau innerhalb von 23 Monaten ermöglicht haben. Die Kosten, die auf 25,54 Millionen Euro veranschlagt waren, betragen nun voraussichtlich 26 Millionen Euro. "Das ist bei einem Projekt in dieser Größenordnung ein Erfolg, der sich sehen lassen kann", so Frank.

Architekt Alexander von Salmuth vom Architektenbüro 4a stellte Georg Geiger, den "Vater dieser Therme", in den Mittelpunkt seiner Rede. Bei einem solchen Projekt, das sich wegen vieler Unterbrechungen und Zweifel über Jahre erstreckt hat, brauche es "mindestens eine Person mit einer festen Absicht und einer unerschütterlichen Vision", betonte er. Geiger hatte sich zunächst als Leiter des Sport- und Bäderamts und seit 2003 mit Konrad Frommer als Geschäftsführer der neu gegründeten Bädergesellschaft Konstanz für die Realisierung des Therme-Neubaus eingesetzt. Für von Salmuth endete gestern ein langer Weg: Das Architekturbüro 4a hatte bereits 1998 den Wettbewerb für die Therme gewonnen. In den vergangenen Jahren seien 1058 Pläne für die Therme gezeichnet, eine Datenmenge von 50 Gigabite produziert und 202 Akten- und Stehordner mit Papier gefüllt worden.

Wie die Therme gefällt, können Wasserratten ab Sonntag, 22. Juli, testen. Die Therme öffnet morgen um 9 Uhr. Quelle: Südkurier

Konstanz: Segel-Oldtimer ahoi!

Stolze alte Segelschiffe von allen Ecken des Bodensees werden am Wochenende 28./29. Juli in Konstanz erwartet. 20 Leserinnen und Leser können bei einer Regatta live an Bord der tollsten Boote sein. Wir verlosen heute Plätze.


Schwimmende Tradition: Eine Woche lang präsentieren sich Kapitäne mit ihren alten Schiffen auf dem Bodensee. Unterstützt vom SÜDKURIER startet die Bodensee-Traditionswoche nächstes Wochenende (28./29 Juli) im Konstanzer Hafen. Geplant ist ein großes Unterhaltungsprogramm. Interessierte Leserinnen und Leser können auf den stolzen Schiffen mitsegeln: Wir verlosen heute Regatta-Plätze.

Bei einem großen Fest gibt es ein buntes Treiben rund um das Konstanzer Hafenbecken, in dem schwimmende Schifffahrtsgeschichte zu sehen ist. Zahlreiche historische Boote und Originalnachbauten werden erwartet. Mit der neunten Bodensee-Traditionswoche wollen die organisierten Oldtimerschiffer wieder an frühere Treffen dieser Art anknüpfen, die von 1905 bis 1970 auf dem See für Furore gesorgt hatten. "Jeder darf kommen, wenn sein Schiff alt genug ist", sagt Volker Friedrich von den Oldtimerschiffern. Das heißt: Beim Hafenfest sind Schiffe bis Baujahr 1960 zugelassen. Wer sicher gehen will, dass er einen freien Liegeplatz bekommt, sollte sich bei den Oldtimerschiffern anmelden.

Strenger sind die Regeln bei der auf das Hafenfest folgenden mehrtägigen Oldtimer-Regatta. Hier dürfen nur Schiffe bis zum Baujahr 1940 oder originalgetreue Nachbauten starten. Bislang als ältestes Schiff gemeldet ist das Motorboot "Sophie Charlotte", Baujahr 1890. Dazu kommen viele Segelschiffe vor allem aus den 1920-er und 1930-er Jahren. Die Regatta endet am 3. August im Hafen Dingelsdorf.

Wer als Laie einmal historische Schiffe erleben will, der kann das besonders beim Hafenfest in Konstanz. Schon am Vormittag des Samstag, 28. Juli, wird das SÜDKURIER-Mobil Besucher und Regatta-Teilnehmer informieren. Ab 14 Uhr werden die alten Schiffe im Konstanzer Hafen begrüßt. Vom Spätnachmittag bis 23 Uhr gibt es eine Disco-Party.

Am Sonntag, 29. Juli, beginnt das Programm der großen Oldtimer-Parade ab 9 Uhr mit einem Weißwurst-Frühstück. Es folgen den ganzen Tag über Kinderprogramm sowie Führungen über und Ausfahrten mit den Oldtimer-Segelbooten. Mini-Oldtimer präsentiert der Modellbauclub. Gegen 18 Uhr klingt die Veranstaltung aus.

Rund um den Überlinger See - In der auf das Fest folgenden Woche macht die Regatta in Überlingen, Unteruhldingen, Meersburg, Bodman und Dingelsdorf Station. Auch hier können Neugierige in den Häfen die Schiffe anschauen. Und für 20 SÜDKURIER-Leserinnen und Leser wird das Ereignis ganz besonders spannend: Sie segeln auf einem tollen alten Oldtimer-Boot bei der Traditionswoche am 29. Juli mit. Näheres zu dieser Exklusiv-Verlosung folgend.

Hier gibt's Segel-Plätze
Der SÜDKURIER ist Medienpartner des großen Oldtimer-Treffens am nächsten Wochenende in Konstanz. Wir bieten deshalb 20 Leserinnen und Lesern die einmalige Gelegenheit, auf einem der schönen alten Boote mitzufahren. 20 Plätze verlosen wir für eine Fahrt am Sonntag, 29. Juli, ab etwa 11 Uhr im Konstanzer Hafen. Jeweils zwei Tickets werden verlost, immer paarweise, so dass zehn Paare diese Fahrt genießen können. Wer mitfahren möchte, wählt das SÜDKURIER-Glückstelefon 01379 - 370 500 05 für 50 Cent pro Anruf aus dem Telekom-Festnetz. Anrufen kann man ab sofort, bis Sonntag, 22. Juli, 18 Uhr. Lösungswort: "Traditionswoche". Die Gewinner werden benachrichtigt und veröffentlicht. Viel Glück! Quelle: Südkurier

18. Juli 2007

Radolfzell: Bis die letzte Naht sitzt

Diese Roben sind nichts für alle Tage: Die Abschlussschülerinnen und -schüler des Berufskollegs Mode und Design stehen vor dem großen Finale ihrer Ausbildung - der Modenschau. Bild: Kirsch



Ein Höhepunkt im Radolfzeller Veranstaltungskalender ist die Modenschau des ortsansässigen Berufsschulzentrums im Radolfzeller Milchwerk. An zwei Tagen - kommenden Freitag und Samstag - präsentieren wieder knapp 80 Schülerinnen und ein Schüler aus drei Ausbildungsjahren des Berufskollegs Mode und Design, was sie, ihrer kreativen Inspiration folgend, entworfen und gefertigt haben.

Hier ist alles Handarbeit. Sämtliche von den Schülern entworfenen Modelle werden seit Februar von den Auszubildenden in den hauseigenen Werkstätten selbst gefertigt. Noch laufen die Maschinen auf Hochtouren, bis die letzte Naht sitzt. Da muss maches noch mal aufgetrennt werden, um die Ideen, seien sie thematisch vorgegeben oder als Kür frei entworfen, genau so umzusetzen, dass sie den eigenen Vorstellungen zum Schluss voll und ganz entsprechen. "Die Schüler sind sehr motiviert, engagiert, aber auch sehr selbstkritisch", beschreibt Petra Kiefer, Lehrerin für Realisation, die Arbeit ihrer Schützlinge in den letzten Wochen und Monaten. Und die angehende Modedesignerin Marina Eichwald erklärt in diesem Zusammenhang noch eine alte Schneiderweisheit: "Wer nicht auftrennen kann, kann nicht nähen." Diese Weisheit verrät dabei wohl vor allem eines: wie viel Arbeit hinter der Fertigung eines jeden Modells steckt.

Allein das dritte Ausbildungsjahr wird an den beiden Abenden 104 Modelle in elf Bildern präsentieren - unter so reizvollen Titeln wie "Adel verpflichtet", "Madame Pompadour lädt zum Maskenball" oder "Après le Mariage". Die weiteren zehn Bilder mit entsprechend zahlreichen wie kreativen Modellen teilen sich das zweite und erste Ausbildungsjahr. Ein außergewöhnlicher wie interessanter Materialmix neben den klassischen Modetrends kennzeichnen die Modelle - egal, ob es sich dabei um Wintersportmode, Hochzeits- oder Ballkleider, klassische Mäntel, Jacken oder Hosen handelt.

Genauso wichtig, wie die Kreativität der Schüler und die geschickten Hände in der Ausbildung sind, genauso notwendig wird für die Schüler zum Ende des Jahres ein starkes Selbstbewusstsein. Nämlich genau dann, wenn die angehenden Modedesignerinnen Nadel und Faden gegen hochhackige Pumps eintauschen und ihre Modelle selber vorführen.
Der Weg auf dem Laufsteg kann da mitunter sehr lang werden. Doch was hier das Berufskolleg Mode und Design in jedem Jahr zeigt, kann sich sehen lassen. Aus den Modedesignern, die normalerweise im Hintergrund zu arbeiten gewöhnt sind, werden dann selbstsichere Models, die ihre Mode publikumswirksam präsentieren. Die Choreografien und Bühnenbilder erstellen die Schüler ebenfalls selber mit Unterstützung von Virginia Finnity vom "Infinnity Tanzhaus Bodensee".

