21. August 2007

Singen: Mit Sangesfreude an der "Schöpfung" mitwirken

Dirigent Heinz Bucher und der Bodensee-Madrigalchor laden Gastsänger zur Vorbereitung und Aufführung des Oratoriums „Die Schöpfung“ ein. Eine erste „Schnupperprobe“ findet am Samstag, 8. September, um 9.30 Uhr im Walburgissaal auf der Musikinsel Singen (Jugendmusikschule) statt.

Gastsänger sind am 8. September zur „Schnupperprobe“ für Haydn-Oratorium eingeladen

Singen – Nach dem gewaltigen Erfolg des Opernchor-Konzerts auf dem Hohentwiel mit 140 Sängerinnen und Sängern wird nun in Singen ein weiteres großes Chor-Ereignis vorbereitet. Bei einem Festkonzert am Ostersonntag, 23. März 2008, wird ein Projektchor, bestehend aus dem Bodensee-Madrigalchor und Gästen, mit international renommierten Solisten und der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz unter der Leitung des bekannten Dirigenten Heinz Bucher „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn in der Stadthalle Singen aufführen. Zur Mitwirkung eingeladen sind erneut sangesfreudige Menschen, ob sie bereits in einem Chor engagiert sind oder nicht. Heinz Bucher wird das Werk am Samstag, 8. September, um 9.30 Uhr im Walburgissaal auf der Musikinsel Singen (Jugendmusikschule) vorstellen und eine erste „Schnupperprobe“ anbieten.

Der Bodensee-Madrigalchor wird die gesangliche Basis mit rund 60 Sängern stellen. In ähnlicher Zahl sind Gastsänger eingeladen. Bei der Projektvorstellung und „Schnupperprobe“ am 8. September werden die Interessierten einige Passagen aus dem Klavierauszug erhalten. Heinz Bucher wird darstellen, was von den Choristen und ihm als Dirigent erwartet wird sowie den Probenplan erläutern. Voraussichtlich wird samstags von 9.30 bis 12.30 Uhr im Walburgissaal in Singen geprobt, dieses Jahr noch im 14-tägigen Rhythmus, mit Beginn des kommenden Jahres häufiger. Geplant sind auch ein bis zwei Probenwochenenden. Zur privaten Vor- und Nacharbeit wird eine CD angeboten.

„‘Die Schöpfung‘ von Joseph Haydn ist ein äußerst populäres Werk von gleichzeitig höchster kompositorischer Qualität und somit für jeden Chorsänger besonders reizvoll“, betont Heinz Bucher. „Es biedert sich nicht an, ist aber trotzdem für jedermann verständlich.“ Der Bodensee-Madrigalchor hat das Oratorium seit seiner Gründung 1969 in immer wieder wechselnder Besetzung mehrfach aufgeführt. „Die letzte Aufführung liegt nun aber schon Jahre zurück“ erläutert Heinz Bucher. „Wir möchten wirklich jeden einladen, der Freude am Gesang hat und an solch einem großen Konzert mitwirken möchte.“ Heinz Bucher leitet den Bodensee-Madrigalchor seit 35 Jahren.

Das Oratorium „Die Schöpfung“ bringt den inneren Reichtum des Menschen Joseph Haydn(1732-1809), die Größe seiner Kunst und ihren Grundzug genialer Natürlichkeit so stark zum Ausdruck wie keine andere seiner zahlreichen Kompositionen. Das Licht, das aus dem Dunkel bricht, die aus dem Chaos geborene Ordnung, die Liebe Gottes zu den Menschen, die zur Liebe zwischen den Menschen führt und damit zum Frieden, all das hat die Hörer immer wieder zu diesem Werk hingezogen. In allen dunklen Zeiten haben sich Menschen an der Hoffnung aufgerichtet, die hier Musik geworden ist.

Haydn schrieb diese Musik in den Jahren nach der Französischen Revolution und während der Wirren der Koalitionskriege. 1798 war die Uraufführung. Die drei Quellen des Textes sind das Buch Genesis sowie die Psalmen der Bibel und John Miltons 1667 veröffentlichtes Episches Gedicht „Das Verlorene Paradies“. Haydns Oratorium wurde 1800 mit deutschem und englischem Text veröffentlicht und wird heute noch in beiden Sprachen aufgeführt.

Das Projekt zur Aufführung des Haydn-Oratoriums am Ostersonntag 2008 wird von der Stadt Singen unterstützt und in deren Auftrag von Kultur und Tourismus Singen (KTS) organisiert. Dort gibt es auch weitere Auskünfte unter der Telefonnummer 0049 (0)7731 85-241. „Wir erwarten, dass auch dieses Konzert ein großes kulturelles und gesellschaftliches Ereignis für Singen und die Region wird“, meint KTS-Geschäftsführer Walter Möll.

