7. Juli 2007

Neue T14 mit einer neuen Linienführung

Aktionsplakat aus der letzten Abstimmung 2005, Bild SVP Thurgau, Resultat Kanton >, Resultat von der Umfahrung Kreuzlingen >

Im Jahr 2010 soll das Thurgauervolk erneut über die T14 abstimmen. Die Raumplanungskommission baut auf eine Hochleistungsstrasse – mit neuer Linienführung.

Frauenfeld
«Jetzt können wir die Katze aus dem Sack lassen»: Fast zwei Jahre nach dem Volksnein zur T14 stellte CVP-Kantonsrat Armin Eugster als Präsident der grossrätlichen Raumplanungskommission gestern Donnerstag 6. Juni 2007 ihre Lösung vor: Gemeinsam erarbeiteten Kommissionsmitglieder und Tiefbauamt das Projekt, das allerdings nur zu einem kleinen Teil auf dem bestehenden Strassentrassee beruht. Mit neun bürgerlichen zu drei Stimmen von SP und Grünen spricht sich die Kommission für eine neue Hochleistungsstrasse von Bonau nach Arbon aus. Das jetzige Projekt mit neuer Linienführung sei die optimalste Lösung und beruhe wenigstens von Bonau bis Märstetten auf dem bestehenden Trassee, betonten Eugster und Regierungspräsident Hans Peter Ruprecht.

Strasse näher an den Orten
Zwischen Märstetten und Weinfelden soll sie südlich der Bahn verlaufen, dann nordwärts in einen Ottenbergtunnel münden und dann ortsnah nördlich von Bürglen bis Erlen führen (siehe Karten). Bis Amriswil läuft die Strecke der Bahn entlang, der Ort wird ortsnah nördlich umfahren, um dann der Bahnlinie zum Industriegebiet Romanshorn zu folgen. Dort wird die neue T14 südöstlich zum Anschluss Arbon West geführt.

Die Kommission habe alle Vorschläge geprüft, auch die der T14-Gegner, erklärte Eugster. Die Mehrheit habe aber realisiert, dass es sich nur um Vorstellungen und nicht um Lösungen handle. Die Tieferlegung bestehender Strassen sei baulich viel zu aufwendig und kompliziert. Und mit der Trennung von Langsam- und Schnellverkehr würden bestehende Strassen doppelt so breit, was in den Orten nicht machbar sei.

Um den Schnell- konsequent vom Langsamverkehr zu trennen, brauche es daher eine Hochleistungsstrasse ohne Kreuzungen und mit niveaufreien Anschlüssen – auch um die Sicherheit zu gewährleisten, ergänzte Kantonsingenieur Andy Heller. Zudem seien Leistungsfähigkeit und Transportqualität bei einer Hochleistungsstrasse besser. Die neue T14 soll zweispurig sein, in etwa der Umfahrung Arbon entsprechen und ein Tempo von 80 bis 100 Stundenkilometern ermöglichen.

Deutliche Entlastung
Die Entlastungswirkung sei so und mit der siedlungsnahen Variante wesentlich grösser und liege zwischen 50 und 90 Prozent, so Heller und Eugster. Auf der T14 sollen zwischen Weinfelden und Amriswil rund 10 000 Autos und zwischen Amriswil und Arbon 20 000 Autos täglich verkehren, wodurch auch die Seestrasse um einen Drittel entlastet werde. Einzig Langrickenbach müsse eine Mehrbelastung und 6400 Fahrzeuge pro Tag gewärtigen.

Die Regierung wird die T14-Botschaft mit dem überarbeiteten Richtplan dem Grossen Rat unterbreiten, der 2008 entscheiden dürfte. 2010 soll das Volk abstimmen, weil bis dann die Finanzierung geklärt sei (siehe nachfolgend). Im besten Fall könne man 2014 mit dem Bau beginnen.

T14 soll 800 Millionen kosten
Bei der ersten Vorlage ging der Kanton von 500 bis 600 Millionen Franken aus, die neue T14 soll nun rund 800 Millionen Franken kosten. Die Strasse sei nicht viel teurer, vielmehr habe das Tiefbauamt alle flankierenden Massnahmen einberechnet, versicherte Baudirektor Hans Peter Ruprecht.

Die Regierung will das Projekt 2010 vorlegen, dann soll feststehen, ob der Bund die T14 oder die T13 am See in sein Grundnetz aufnimmt. Falls die T14 nur im Ergänzungsnetz figuriert, gäbe es lediglich Globalbeiträge des Bundes. Ruprecht hofft aber, dass die T14 vom Agglomerationsprogramm des Bundes profitieren kann. Der Bund werde einen Drittel bis die Hälfte der Kosten tragen, den Rest soll der Thurgau aus den 60 Millionen Franken finanzieren, die er jährlich an Strassenabgaben einnimmt. Die Gemeinden sollen nichts zahlen.

Quelle: Thurgauerzeitung

Kreuzlingen mit Seestrasse nach Romanshorn vergessen?
Der immer stärker werdende Verkehr ab dem neuen Hauptzoll müsste durch den Girsbergtunnel über den Kreisel oberhalb Kreuzlingen mit einer Umfahrungsstrasse in diese neue T14 geführt werden und nicht wieder in die Hauptstrasse 13 irgendwo beim Spital Münsterlingen. Wenn dies nicht gelöst wird, hat auch diese Variante vor dem Volk keine Chance! "Die T13 lässt grüssen". (Anmerkung sgbodensee.ch)