Bis Freitag muss alles sitzen. Denn dann wird es ernst, wenn um 20 Uhr der Vorhang aufgeht. Antje Kirsch, Südkurier

Friedrichshafen: Zeppelin fliegt mit "Hut"

Der Zeppelin NT trägt jetzt eine Wissenschaftsplattform des Forschungszentrums Jülich. Die Wissenschaftler wollen mit ihm Messungen der Luft in bis zu 1400 Metern Höhe vornehmen. Bild: Boller



Man trägt wieder Hut - zumindest der Zeppelin NT. Der hat in der Nacht zum Dienstag eine Forschungsplattform aufgesattelt bekommen, die sich auf der Hülle wie eine Art Hütchen macht. Das ist kein Modegag, sondern Wissenschaft. Denn der Zeppelin startet morgen zu einer zehntägigen Reise in Sachen Klimaforschung nach Nordbaden. In dem "Hut" und in der Kabine verbergen sich Messinstrumente, die das Luftschiff zu einem einmaligen Forschungsgerät machen.

Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich wollen mit ihm die Vorgänge in der unteren Atmosphäre, der planetaren Grenzschicht, in 1000 bis 1400 Metern über der Erdoberfläche erforschen.

"Kein anderes Fluggerät bietet uns die Möglichkeiten wie der Zeppelin", sagt Prof. Dr. Andreas Wahner vom Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre am Forschungszentrum Jülich. Denn die Hydroxil-Radikale, die in der unteren Atmosphäre unter anderem Schadstoffe zersetzen, sind so instabil, dass man sie gar nicht messen könnte, wenn man die Schnüffelnasen beispielsweise auf einen Hubschrauber montieren würde, der alles verwirbelt. Der Zeppelin geht behutsamer ran. "Wir erwarten deutlich weniger störende Einflüsse", so Wahner. Für die Mission wurden die Sitze in der Kabine ausgebaut, ein zusätzliches Stromaggregat produziert die Energie für die Computer und Instrumente.

Zehn Tage lang ist der Zeppelin auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden stationiert. Er wird Messungen in der eher sauberen Luft über dem Schwarzwald vornehmen, ebenso aber auch über dem Gebiet Mannheim/Ludwigshafen, wo die Luftverschmutzung deutlich größer ist. Nach unbestätigten Angaben soll die Mission, die das Ministerium für Bildung und Forschung großteils finanziert, etwa eine Million Euro kosten.

Zeppelin-Luftschifftechnik-Geschäftsführer Thomas Brandt freut sich über das Vertrauen der Wissenschaftler für diese Mission, die ihm auch persönlich am Herzen liege. Bewährt sich der Zeppelin, könnte er auch für andere Projekte dieser Art eingesetzt werden. Prof. Wahner hat bereits europaweit Kontakte zu anderen interessierten Instituten geknüpft.

Voraussichtlich am Sonntag, 26. Juli, soll der Zeppelin NT wieder in Friedrichshafen eintreffen. Über Nacht werden die Messinstrumente ausgebaut, die Passagiersitze wieder eingebaut. Tags darauf soll er wieder Touristen fliegen - ohne Hut. Wolfgang Boller, Südkurier.

Überlingen: Angler fängt 2-Meter-Wels

Das Prachtexemplar von Wels - 1,92 Meter lang und 42 Kilogramm schwer - und Waldemar Ribant (links) zusammen mit Schwager Nikolai Utkin. Im Andelshofer Weiher in Überlingen ist der Wels an die Angel gegangen. Bild: Robert Ribant


Anglerglück in Vollendung für Waldemar Ribant aus Überlingen. "Petri Dank, kann ich da nur noch sagen", erklärt der 48-Jährige, nachdem er einen kapitalen Wels mit dem Ruderboot an Land gebracht hat. Der Fisch mit seinen 1,92 Metern Länge und einem Gewicht von 42 Kilogramm mutet fast wie ein Monster an. Ein Riesenviech ist es allemal. Die Angel ausgeworfen hat Ribant auf dem Andelshofer Weiher, das 37 Hektar große Fischgewässer des Sport-Anglervereins (SAV) Überlingen.

Der passionierte Angler, gebürtig aus und aufgewachsen in einem nahe der kasachischen Hauptstadt Alma Ata gelegenen Ort, kann es auch einen Tag nach seinem Superfang immer noch nicht fassen, dass ihm ein derart riesengroßer Fisch an die Angel gegangen ist. Sein letzter Auswurf der Angel vom Boot aus auf dem Andelshofer Weiher am Dienstag hat sich also gelohnt. "Eigentlich wollte ich schon Schluss machen", blickt er zurück. Es ist gegen 12 Uhr. "Noch zweimal versuche ich es", habe er sich gedacht. Und dann genau um 12 Uhr ist es soweit gewesen. Waldemar Ribant traut seinen Augen nicht.

Sein Boot wackelt, er wird durchgeschüttelt und das Boot wird gerüttelt. Was er genau an der Angel hat, wird ihm erst später an Land bewusst. Der Wels mit seinen satten 42 Kilogramm treibt das Boot kreuz und quer über den Weiher. Ribant stemmt sich dagegen, eine schweißtreibende Arbeit bei der großen Hitze um die Mittagszeit. Nach einer Stunde hat der Wels den Kampf verloren. Ribant bringt ihn an Land. Fast die gesamte Großfamilie, die vor 17 Jahren mit ihm aus Kasachstan nach Überlingen gekommen ist, hilft ihm. Seinen Sohn hat er per Handy von dem Riesenfang verständigt. Und sicher ist sicher: Ribant informiert auch den Vorsitzenden des Sport-Anglervereins, Ferdinand Krenauer, "denn", sagt Ribant, "sonst glaubt mir nachher keiner, dass ich einen Wels in dieser Größe gefangen habe."

Krenauer kommt ebenfalls nicht aus dem Staunen heraus. "Ein Wels in dieser Größe und überhaupt ein solcher Fang ist sehr, sehr ungewöhnlich", bestätigt der Sport-Anglervereins-Chef. Zwar können Welse durchaus auch mal eine Länge von bis zu drei Metern erreichen und bis zu 150 Kilogramm auf die Waage bringen. Doch das sind Einzelfälle. Die Regel sind 1,30 bis 1,60 Meter. Krenauer: "Schon 1,92 Meter sind sehr selten." Gestaunt wird vor allem auch über die Haltbarkeit der Angelschnur. Sie ist 0,3 Millimeter stark. "Wäre das Boot verankert gewesen oder wäre die Angel von Land aus ausgeworfen worden, dann wäre die Schnur gerissen", ist sich Krenauer sicher. Der Wels wäre wieder in die Tiefe verschwunden.

So aber zieht er das Boot über das Wasser, der Widerstand für die Angelschnur ist wesentlich geringer. Der Fang wird in die Geschichte des Sport-Anglervereins eingehen, denn seit 1977 soll es erst der achte Wels sein, der aus dem Andelshofer Weiher gefischt worden ist. Übrigens: Der Fisch ist bereits zerlegt, aufgeteilt und an die Verwandtschaft verteilt. "Frisch zubereitet schmeckt er am besten", sagt Waldemar Ribants Frau Valäntina. Wilhelm Leberer, Südkurier

17. Juli 2007

Konstanz: B33: Baustart frühestens 2016

Eine neue B33-Trasse zwischen Allensbach und Konstanz rückt in weite Ferne: Das Land rechnet nach einer eigenen Liste frühestens 2016 mit dem Baubeginn. Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank zu dieser Entwicklung: "Wir können das nicht akzeptieren."

Im Auftrag des Landtags hat die Landesregierung 130 Straßenbauprojekte nach ihrer Dringlichkeit geordnet. Nach dieser Liste ist nur das B33-Teilstück in Konstanz von der Rheinbrücke bis zum Flugplatz für einen sofortigen Ausbau vorgesehen. Die zehn Kilometer lange Strecke vom Flugplatz bis Allensbach-West rangiert dagegen unter den Projekten mit Baubeginn zwischen 2016 und 2025.

Ein Sprecher des zuständigen Innenministeriums bezeichnete die Liste als veränderliche Momentaufnahme. Sie solle die Landesverwaltung davor bewahren, "dass Projekte geplant werden, für die erkennbar kein Geld da ist". Gebe der Bund mehr Geld für Straßenbau, würde sich die Liste ändern. Mit dem Bundesetat "steht und fällt alles", sagte der Sprecher.
Noch im Mai hatte das Regierungspräsidium Freiburg davon gesprochen, der Baubeginn sei greifbar nahe. Damals nahm der Bund die B33-neu in seinen Investitionsrahmenplan für die nächsten drei Jahre auf. Allerdings umfasst dieser mehr Projekte, als Haushaltsmittel eingeplant sind. Zudem schrieb das Regierungspräsidium im Frühjahr die Trassenpläne fest. Trotz einer Bürgerklage gegen die Planfeststellung erwartet die Behörde bald Rechtskraft.
Der Konstanzer OB Horst Frank (Grüne) sagte, er sei angesichts der noch im Mai getroffenen Einschätzung enttäuscht. Frank griff zudem den Landtagsabgeordneten Andreas Hoffmann (CDU) an. Dieser habe die Stadt nicht eingebunden. Frank: "Ich erwarte von einem Abgeordneten, dass er in der Landeshauptstadt für die Region kämpft und nicht umgekehrt." Hoffmann erwiderte, Frank wolle mit den Vorwürfen und dem Wirbel um die B33 von seiner verfehlten Jugendpolitik ablenken. Vergangene Woche hatte der CDU-Politiker die Stadt Konstanz wegen ihres Umgangs mit trinkenden Jugendlichen kritisiert. Hoffmann nannte die Landesliste "keinen Anlass zur Aufregung". Die Liste sei Folge fehlender Bundesmittel. Nun müssten sich die Abgeordneten einsetzen, dass der Bund sie im nächsten Haushalt einstelle.
Andere Schlüsse als sein Parteifreund Frank zog der Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann. Während Frank auf die Straße pocht, sieht Lehmann in der Liste einen Beleg für zu teure Planung. Schon wegen Baukosten von 136 Millionen Euro sei mit einem schnellen Lückenschluss nicht mehr zu rechnen., Lehmann forderte, sich von der B33-Planung zu verabschieden und stattdessen auf Bus und Bahn zu setzen. Er hatte die dem Landtag zugegangene Liste veröffentlicht, später folgte Franks Bewertung. Hoffmann (CDU) sprach darum von einer "grün-grünen Luftblase".