Romanshorn: «Es war eine Bieridee»

20 Jahre Singing Sailors' Crew Romanshorn – ein Blick zurück mit Gründungsmitglied Markus Studerus

Um einem Abendprogramm eine spezielle Note zu verleihen, übten neun Segelsportler 1987 in einer Werfthalle Shanty-Lieder ein. Markus Studerus über den nachfolgenden Auftritt, die ersten 500 Franken in der Kasse und die Entwicklung des Vereins.

Daniel Walt, Thurgauer Tagblatt

«Es ist eine Mischung zwischen Nervosität und Vorfreude.» Mit diesen Worten beschreibt der 50-jährige Markus Studerus aus Uttwil seine Gefühle vor dem grossen Shanty-Festival vom kommenden Samstag in Romanshorn (siehe auch Kasten). Organisiert wird der Anlass von der Singing Sailors' Crew Romanshorn. Dies aus Anlass ihres 20-Jahr-Jubiläums.

Eine Werfthalle in Romanshorn im Jahr 1987: Neun Vorstandsmitglieder des örtlichen Segelsportclubs, darunter auch Markus Studerus, üben alte Arbeitslieder der Seemänner aus dem 19. Jahrhundert, Shanties genannt, ein. Ihr Ziel: Sie wollen den Besuchern des alljährlichen Seglerabends etwas Spezielles bieten. «Es war eine Bieridee», schmunzelt Markus Studerus rückblickend und fügt, fast schon entschuldigend, an, der Vorstand sei halt jung, unverbraucht und enthusiastisch gewesen. Am 12. Dezember 1987 war der grosse Moment dann da: Vor rund 100 Personen aus dem Segelsportclub präsentierten die neun Vorstandsmitglieder im «Thurgauerhof» in Weinfelden Titel wie «Hamburger Veermaster», «Rolling Home» oder «Shenandoh». Markus Studerus begleitete die Formation mit einem Tenorhorn. «Ich hatte eigentlich das Gefühl, dass wir etwas Gutes machten. Aber das Tenorhorn passte sicher nicht, heute wäre das zu diesen Liedern wie eine Faust aufs Auge», blickt Studerus zurück.

Trotzdem: Der rund 20-minütige Auftritt der singenden Vorstandsmitglieder gefiel den Zuhörern allem Anschein nach. «Jemand steckte uns sogar 500 Franken zu, weil wir sein Lieblingslied gesungen hatten», erinnert sich Markus Studerus. Und auch die Sänger selbst hatten Blut geleckt: An der nächsten Vorstandssitzung wurde sodann beschlossen, dass es nicht bei diesem einen Auftritt bleiben solle. Die Mehrheit der Vorstandsmitglieder blieb dem Shanty-Singen in der Folge treu. Mehr noch: Innert zweier Jahre hatte der Chor bereits die stattliche Grösse von 25 Sängern erreicht. Sangen die Romanshorner zunächst noch als lose Vereinigung, folgte am 9. Dezember 1994 die Vereinsgründung. Zweck: Die Pflege des maritimen Liedgutes aus dem 19. Jahrhundert.

Aktuell zählt die Singing Sailors' Crew rund 30 Sänger. Dazu kommen einige Vereinsmitglieder, die nicht mehr aktiv singen. «Wir waren immer um die 30 Sänger», blickt Markus Studerus zurück. Der Unterschied von früher zu heute sei einfach, dass der Chor insgesamt jetzt um einiges älter sei – «ich bin mit 50 Jahren noch einer der Jüngeren», so Studerus. Deshalb unternehmen die Vereinsmitglieder auch Anstrengungen, jüngere Sänger zu finden.

Welche Voraussetzungen müssen Neumitglieder für eine Aufnahme bei den singenden Seebären erfüllen? «Freude am Singen müssen sie haben und in irgendeiner Art mit dem Wasser verbunden sein», antwortet Markus Studerus. Die neu Eintretenden erwartet ein Vereinsleben, das durch die alle zwei Wochen stattfindenden Proben in Altnau, den Chlausabend sowie eine einmal jährlich organisierte Ausfahrt mit Schiffen geprägt ist. Pro Jahr tritt die Singing Sailors' Crew im Übrigen rund sechs Mal auf, und zwar vorwiegend im Thurgau: an Geburtstagen, Firmenanlässen oder Festen. «Die Singing Sailors' Crew ist für mich wie eine Familie, ich habe dort gute und liebe Kollegen gefunden», hält Markus Studerus abschliessend fest. Zudem sei das Singen für ihn eine Therapie vom Alltagsstress.