Für den Neu- und Ausbau der Bundesstraße 33 zwischen Allensbach-West und Konstanz muss der Bund zahlen. Geplant werden Bundesstraßen aber vom Land. Die vorliegende Dringlichkeitsliste dient als Anhaltspunkt für die Landesplaner, welche Straße sie baureif im Detail konstruieren sollen und wo dies Zeit hat. Neben der B33-neu stehen für den Zeitraum 2016-25 in der Liste 43 Vorhaben, so die B31 zwischen Überlingen West und Ost, zwischen Ravensburg und Friedrichshafen sowie zwischen Stetten und Immenstaad.

Bauland im Thurgau wird knapp

Wer im Thurgau an einem schönen und gut erreichbaren Plätzchen bauen will, der muss lange suchen oder das grosse Portemonnaie zücken. Bauland in Frauenfeld, Felben, Gachnang, Weinfelden und am See ist knapp, und die Preise sind hoch.
Die Suche nach Bauland kann im Thurgau schnell zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen werden. Wer Bahnanschluss voraussetzt und nicht 600 Franken pro Quadratmeter zahlen kann, der bekommt Probleme. Junge einheimische Familien benötigen für die Realisierung ihres Haustraumes entweder einen sehr langen Atem oder müssen gemäss Franziska Huber von der Immokanzlei AG, Abstriche bei der Lage in Kauf nehmen. Auf den Wartelisten der Grundeigentümer stauen sich die Namen. Nicht selten warten Interessenten zwei und mehr Jahre, um eine Chance auf Parzellen zu haben, die bis dato noch gar nicht auf dem Markt sind.

Selbst wer per Inserat Land in den Gemeinden an der Verkehrsachse Flughafen–Weinfelden sucht, erhält momentan kaum brauchbare Angebote. In Weinfelden beispielsweise waren die Parzellen im Muggenwinkel und zuletzt im Einfang in wenigen Monaten alle verkauft. Die grosse Nachfrage treibt naturgemäss den Preis hoch. In Kreuzlingen werden teilweise fast 1000 Franken pro Quadratmeter für Land in Zentrumsnähe verlangt (siehe unten).

Ihr Zürcherlein kommet
Seit den 90er-Jahren wirbt der Kanton für jährlich 400 000 Franken mit Aktionen im Grossraum Zürich für ein besseres Image und für Zuzüger. Das Konzept scheint zu wirken. Das «Paradies» im Osten ist längst kein Geheimtipp mehr. «Die Nachfrage ist in den letzten zwei bis drei Jahren klar gestiegen», sagt Werner Fleischmann, Inhaber der gleichnamigen Immobilienfirma. Im Raum Frauenfeld seien es die Zürcher, im Raum Kreuzlingen die Deutschen und im Raum Oberthurgau die St. Galler, die einerseits der Immobilienbranche zu Höhenflügen verhelfen und andererseits die Preise in die Höhe treiben würden. «Das ist für Thurgauer, die Bauland suchen, natürlich nicht so angenehm», sagt Gallus Müller, Präsident des Hauseigentümerverbandes Thurgau.

Immobilienfachmann Eugen Goldinger geht davon aus, dass die Quadratmeterpreise im Raum Frauenfeld in den letzten Jahren um 20 Prozent gestiegen sind, in der Gemeinde Gachnang gar bis zu 30 Prozent. «Wer weite Wege in Kauf nimmt, findet auf dem Land aber immer noch günstiges Land unter 200 Franken pro Quadratmeter», sagt Goldinger.

Vom Land in die Stadt
Die Schuld an der Baulandverknappung wollen die Kenner der Branche aber nicht nur den Zuzügern zuschieben. «Auch junge und alte Thurgauer ziehen derzeit lieber vom Land weg in grössere Gemeinden mit vollständiger Infrastruktur», sagt Fleischmann. Diesbezüglich habe eine Trendwende stattgefunden. Vor zehn Jahren sei es chic gewesen auf dem Land zu bauen. «Heute wollen Mütter nicht mehr hauptberuflich Taxichauffeusen für ihre Kinder sein», sagt er.
Gallus Müller vermutet den Grund für die hohen Preise auch im Raumplanungsgesetz. «Einzonungen und Zonenplanänderungen nehmen Zeit in Anspruch». Gemäss Müller sind einige Gemeinden von der starken Nachfrage überrascht worden. Zonenpläne wiederum werden in der Regel erst nach rund 15 Jahren angepasst. Das sich die Situation auf dem Thurgauer Baulandmarkt in den nächsten Jahren entspannt, ist darum kaum zu erwarten. Das Bundesamt für Statistik geht zudem davon aus, dass die Bevölkerung im Thurgau bis 2030 um rund 30 000 Personen ansteigt. Aus dem nahen Ausland und anderen Kantonen werden weiterhin viele Zuzüger erwartet.

Baulandpreise auf «Züri-Niveau»
Von wegen Mostindien, die Baulandpreise im Thurgau, vor allem im westlichen Teil, nähern sich immer mehr dem Niveau um Zürich. Dort beginnen die Preise für Einfamilienhaus-Parzellen ab 900 bis zuweilen ab 1300 Franken pro Quadratmeter. Für besonders gefragte Grundstücke am Zürichsee liegen auch 3000 Franken pro Quadratmeter drin. In Weinfelden, mit Fernsicht ins Thurtal, sind Parzellen für 800 Franken pro Quadratmeter erhältlich. Rekordverdächtig mutet der Preis für Land in Kreuzlingen an: 952 Franken pro Quadratmeter auf einer Parzelle im Zentrum. Bauland an erhöhter Lage mit Seesicht ist in Bottighofen für 857 Franken pro Quadratmeter zu haben. Quelle: Thurgauerzeitung

16. Juli 2007

Reichenau: TV-Krimi lässt Streit um Kormoran eskalieren

Regisseur Jürgen Bretzinger und TV-Kommissarin Eva Mattes bei den Tatort-Dreharbeiten bei der Reichenau. Bild: van Bebber (Südkurier)





Das Schilf bei der Reichenau in Flammen; ein Fischer ruft einem Kormoran-Schützer zu: "Ihr gehört hier genauso wenig hin wie die Vögel"; ein Naturschützer, der ihm dafür die Nase blutig schlägt: Der Südwestrundfunk inszenierte am Samstag auf einer Gewerbebrachfläche auf dem Reichenauer Festland einen heißen "Kormorankrieg" für den Tatort.


Die beiden Autoren des Drehbuches, darunter der auf der Höri aufgewachsene Mathias Dinter, greifen für die neue Folge des Bodensee-Krimis ein auch in der Wirklichkeit brisantes Thema auf: Berufsfischer fürchten Kormorane als Konkurrenz, während Naturschützer Abschuss und Verscheuchen der Vögel ablehnen. Die Tatort-Dreharbeiten werden noch laufen, da wird das Regierungspräsidium Freiburg diesen Monat erneut über eine Abschusserlaubnis auch am Untersee entscheiden.


Berufsfischer Norbert Knöpfler aus Langenargen, Sprecher der württembergischen Kollegen am Bodensee, sagt: "Die fressen einen Haufen Fische weg." Zudem machten die Vögel die Netze kaputt, wenn sie Fische aus ihnen rissen. Die Zahl der Kormorane steige. "Das Thema ist nicht kleiner geworden", betont er. Anders sieht das der Landesreferent für Artenschutz beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Martin Klatt. Nicht der Kormoran, sondern nährstoffarmes Wasser sei Schuld an weniger Fischen im See. Der Bestand der Kormorane werde sich natürlich regulieren. Besonders wehrt sich Klatt dagegen, Tiere in der Brutzeit zu jagen, um die Nester am Untersee von 100 auf 30 zu reduzieren.


Eben solch ein Szenario haben die Tatort-Macher für ihren Film gewählt: Fischer zünden Schilf an, um die Brut der Vögel zu vernichten. Nach dem Streit mit ihnen wird der Naturschützer ermordet aufgefunden. Tatort-Kommissarin Klara Blum (gespielt von Eva Mattes) ermittelt. Regisseur Jürgen Bretzinger setzt den Fall noch bis 25. Juli in Szene, gesendet wird er 2008. Bretzinger ist für die Grünen Stadtrat in Ravensburg, doch versichert: Die Fischer würden am Ende nicht als Verlierer dastehen. Er habe Verständnis für beide Seiten und esse gerne Fisch.


Autor Mathias Dinter verspricht ebenfalls überraschende Wendungen. Der Fall liege schließlich ganz anders. Der 38-Jährige lebt heute in Köln, besucht aber oft seine Eltern in der Region. Er habe bewusst ein Thema gewählt, das etwas über die Bodenseegegend erzähle, berichtet er. Für das Filmteam sind manche seiner Ideen harte Arbeit, etwa der Großbrand im Schilf. Vor Monaten nahm der SWR Kontakt zu Naturschützern auf, um einen verträglichen Platz zu finden. Die Entscheidung fiel auf die Brachfläche zwischen Bahnlinie und B33 auf dem Reichenauer Festland am Rande des Schilfgebietes. Das Brachland wurde Wochen nicht gemäht. Echtes Feuer gab es aber nicht. Die Feuerwehr rückte nur als Kulisse an. Die Flammen werden am Computer einkopiert.

Romanshorn: Von Sperrung konnte keine Rede sein

«Danke, dass Sie das nächste Mal zu Fuss kommen»: Mit Handzetteln kämpfen die Grünen gegen den Verkehr. Bild: Alois Degenhardt



Grünes Forum agiert gegen den Verkehr im Romanshorner Seepark-Areal
Mit dem Verteilen von Handzetteln an Autofahrer versuchte das grüne Forum an diesem Wochenende ein Zeichen gegen den Verkehr im Hafenareal zu setzen. Die Besucher reagierten teils genervt, verwirrt oder verständnisvoll.

Alois Degenhardt (Thurgauer Tagblatt)
Von der angekündigten Sperrung hatte das grüne Forum Abstand genommen. Dafür versuchte man es mit Information: Urs Oberholzer, Bezirkspräsident der Grünen und Verfechter eines autofreien Hafenareals, verteilte beim «Panem» mit Helfern Handzettel: «Danke, dass Sie beim nächsten Mal zu Fuss, mit dem Velo oder mit den Inline-Skates in den Seepark kommen.» Die Wirkung war unterschiedlich. Bekanntlich ist das Hafenareal immer noch ein beliebter Treffpunkt Junger und Junggebliebener, die hier vor einem staunenden Publikum ihre liebevoll gehegten Fahrzeuge vorführen.

Acht Mal durchgefahren
Dieser Teil der Automobilisten fühlte sich von den Grünen, die mit Velos, Surfbrettern, Kinderwagen und sogar einem Staubsauger den Fussgängerübergang bevölkerten, schlicht genervt. Wütend wurden die Handzettel aus dem Fenster geworfen.

Einige passierten die Ein- und Ausfahrt in das Hafenareal während einer Stunde bis zu acht Mal. Ortsunkundige Besucher auf der Suche nach einem Parkplatz reagierten verwirrt bis verständnisvoll. Einige beherzigten den Rat der Protestler und machten sich auf die Suche nach einem anderen Parkplatz – oder auf den Heimweg. Die Grünen stochern da beharrlich in einem Wespennest. «Das ist nicht erst seit heute unser klares politisches Anliegen, den Verkehr mittelfristig aus dem Seepark-Areal zu verbannen», sagt Urs Oberholzer deutlich.

Einrichten einer Schranke
Auf seine Intervention hin habe der Gemeinderat versprochen, beim «Panem» die Einrichtung einer Schranke zu prüfen und eventuell auf den Sommer 2008 zu installieren. «Das ist absolut ungenügend», reagiert Oberholzer. «Wenn der Gemeinderat wirklich will, könnte man mindestens für einen Versuch den Verkehr in diesem Sommer sperren.» Niemand will so recht Stellung nehmen, in der Angst, Betroffene zu verärgern. «Dabei bringt uns der Grossteil der motorisierten Besucher ausser Emissionen rein gar nichts», schimpft ein Gast im «Panem», verschweigt aber seinen Namen. Nicht anders reagieren Geschäftsleute, Segler und Anlieger – wollen aber ebenfalls nicht öffentlich Stellung nehmen.

Kreuzlingen: Der Traum von Olympia

In Siegerlaune: Ruderinnen und Ruderer des RC Kreuzlingen feierten Erfolge in Luzern. Bild: Christian Lohr




19-jähriges Rudertalent will 2012 nach London - Ruderclub Kreuzlingen holt drei Titel auf dem Rotsee bei Luzern
Der lange Weg soll zu den Olympischen Spielen 2012 nach London führen. Vorerst herrscht beim Rudernachwuchs aus der Grenzstadt Freude über drei nationale Meistertitel.

Christian Lohr (Thurgauer Tagblatt)
Die schweizerischen Titelkämpfe, die traditionell auf dem luzernischen Rotsee stattfinden, geben jeweils eine wichtige Standortbestimmung für das aktuelle Leistungsvermögen. Für Peter Keller, langjähriger Trainer beim Ruderclub Kreuzlingen, fällt die Bilanz 2007 sehr positiv aus: «Mit den erreichten Resultaten dürfen wir zufrieden sein. Da sind hoffnungsvolle Talente für uns auf dem Wasser gewesen, die von einer erfolgversprechenden Zukunft träumen dürfen.»

Im Doppelvierer
Konkret spricht er dabei von Emanuel Hoppenstedt. Der 19-Jährige fuhr im Mekka des Schweizer Rudersports in der Elite-Kategorie im Doppelvierer mit Kollegen von Luzern, Wädenswil und Lausanne in der Besetzung des Nationalkaders nicht unerwartet den Sieg heraus. Für den PMS-Student aus Tägerwilen ist dies eine der Saisonstationen mit den Weltcupregatten von Amsterdam und Luzern sowie Ende Juli den U23-Weltmeisterschaften im schottischen Glasgow. «Spätestens beim übernächsten Mal 2012 in London will er bei Olympia dabei sein», kennt Keller die ehrgeizigen Ziele des Teamleaders der Truppe aus Kreuzlingen.


Von solchem mag etwas ferner auch Joel Horni träumen. Der junge Mann aus Güttingen konnte sich bei den A-Junioren im Doppelzweier mit seinem Kollegen aus Thalwil ganz vorne klassieren. Das dritte Gold holte als Mitglied einer Renngemeinschaft Nico Stahlberg. Der Jugendliche aus Schönenberg war bei den B-Junioren Schlagmann im Schaffhauser Achter und gewann alleine im Skiff noch Silber. Neben Joel Horni und Nico Stahlberg darf mit Beata Bätscher (A-Juniorin) aus Neuwilen noch eine dritte Nachwuchskraft vom RCK die Schweiz am Coupe de la Jeunesse Anfang August auf dem Lago di Garda vertreten. Ihre Schwester Katrin (B-Juniorin) wurde auf dem Rotsee Zweite im Doppelvierer. Dieselbe Schlussposition gab es für die C-Juniorin Clara Henkel aus Kreuzlingen im Doppelzweier. Weiterer Meisterschaftsteilnehmer war Pascal Horni.

Gross, stark, einsatzwillig
Auf dem Wasser habe man seit März trainiert, so Peter Keller. Die konditionelle Grundlagenarbeit begann bereits nach einer Pause im vergangenen Spätsommer mit den ersten Einheiten im Oktober. Knapp 20 Mädchen und Jungs kommen in den Genuss von regelmässigen Trainings und bei entsprechendem Niveau auch Wettkämpfen.


«Wer vorwärtskommen will, der muss gross, stark und zudem einsatzwillig sein», spricht der Coach klare Worte. Die Trainings- und Renngemeinschaften zwischen Kreuzlingen und Schaffhausen beurteilt man sehr positiv, beinhalteten sie doch zusätzliches Förderungspotenzial.

14. Juli 2007

Meersburg: Thermen-Trio bietet Kombi-Ticket

Die Thermen Meersburg, Überlingen und Konstanz machen gemeinsame Sache. Die Betriebsleiter Jörg Schaefer aus Meersburg, Oliver Sternagel aus Überlingen und Georg Geiger, Geschäftsführer der Konstanzer Bäder (von links), stellten das neue Dreier-Angebot gestern in Meersburg vor.
Bild: Floetemeyer


Die Thermen Konstanz, Überlingen und Meersburg machen mit einer Kombikarte den ersten Schritt zur gemeinsamen Vermarktung einer Thermenlandschaft Bodensee.

Gestern stellten sie in Meersburg ihr Trio-Ticket vor. Es gibt zwei Varianten: Die drei "Tages-Thermentickets" im Scheckkartenformat kosten 24,90 Euro. Die Vergünstigung gegenüber dem Kauf von Einzeltickets beträgt 4,60 Euro. Mit den drei "Tages-Saunatickets" für 45 Euro kann der Gast sowohl die jeweilige Saunawelt als auch den Thermalbereich genießen und spart dabei insgesamt acht Euro. Die Tickets sind ein Jahr lang gültig und an andere Personen übertragbar. "Einladung zum Thermen-Hopping" nennt das "Thermen-Trio vom Bodensee" sein gemeinsames Angebot "zum Wohlfühlpreis". Jüngstes Mitglied in der neuen Bäderfamilie ist die Bodensee-Therme Konstanz, die am 20. Juli offiziell eröffnet wird.

Traute Einigkeit herrschte bei der Vorstellung des Angebots mit Vertretern der Bäder, Kommunen und Touristik aus allen drei Städten. Man wolle nicht gegeneinander sondern mitein- ander agieren, sagte Meersburgs Bürgermeisterin Sabine Becker. Und so ähnlich variierten das alle Beteiligten. Es sei eine "große Chance, uns gemeinsam zu vermarkten", sagte etwa Oliver Sternagel, Betriebsleiter der Bodensee-Therme Überlingen. Sein Meersburger Kollege Jörg Schaefer glaubt, die Aktion bewirke "eine hohe Öffentlichkeitswirksamkeit für die Region Bodensee."

Eine "Stärkung der Region" erhofft sich auch Georg Geiger, Geschäftsführer der Konstanzer Bäder. Das Interesse sei da. In der Bauphase ihrer Therme hätten 10000 Konstanzer die Konstanz-Karte genutzt, die ihnen verbilligten Eintritt in die "Übersee"-Bäder ermöglichte. Das neue Kombi-Ticket sei nicht nur ein Angebot an Urlauber sondern auch an Einheimische.
Überlingens Bürgermeister Ulrich Lutz dankte allen Betreibern für die Kooperation. "Es ist politisch richtig, dass wir uns regional vermarkten und die Kirchturmspolitik überwinden." Er hoffe, dass sich die Thermenlandschaft Bodensee als Marke etabliere und "ein Gegengewicht" zur oberschwäbischen Bäderstraße werde. Das See-Trio solle sich weniger als Konkurrenz denn als Ergänzung sehen. "Jede Therme hat ihr eigenes Profil."

So meinte Sternagel, dass die Überlinger Therme für die ganze Familie geeignet sei und als "Premiumprodukt" die prämierte Saunalandschaft habe. Schaefer und Geiger nannten als Hauptzielgruppe eher ältere Gäste "50 plus". Das aber wollte Becker nicht stehen lassen: Man sichte in Meersburg auch jede Menge "30 minus". Meersburgs Tourismus-Chefin Gesa Meyer-Wiefhausen sekundierte, man müsse die Angebote mehr "themen- als zielgruppenspezifisch sehen."

Überlingens Touristik-Chef Thomas Götz ist vom Erfolg der Kombi-Karte überzeugt, denn gerade während Schlechtwetterperioden wollten die Leute Abwechslung. Seit es die Überlinger Therme gebe, sei der Wintertourismus von 20 auf 25 Prozent am Jahresgeschäft gestiegen. Becker sieht es auch als Vorteil für die Nutzer, dass es "keinen Monopolisten gibt, der die Preise hoch treibt."

Die Thermen-Trio-Tickets gibt es in den drei Thermen sowie in den Tourist-Informationen in Konstanz, Überlingen und Meersburg. Außerdem kann man sie bestellen unter www.thermentrio.de Quelle: Südkurier

13. Juli 2007

Der Dorfbach kommt aus der Erde

Romanshorns Dorfbach wird für 6,7 Millionen Franken saniert und grösstenteils offengelegt. Überschwemmungsschäden sollen so nicht mehr vorkommen. Bauverwalter Reinhard Hofmann über das Grossprojekt.
«Die unterirdische, künstliche Röhre des Dorfbaches ist zu klein; grosse Gewitter kann sie nicht fassen. Wenn viel Wasser fliesst, übernimmt das Kanalsystem bisher einen Teil der Wassermengen des Dorfbaches», sagt Bauverwalter Reinhard Hofmann. Ist das Kanalsystem ebenfalls überlastet, fliesst das Schmutzwasser talwärts in den See und auch in Keller. «Im Extremfall können 5 bis 6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde anfallen.»

Laut Reinhard Hofmann ist das Schadenspotenzial besonders im Zentrum von Romanshorn enorm. Im schlimmsten Fall könnten Schäden zwischen 5 und 8 Millionen Franken entstehen. «2005 kam es in Romanshorn zu einer Überschwemmung, die einen Sachschaden von 800 000 bis zu einer Million Franken verursachte. Mit dieser Sanierung kann das Schadenspotenzial praktisch eliminiert werden. Ausserdem wird der Dorfbach offen und somit auch attraktiver für Fussgänger und Velofahrer.»

Drei Rückhaltebecken
Es werden drei Rückhaltebecken ausgehoben. Diese sollen den Bachfluss bremsen oder ihn bei Bedarf ganz stoppen: Eines liegt beim Bachweg (1800 Kubikmeter), eines beim Radwäg (5200 Kubikmeter) und eines bei Aahegg (3900 Kubikmeter). Eine Röhre mit einem Durchmesser von 1 bis 1,2 Metern wird die heute bestehende 20-Zentimeter-Röhre ersetzen. Bislang verläuft der Dorfbach nur von der Romiszelgstrasse bis zur Kreuzlingerstrasse offen. Neu wird er auch ab der Kreuzlingerstrasse in einem Bachbett oberirdisch durch Romanshorn fliessen.

«6,7 Millionen Franken investieren Gemeinde, Kanton, Bund und Dritte in das Vorhaben. Der Gemeinde Romanshorn fällt ein Teil von 3,3 Millionen Franken zu, der allerdings über drei bis vier Jahre verteilt wird», so Bauverwalter Reinhard Hofmann. Die Installationen für die Arbeiten an der Kreuzlingerstrasse haben bereits begonnen. In der Mitte der Fahrbahn wird die Verkehrsinsel entfernt und eine Spundwand zur Befestigung der Erdmassen eingesetzt.

«Während der Installationen kommen wir nicht umhin, den Verkehr mit einem Lichtsignal zu regeln. Danach werden jeweils eine Strassenseite und das Trottoir zweispurig befahrbar sein», informiert Hofmann. «Fussgänger und Velofahrer werden ausserhalb der Fahrbahn auf einen provisorischen Bereich umgeleitet.» Nach den Unternehmerferien beginnen die Bauarbeiten. Im Winter soll die Unterquerung der Kreuzlingerstrasse fertig sein. Weiter sollen dieses Jahr noch die unterirdischen Röhren an der Ecke Bachstrasse und Hafenstrasse eingesetzt werden, die Bachöffnung von der Kreuzlingerstrasse entlang der Sportplätze entstehen und ein Rückhaltebecken gegraben werden. Die Unterquerung der Kreuzlingerstrasse und das Einsetzen der Röhren wird erschwert durch die vielen Werkleitungen im Boden. «Zum Teil sind Unterquerungen bis 4,5 Meter nötig.» Eine weitere Schwierigkeit, auf die sie erst kürzlich gestossen sind, ist der harte Fels.

Zu gross für Dorfbach?
2010 wird der Dorfbach in einem natürlichen Bachbett von 5 bis 10 Metern Breite durch das Dorf fliessen. «Es ist ein sehr grosses und einmaliges Projekt in Romanshorn», so Reinhard Hofmann. Wie entkräftet der Bauverwalter Kritiken, die behaupten, das Projekt sei gar zu gross für den kleinen Dorfbach? «Die Gemeinde hat die Pflicht, das Wasser so abzuleiten, dass die Leute und die Siedlung sicher sind. Solange nichts passiert, hält man die Sanierung für unnötig. Falls dann aber Sachschaden auftreten sollte, ist wieder die Gemeinde schuld.»
Quelle: Thurgauerzeitung

12. Juli 2007

Konstanz: Wer testet das neue Bad?

Noch gibt es in der neuen Konstanzer Bodensee-Therme reichlich Platz. Eröffnung ist offiziell am 22. Juli. Zuvor jedoch dürfen schon acht SÜDKURIER-Familien das neue Bad testen. Der Südkurier hat 8 Gratis-Plätze verlost. Foto: Südkurier



Am Sonntag, 22. Juli ist es soweit: Die Bodensee-Therme Konstanz öffnet ihre Pforten. Das neue Bad mit Saunaflügel, Thermal- und Freibad lädt mit seinen abwechslungsreichen, über 3000 Quadratmeter großen Wasserflächen zum Schwimmen, Baden und Erholen ein.

Die neue Therme ist für Familien ein interessantes Freizeitangebot.
Während der Sommermonate von Juni bis Oktober haben Schwimmbegeisterte, Erlebnishungrige und kleine Wasserratten noch mehr Spaß in der neu gestalteten Außenanlage der Bodensee-Therme Konstanz mit ihren großzügigen Liegewiesen.

Im 50-Meter-Becken können Schwimmer ungestört ihre Bahnen ziehen, während sich die Kinder im großen Nichtschwimmerbecken vergnügen oder auf der 86 Meter langen Großrutsche rasante Rutschpartien wagen. Familien entdecken auf dem neu terrassierten Freigelände eine abwechslungsreiche Kleinkinder-Erlebniswelt, in der auch die jüngsten Badegäste altersgerechte Spiel- und Planschmöglichkeiten finden. In der Badminton- und Beach-Volleyball-Anlage können sich die Größeren austoben.

Internet-Rundgang unter http://www.therme-konstanz.de/. Quelle: Südkurier

Güttingen: Jungfischen Unterschlupf bieten

Präsident Guido Koller auf dem Vereinsgelände der Güttinger Fischer. Bild: mau

In Fronarbeit wird ein «Unterwasser-Gehege» instand gestellt
güttingen. Fischer wollen den See und dessen Geschöpfe nicht nur nutzen, sondern ebenso der natürlichen Balance Sorge tragen. Darum organisiert der Güttinger Fischerei-Verein in Fronarbeit die Instandstellung eines Fischreises.

Hana Mauder Wick
Für alle, die sich in Sachen Fischer-Latein weniger auskennen: Nein, der Begriff «Fischreis» hat in diesem Fall nichts mit einem leckeren Rezept für Neptuns Schuppengeschöpfe zu tun. «Fischreis» ist die Bezeichnung für «Unterwasser-Gehege», die, mit Ästen gefüllt, jungen Fischen Schutz und Unterschlupf bieten.

Der Güttinger Fischerei-Verein hält seit einigen Jahren die Konzessionen für zwei Fischreise in Güttinger Gewässern. «Eines dieser Fischreise stellen wir in diesem Jahr instand», sagt Guido Koller, Präsident des Vereines.

Strategisch günstig
In fünf bis sechs Meter Tiefe, auf der Höhe der Güttinger Moosburg, soll der 20 Meter lange und 5 Meter breite Fischreis Gestalt annehmen und parallel zum Ufer verlaufen. Dessen Standort kennzeichnen Bojen auf der Wasseroberfläche. Schiffe und Boote können die Stelle zwar problemlos passieren, hier aber nicht vor Anker gehen. Die gewählte Position befindet sich weit genug abseits von Schiffen und Badenden. Die nächsten Fischreise befinden sich in Romanshorn und Kreuzlingen. Güttingen liegt also strategisch optimal dazwischen.

Alle zwei bis drei Meter reihen sich die Holzpfähle aneinander. «Heute werden solche Konstruktionen mit Armierungseisen verstärkt», erklärt der Präsident. Bereits sind Taucher zu einer ersten Inspizierung unter Wasser angetreten. Läuft alles nach Plan, fällt der Startschuss für das Güttinger Projekt in diesem September.

Ein Geben und Nehmen
Für Arbeiten unter Wasser muss im Bereich Machbarkeit «klar Schiff» herrschen. Voraussetzungen sind gute Sicht und annehmbare Temperaturen. «Im Winter müssen die Taucher in speziellen Neopren-Anzügen arbeiten, weil das Wasser viel kälter ist», sagt Guido Koller. Die Unterwasserarbeiter reparieren und installieren in einem ersten Schritt die Extremitäten des Fischreises. Dann folgt die Befüllung des Geheges mit Astwerk. Besonders eigne sich gemäss Guido Koller Holz von Zwetschgen- oder anderen Obstbäumen, da dieses im Wasser eine längere Lebensdauer hat.

Guido Koller freut sich, bei der Verwirklichung des Projektes auf tatkräftige Unterstützung zählen zu können: «Ohne die Fronarbeit unserer Mitglieder ginge gar nichts. Aber dank der aktiven Mithilfe können wir die Kosten relativ gering halten.» Nicht mehr als 5'000 Franken soll das neue Fischreis kosten. «Wir möchten den Menschen deutlich machen, dass wir Fischer den See nicht nur nutzen, sondern ihm und seinen Lebewesen auch gebührend Sorge tragen», sagt der Fischereivereins-Präsident. Quelle: Thurgauer Tagblatt

11. Juli 2007

Storchenaktionen am Affenberg Salem

Die Jungstörche am und um den Affenberg Salem beginnen mit ihren ersten Flugübungen. Dies ist jedes Jahr ein imposantes Schauspiel für die großen und kleinen Besucher des beliebten Tierparks beim Bodensee. Foto: Affenberg


Neben Affenbabys dank Experteneinsatz auch Storchennachwuchs
Die schlechten Wetterbedingungen nach Pfingsten waren verheerend für die Weißstörche. Während die elf Berberaffenbabys von ihren Familien geschützt und gewärmt wurden, kühlten die Jungstörche bei den heftigen Regenfällen aus und standen sogar teilweise im Wasser. Für die Storchenexperten des Affenbergs war Eile geboten. Während in anderen Orten der Bodenseeregion sehr viele Jungstörche verendeten, konnte man in den 18 Horsten am Park durch Aushorstung 21 der geschwächten Jungvögel retten. Dabei fanden sich in den Horsten immer wieder Plastikfetzen, die das Ablaufen des Wassers bei starken Regenfällen verhinderten. Auch bei den 17 Storchenpaaren in den Außenhorsten der umliegenden Gemeinden konnte das Affenberg-Team immerhin noch 12 Jungstörche beringen. Die Arbeit der 1978 gegründeten Storchenstation leistet einen sehr wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Storchenpopulation am Bodensee.

„Wir haben dennoch über die Hälfte der diesjährigen Jungstörche verloren“, bedauert der neue Parkleiter Dr. Roland Hilgartner, der mit seinen Mitarbeitern in unermüdlichem Einsatz war. Er freute sich über die erneute Hilfe der Firma Herter in Mühlhofen, die ihren Autokran zur Verfügung stellte. Im Zuge dieser Sonderaktion verlief die diesjährige Beringung somit teilweise etwas anders. Inzwischen werden die ersten Jungvögel bereits flügge. Das Fliegen ist für sie kein Problem, doch das Starten und Landen verläuft anfangs noch recht holprig und so gibt es für die Besucher des beliebten Tierparks beim Bodensee immer wieder etwas zu Lachen. Spannend wird es erneut, wenn die bekannte Störchin Maxi in Kürze einen neuen Peilsender bekommt. Hierzu reist eigens ein Wissenschaftlerteam des Naturhistorischen Museums Fribourg aus der Schweiz an, die Maxi’s Zugrouten in den Süden und zurück zu ihrem Horst beim Affenberg seit Jahren erforschen. „Natürlich halten wir unsere Parkgäste bei den täglichen Informationen an der Storchenwiese um 11 Uhr und um 16.45 Uhr auf dem Laufenden“, so Roland Hilgartner, der hofft, dass diese besondere Mission gut gelingt.

Problemlos zeigen sich dafür die rund 200 Berberaffen des großen Waldgeheges. Die süßen Affenbabys unternehmen jetzt ihre ersten Kletterversuche. Aber da sie noch nicht wie die größeren Geschwister in Windeseile über die Äste flitzen können, haben die erwachsenen Tiere stets ein wachsames Auge auf die kleinen Racker.

Auch das am Gehegeeingang gratis ausgegebene Popcorn wird gerne aus den Händen der großen und kleinen Besucher entgegengenommen.

Durch Infowände, Klapptafeln und die stündlichen Ausführungen der kompetenten Parkmitarbeiter erfahren die Gäste gleichzeitig viel Spannendes über das Familienleben ihrer tierischen Verwandten. Bei der Damwildfütterung täglich um 16.15 Uhr wird der Betreuer in Kürze auch über die Geburt der erwarteten neun Jungtiere berichten können.

Der familienfreundliche Affenberg Salem lädt täglich von 9-18 Uhr und vom 28. Oktober bis 4. November jeweils von 9-17 Uhr (letzter Einlass jeweils ½ Stunde vor Schließung) zu faszinierenden Tierbegegnungen ein. Ein Erlebnisbus verbindet den Park im Stundentakt mit den Pfahlbauten in Unteruhldingen, dem Schloss Salem und den dazu gehörenden Bahnhöfen. Motorisierte Gäste nutzen den großen, gebührenfreien Parkplatz.

Weitere Informationen über Internet oder über Affenberg Salem, D-88682 Salem, Tel. +49 (0)7553 381, Fax +49 (0)7553 6454, info@affenberg-salem.de

Kreuzlingen: Das Karussell erfindet sich neu

Dem Einkaufszentrum Karussell in Kreuzlingen steht ein Umbau bevor. Die Coop Immobilien AG investiert mehrere Millionen Franken in die Gesamterneuerung.
«Nach dem Umbau des Karussells wird ein völlig neues und attraktives Einkaufszentrum in Kreuzlingen stehen», sagt Peter K. Meier von der zuständigen Direktion Coop Immobilien AG auf Anfrage. Mit den bestehenden Mietern, deren Verträge weiterlaufen, habe man bereits Gespräche geführt und grundsätzlich positive Feedbacks erhalten. Nach den Sommerferien soll das Baugesuch eingereicht werden. Sobald die Baubewilligung vorliege, werde man zügig mit dem Projekt loslegen, erklärt Meier weiter, der allerdings nicht mit einem Beginn der Arbeiten noch in diesem Jahr rechnet. Während des Umbaus soll das Einkaufszentrum Karussell geöffnet bleiben – «mit kleineren Einschränkungen». Es sei eine logistische Herausforderung, das Einkaufen im Coop-Lebensmittelladen oder im Manor auch während dieser Umbauzeit zu gewährleisten.

Zentraler Bestandteil des Umbaus ist die Vergrösserung der gesamten Ladenfläche um rund 500 Quadratmeter und damit einhergehend eine Neueinteilung des Grundrisses. Das Karussell soll neben einem neuen Einkaufsbereich (Mall) auch eine neue Haustechnik und neue Aufzüge erhalten. An- oder Aufbauten sind nicht geplant – von aussen betrachtet wird keine Volumenveränderung feststellbar sein. Eventuell werde es bei den Fassaden einen «kosmetischen Eingriff» wie etwa einen neuen Anstrich geben.

20 Millionen an Investitionen
Die Coop Immobilien AG rechnet mit Kosten zwischen 11 und 15 Millionen Franken für den Umbau des 1991 eröffneten Einkaufszentrums. Dazu kommen die Investitionen der einzelnen Mieter in ihre neuen Verkaufsläden. Gesamthaft könnte die Investitionssumme über 20 Millionen betragen, so Meier, der betont, dass die Erneuerung des Karussells nichts mit der bevorstehenden Eröffnung einer Aldi-Filiale in Kreuzlingen oder mit anderen Konkurrenten im Detailhandelsmarkt wie Migros oder Lidl zu tun habe: «Der Umbau war ohnehin geplant.» Auch seien die Umsatzzahlen bei Coop Kreuzlingen in den letzten Jahren sehr zufriedenstellend gewesen, der Zuwachs überdurchschnittlich.

Nicht nur die Kunden, auch die bisherigen Mieter sollen von der Gesamterneuerung und der attraktiven Gestaltung profitieren können. Die aus dem Umbau resultierende Mehrfläche im Karussell soll künftig aber auch von neuen Mietpartnern genutzt werden, wie es bei der Coop Immobilien AG heisst. Im Vordergrund stünden hierbei vor allem Dienstleistungsanbieter; Peter K. Meier denkt zum Beispiel an eine Schneiderei oder eine Wäscherei. «Ein erweitertes Angebot an Dienstleistungen soll schliesslich das Einkaufserlebnis positiv abrunden.»

10. Juli 2007

Konstanz: Ein Leichenschmaus auf Alemannisch

25 Jahre nach seiner Uraufführung wird der «Konstanzer Totentanz» des Dichters und Malers Bruno Epple erneut auf dem Münsterplatz gespielt. Ein buntes Kaleidoskop, in dem die Bürger der Stadt die Hauptrollen spielen.
«Das Thema hatte ich mir schon in früheren Jahren notiert, und ich hatte anfangs erwogen, ein Hörspiel daraus zu machen. Als mich der Intendant des Stadttheaters gefragt hatte, ob ich nicht Lust habe, für sein Haus etwas im Dialekt zu schreiben, fiel mir das Thema sogleich ein. Aber wie es umsetzen, wie realisieren? Das ist mir nun klar vor Augen.» Bruno Epple, vielen mehr als virtuoser Maler naiver Bilder bekannt denn als Autor, hat diese Zeilen 1980 notiert, und die Uraufführung seines Mundartstückes «Ein Konstanzer Totentanz» fand 1982 statt. Jetzt kommt das Stück ein zweites Mal in Konstanz auf die Bühne, als Freilichtaufführung zwischen Münster und den altehrwürdigen Mauern des Theaters. Regie führt Frank Lettenewitsch, der lange schon dem Haus als Schauspieler treu ist. Und in der ersten Reihe Bruno Epple, der beim Schlussapplaus mit gewürdigt wird.

Ein Stück mit Saft und Kraft
Der Totentanz stammt aus der mittelalterlichen Tradition, der Tod tritt hier als Spielmann auf, der alle ohne Unterschied eines Tages zum Reigen fordert. Auch Bruno Epples Stück nimmt den Tod zum Anlass eines Reigens, allerdings sind seine Protagonisten durchaus lebendige Konstanzer Bürger – die auf der Bühne, dem rauen Pflaster des Platzes, nun Epples Spielanweisungen folgen. Flaschnermeister Egon Duttle, der sich in der Folge eines feuchtfröhlichen Feuerwehrfestes bei einem Sturz von der Treppe das Genick bricht, hinterlässt Frau und Tochter – und seine Nachbarn und Kollegen, die den so unerwartet Dahingeschiedenen zwischen Tod und Beerdigung noch einmal mit Klatsch und Tratsch auferstehen lassen.

Der Friseursalon erweist sich dabei als unübertroffene Nachrichtenbörse, und auch die Feuerwehrkameraden wissen um manche Löschaktion, die mehr eine innerliche Trockenheit zu überwinden half. Ganz verhehlen lässt sich der Alkoholkonsum Duttles also nicht, aber es gibt auch liebevolle Erinnerungen, die den Chef, Ehemann und Vater betreffen.

Ein Stück mit Saft und Kraft, das im Volk angesiedelt ist und ohne Mundart kaum realisiert worden wäre. Nicht nur durch die Kostüme von Beate Fassnacht (der Name ist echt und verbürgt) wird das Geschehen ein wenig an die Konstanzer Strassenfasnacht angekoppelt, auch der Auftritt des langjährigen Fasnachts-Aktiven Norbert Heizmann ist ein Signal für die volkstümlichen Ansätze dieses Spiels, das die Stadt und ihre Bewohner zu Theaterleuten macht, die mehr als Laiendarsteller sind. Vier Musikanten der Konstanzer Gassefegger intonieren so etwas wie eine Konstanzer Variante des New-Orleans-Dixieland, der bei Beerdigungszügen gespielt wurde, und mit Bernd Konrad wurde ein leibhaftiger Jazzprofessor dafür gewonnen, mit seinem Saxofon durch die Szenen zu streifen und den Spielmann abzugeben, der zum letzten Tanz bittet.

Das ganze bunte Leben
Frank Lettenewitsch hat aus dem Vollen geschöpft, er lässt Motorräder über den Platz rattern, Nachbarn aus den Fenstern wettern, Feuerwehr und Polizei auffahren. Und auch einen Leichenwagen, dem der Zug der Trauernden jedoch nur so lange folgt, bis es im Toilettenhäuschen nebenan brennt und die Feuerwehr mal wieder ausrücken muss. Und so ist es dann wohl doch das bunte Leben, das einstweilen über den Tod gesiegt hat. Und das geht auch ganz in Ordnung so, immerhin ist der Duttle nun gut aufgehoben. Meint der Herr Pfarrer, und der kann sich der göttlichen Offenbarung schliesslich sicher sein. Weitere Vorstellungen
12. Juli bis 5. August. Auskunft Theater Konstanz. Quelle: Thurgauerzeitung

9. Juli 2007

Kressbronn: Traumschiff bleibt noch im Hafen

Das Luxus-Schiff ist ein einziges Superlativ: Mit Innenplätzen für 1000 Passagiere sprengt es alle Dimensionen auf dem Bodensee. Eine schwebende Bühne, zwei Sonnendecks und 1000 Quadratmeter Verglasung sollen die "MS Sonnenkönigin" zum Traumschiff machen. Am Samstag stellte Auftraggeber Walter Klaus das im Rohbau befindliche Schiff in Kressbronn vor. Wegen weiterer Ausstattungsdetails verzögert sich die Fertigstellung.

Das Heck des größten Bodensee-Fahrgast-Schiffs ragt nun nicht mehr 30 Meter aus der Fertigungshalle der Bodan-Werft heraus. Die "MS Sonnenkönigin", in die 500 Tonnen Stahl verbaut wurden, kam am 28. Juni ins Wasser und wurde zur Fertigstellung in den Hafen der Kressbronner Werft geschleppt. Der Ausbau ist keine leichte Übung, schließlich soll das Innenleben des futuristisch anmutenden Dampfers wie ein Traumschiff glänzen. Zudem möchten die Besitzer, die "MS Sonnenkönigin" als Theater, Konzert- und Festsaal, als Laufsteg bei Modenschauen oder als Tagungszentrum nutzen. Herzstücke der Technik sind deshalb eine ausfahrbare Bühne und eine Tribüne auf dem Hauptdeck; sie machen die beiden Oberdecks zu Theaterbalkonen. Die Räume erstrecken sich über vier Decks, mehrere Bars, eine Lounge sowie eine ausgefeilte Lichtanlage, die ganze Metallflächen zum Leuchten bringt, sorgen für edles Ambiente. Auch die Ausstattung der Küche wird perfekt und geräumig ausfallen. Den Passagieren werden frisch zubereitete Speisen serviert, während sie den Blick durch großzügige Fensterflächen - insgesamt 1000 Quadratmeter Glas - genießen.

Die Vermarktung der "MS Sonnenkönigin" erfolgt über die eigens gegründete Sonnenkönigin AG in St. Gallen. An dieser Gesellschaft sollen neben der mehrheitlich beteiligten Silvretta Nova Gruppe - in jener befindet sich unter anderem die Vorarlberg-Lines (Österreichische Bodenseeschifffahrt) - auch jene Schweizer Gesellschafter beteiligt werden, mit denen Walter Klaus bereits bei der SBS AG (größter Schweizer Schifffahrtsbetrieb auf dem Bodensee) ein Engagement eingegangen ist. "Wir wollen eine einzigartige Location für exklusive Events auf internationalem Niveau bieten", sagte Tourismus-Unternehmer und Auftraggeber Walter Klaus am Samstag bei der Präsentation des Rohbaus der "Sonnenkönigin" in Kressbronn.

Miteigentümer des Schiffs, Hermann Hess, Präsident der Hess Investment, Amriswil, und Verwaltungspräsident der Schweizerischen Bodensee-Schiffahrtsgesellschaft (SBS), bemerkte, dass damit der Bodensee um eine Attraktion reicher wird: "Die Produktidee von Walter Klaus öffnet uns Türen zu völlig neuen Ufern." So könnten auch die Heimathäfen des neuen Schiffs, Bregenz, Rorschach und Romanshorn, viel besser vermarktet werden. Der Friedrichshafener Oberbürgermeister Josef Büchelmeier lobte die zielstrebige Orientierung der Eigner in die Zukunft.

Im Februar 2006 entschied sich Auftraggeber Walter Klaus für die Bodan-Werft als Geburtsstätte der "Sonnenkönigin". Der 73-jährige Montafoner Touristik-Unternehmer hatte das "schlüsselfertige Produkt" in einfacher Ausstattung zum Festpreis in der Größenordnung von acht Millionen Euro geordert. Mittlerweile kam ein deutliches Plus an Ausstattung dazu, der Preis stieg. Ursprünglich sollte die "MS Sonnenkönigin" bereits in der Saison 2007 in See stechen. Jetzt ist man zuversichtlich, dass es im nächsten Sommer endlich heißt: Leinen los!

Der Flottenkönig Walter Klaus
Der Tourismusunternehmer Walter Klaus darf für den österreichischen und Schweizer Teil des Bodensees durchaus als Flottenkönig bezeichnet werden. Klaus (73) ist Chef der Nova-Gruppe in St. Gallenkirch/Montafon, die Skibetriebe in Österreich unterhält. 2006 hat Klaus die halbe Bodenseeschifffahrt aufgekauft. Zusammen mit einer Gruppe Thurgauer Unternehmer erwarb Klaus unter dem Namen Interessengemeinschaft Bodensee-Schifffahrt Schweiz (IGB) von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) die eidgenössische Flotte.

Klaus ist größter Einzelinvestor, hat aber nicht die Mehrheit an der IBG Klaus. An der Übernahme der Schweizer Flotte waren auch die Konstanzer Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) interessiert, sie kamen aber nicht zum Zuge. 2005 hatte Walter Klaus mit der Vorarlberger Illwerke AG von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) die Bodenseeschifffahrt am österreichischen Ufer übernommen. Klaus verfügt über einen Flottenverband von 16 Schiffen. Die BSB besitzen 14 Ausflugsschiffe und betreiben die Fähr-Verbindung Konstanz-Meersburg.
Quelle: Südkurier

Mehr als eine Million neue Fahrgäste

Der öffentliche Verkehr im Thurgau hat 2006 wieder deutlich mehr Personen befördert als im Vorjahr. Der Anstieg beträgt 4,9 Prozent.
Insgesamt zählten Bahn, Bus und Schiff im vergangenen Jahr 26,8 Millionen Fahrgäste. Seit dem markanten Angebotsausbau auf den Beginn des Fahrplans 2005 stieg die Zahl der Passagiere laut Mitteilung der kantonalen Abteilung Öffentlicher Verkehr (ÖV) innerhalb von zwei Jahren um über drei Millionen. Dies zeigen die soeben erschienenen Passagierzahlen aller Transportunternehmen im Thurgau.

Das Angebot des öffentlichen Verkehrs im Kanton Thurgau erfuhr mit der Umsetzung der ersten Etappe von Bahn 2000 auf den 12. Dezember 2004 eine wesentliche Erweiterung. Dichtere Fahrpläne und neue Linien führten gemäss der Abteilung ÖV zwischen 2004 und 2006 zu einer Leistungssteigerung der öffentlichen Verkehrsmittel um 1,8 Millionen Kilometer oder 17,6 Prozent. Im Fahrplan 2006 legten Bahn, Bus und Schiff 12 Millionen Kilometer zurück.

Die Bahn in Poleposition
Der Ausbau des ÖV scheint Wirkung zu zeigen. Die Thurgauerinnen und Thurgauer nutzten Bahn und Bus deutlich stärker als in den Vorjahren. Im Jahr 2005 betrug die Zunahme gar 1,8 Millionen Passagiere (plus 7,5 Prozent). Im Vergleich zu 2004 waren im vergangenen Jahr 3,1 Millionen Menschen mehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Die grosse Mehrheit der Reisenden im Thurgau ist mit der Bahn unterwegs, nämlich 18,2 Millionen oder 68 Prozent. Die Thurtallinie Romanshorn–Winterthur weist mit 7,3 Millionen Passagieren das grösste Verkehrsaufkommen auf, gefolgt von der Seelinie Schaffhausen–Romanshorn mit 2,4 Millionen und Romanshorn–St. Gallen mit 1,8 Millionen.

Die regionalen Buslinien zählten insgesamt 4,8 Millionen Kunden. Die beiden Stadtbusbetriebe in Frauenfeld und Kreuzlingen beförderten 2,7 Millionen Passagiere. Wie die Abteilung ÖV 2006 mitteilt, zählten die regionalen Bahn- und Buslinien gesamthaft 197 Millionen Personenkilometer. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einer Steigerung um 11,52 Millionen. Dieser Zuwachs sei fast doppelt so gross wie der schweizerische Durchschnitt der SBB von 3,2 Prozent.

Die Broschüre «Der Öffentliche Verkehr in Zahlen, Ausgabe 2007» kann bestellt oder heruntergeladen werden unter: Thurgaumobil

Quelle: Thurgauerzeitung

7. Juli 2007

Konstanz: Kinder dürfen Bus gestalten

Freut sich auf viele Kunstwerke: Peter Herrmann, der Manager des Lago-Einkaufszentrums, lädt zur Kinder-Malaktion ein. Alle Bilder werden zu einer Collage zusammengefügt, die dann für einige Monate auf einem Stadtbus in Konstanz herumfährt. Bild: Hanser

Kinder aus Konstanz und Umgebung haben die Chance, das größte rollende Kunstwerk weit und breit zu gestalten. Das Einkaufszentrum Lago startet eine Malaktion, deren Ergebnis auf einem Stadtbus präsentiert wird. Das Lago, das die Werbefläche ohnehin schon bezahlt hat, erhofft sich damit eine noch bessere Verankerung in Familien.

Wenn es um die Kreativität von Kindern geht, kommt Lago-Chef Peter Herrmann schnell ins Schwärmen. Selbst Vater, hat er beobachtet, dass Kinder oft Dinge malen, die auch gestandene Erwachsene überraschen und entzücken. Und nachdem das Einkaufszentrum ohnehin zwei Stadtbusse als Werbefläche gemietet hat, kam er auf die Idee, einen davon jungen Künstlern zur Verfügung zu stellen - unterstützt auch vom SÜDKURIER.

Während der gesamten nächsten Woche ist im Lago eine extra Aktionsfläche aufgebaut, die die Kinder nutzen können. Sie erhalten Malbögen im Format DIN A 2 sowie Stifte und können an Tischen ihren Ideen freien Lauf lassen - mit einer einzigen Vorgabe: Die Bilder sollen rund ums Thema Sommer, Sonne, Ferien kreisen. Die Kunstwerke werden dann gesammelt und von einer Werbeagentur professionell zu einer Collage verarbeitet, die sich über die beiden Seiten des Busses ziehen wird. "Für uns ist dieser Auftritt eine schöne Abwechslung zur sonstigen Werbung, sagt Herrmann: "Das Lago soll dabei ganz bewusst im Hintergrund stehen."

Die Stadtwerke sind mit an Bord, und Geschäftsführer Konrad Romer, Geschäftsbereichsleiter Busbetriebe, freut sich schon jetzt auf das Ergebnis: "Eine tolle Idee." Auch Peter Herrmann ist schon neugierig und voller Vorfreude: "Dann haben wir in Konstanz einen farbenfrohen Bus, der das Stadtbild prägen wird." Er ist überzeugt: "Das wird der tollste Kinderkunst-Bus am Bodensee." Wie das rollende Kunstwerk aussieht, erfahren die Jungkünstler und alle Interessierten am 28. Juli um 12 Uhr auf dem Lago-Vorplatz während eines großen Kinderfestes. Damit alle das von Kinderhand gestaltete Riesenkunstwerk bewundern können, sind dann Postkarten mit dem Busmotiv erhältlich - für die Kinder auch eine Erinnerung, da der Kunstbus nur einige Monate durch die Stadt fahren wird.

Ein Wettbewerb, sagt Herrmann, soll die Malaktion bewusst nicht sein: Wer sollte über die Qualität der Kinderarbeiten urteilen? Zudem solle kein Leistungsdruck entstehen, so der Lago-Manager. Auf die Woche mit vielen Kindern im Haus freut er sich natürlich nicht nur, weil er etwas für Familien übrig hat: "Für uns hat die Aktion natürlich auch einen werblichen Aspekt", räumt Herrmann ein. Da lohnt sich dann offenbar auch der Aufwand, einen ganzen Stadtbus neu gestalten zu lassen - immerhin soll er das größte rollende Kunstwerk in der ganzen Region werden. Quelle: Südkurier

Konstanz: Thurbo sieht Potenzial

Die Schweizer Regionalbahn Thurbo hat auch bei Nachtschwärmern, Festbesuchern und Ausflüglern ein Superimage - nur die Konstanzer merken davon nichts.


Das ist das Ergebnis einer Studie der Universitäten Konstanz und Basel. Thurbo-Chef Ernst Boos will nun einen besseren Abendverkehr von und nach Konstanz prüfen.

Für die Studie waren 5000 Menschen an Thurbo-Strecken in der Schweiz und in Konstanz befragt worden. Die Grenze spiegelt sich in den Ergebnissen wieder: So nutzen über die Hälfte der Schweizer Befragten den Zug, wenn sie abends ausgehen oder Feste besuchen. Mit einer Ausnahme: "Die Schweizer fahren nicht mit der Bahn nach Konstanz, da nutzen sie überwiegend den eigenen Wagen", sagte Professor Friedrich Rosenkranz. Grund sei wohl die schlechte Anbindung. Auch eine fehlende Abstimmung mit dem Bus sei genannt worden.

Thurbo-Geschäftsführer Boos räumte ein, im Vergleich zum dichten Fahrplan am Tag sei das Angebot in Konstanz am Abend schwach. "Es gibt erste Projekte, dies zu verbessern", sagte er. Es sei noch zu früh für Details. Aber das Potential sei erkannt. Die Befragten nannten in der Studie Konstanz als viertwichtigste Ausgehstadt nach St. Gallen, Zürich und Winterthur. Ein Drittel der Schweizer im Thurbo-Gebiet zieht es nach der Studie abends auch einmal über die Grenze nach Konstanz.

Trotz der Autofahrten nach Konstanz: Die Studie zeigt, dass Schweizer die Bahn grundsätzlich in der Freizeit als Verkehrsmittel akzeptieren. Der Thurbo-Nightliner für Nachtschwärmer wurde von 20 Prozent der Befragten in der Schweiz genutzt. In Konstanz gaben dies nur sieben Prozent an. Auch die Schweizer Thurbo-Fahrten zu Ausflugszielen oder Großereignissen sind jenseits der Grenze kaum bekannt. "Die Konstanzer Bevölkerung wird bisher sehr wenig beworben", heißt es in der Studie. Sie empfiehlt der Bahn, sich bekannter zu machen. Die Stadt Konstanz mache zehn Prozent des Kundenpotentials für Thurbo aus, der Kreis Konstanz 20 Prozent. Wichtig sei, Konstanzer für Veranstaltungen in der Schweiz zu gewinnen. Die besten Wege seien Zeitungsanzeigen, Internet und Tipps von Freunden.

Am 580 Kilometer langen Thurbo-Netz wohnen knapp 900'000 Menschen. Jedes Jahr befördert die Bahn 23 Millionen Fahrgäste. Die Studie sollte zeigen, ob und wie die Thurbo AG auch als Bahn für Freizeit- und Nachleben wahrgenommen wird. Top-Ereignisse am Netz von Thurbo sind laut Umfrage mit weitem Abstand das Seenachtfest in Konstanz und Kreuzlingen sowie die Verbrauchermesse Olma und das Openair in St. Gallen.

Die Studie entstand im Rahmen eines Seminars, an dem zwölf Studenten aus Basel und drei aus Konstanz teilnahmen. Rosenkranz hatte ähnliche Projekte für die Schweizer Bundesbahn und die Deutsche Bahn umgesetzt. "Die Befragten sehen die Thurbo sehr positiv", sagte der Professor. Die Werte seien besser als branchenüblich. Quelle: Südkurier