Shanty-Festival am Samstag

Aus Anlass des 20. Geburtstags der Singing Sailors' Crew organisiert der Chor am kommenden Samstag, 25. August, ein Shanty-Festival auf der Romanshorner Seeparkwiese. Zu Gast sind 20 Shanty-Chöre, unter anderem aus Norwegen, Frankreich, Polen, England, Kanada oder Neuseeland. Das Programm beginnt um 12 Uhr.

Shanty-Interpretationen aus der ganzen Welt können Interessierte am Samstagmittag auch auf den Schiffen der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft erleben. Dies auf folgenden Kursen: Romanshorn–Rorschach (Abfahrt 11.40), Rorschach– Romanshorn (12.55), Kreuzlingen–Romanshorn (12.25), Fähre Friedrichshafen–Romanshorn (10.41 und 12.41) sowie Fähre Romanshorn–Friedrichshafen (11.36).

20. August 2007

Uni St. Gallen: Die Schweiz im internationalen Steuerwettbewerb

17. FEW-Tagung mit hochkarätigen Referenten im Weiterbildungszentrum der Universität St.Gallen

Das Thema Steuern beschäftigt derzeit Öffentlichkeit, Politik und Medien. Grundsatzfragen werden diskutiert, wichtige Weichenstellungen stehen an. Die 17. FEW-Tagung mit dem Titel «Die Schweiz im internationalen Steuerwettbewerb» vom Freitag, 31. August 2007, geht diesem kontroversen Thema auf den Grund.

Als Referenten konnten u.a. Bundesrat Hans-Rudolf Merz, Hans Eichel (Bundesfinanzminister a.D.), Friedrich Merz (Mitglied des Deutschen Bundestags), Prof. Dr. Bernd Schips (ehemaliger Leiter KOF-ETHZ) und Nationalrat Gerold Bührer (Präsident Economiesuisse) gewonnen werden. Bitte beachten Sie hierzu das detaillierte Tagungsprogramm in der Beilage.

Die Tagung ist ab 16.45 Uhr öffentlich. Programm >

Beat Bechtold, lic. rer. publ. HSG, Pressesprecher FEW-HSG

Singen: Packende Song-Übersetzungen zur Original-Musik

Carola von Grot und Ronald Spiess präsentieren bei „Live Lyrix“ von SWR3 am Donnerstag, 4. Oktober, um 20 Uhr in der Stadthalle Singen packende Song-Übersetzungen zur Original-Musik, Foto: Kultur & Tourismus Singen GmbH

Neu im Programm der Stadthalle Singen: „Live Lyrix“ von SWR3 am 4. Oktober

Singen - SWR3 bringt Radio auf die Bühne der neuen Stadthalle Singen. Am Donnerstag, 4. Oktober, gastiert dort um 20 Uhr die "Live-Lyrix"-Tour. Viele Bands haben packende Songtexte in ihrem Repertoire. Im Radio rauschen die Zeilen meistens einfach am Hörer vorbei. Die Schauspieler Carola von Grot und Ronald Spiess packen diese „Perlen der Popmusik“ bei "Live Lyrix" von SWR3 aus und tragen auf der Bühne die fesselnden Songübersetzungen vor. Im Hintergrund dazu läuft leise die Original-Musik. Nahtlos daran knüpft der Song in voller Länge an.

Auf der Bühne: Kerzenleuchter und große bunte Farbwürfel, die ihr Licht mit der Dramatik der Textzeilen verändern. SWR3-Redakteure illustrieren die Songs und versuchen, ein Hörerlebnis auf der Theaterbühne zum Seherlebnis zu machen. Wer will, kann einfach die Augen schließen, sich zurücklehnen und den Worten der Schauspieler und der Musik lauschen.
Ob Klassiker von Lionel Richie, Hits von Madonna und „Coldplay“, Balladen von Ronan Keating und „Jewel“ oder neue Songs von James Morrison und „The Feeling“: Carola von Grot und Ronald Spiess beweisen, dass in Popsongs viel Tiefe und Emotionen und manchmal auch jede Menge Humor stecken kann.

Karten gibt es für 19,50 Euro (SWR3-Club-Mitglieder 17,00 Euro) im Vorverkauf bei:
Kultur & Tourismus Singen, Marktpassage, August-Ruf-Straße 13, Telefon 0049 (0)7731 85-262, ticketing.stadthalle@singen.de

Kinderfest Konstanz-Kreuzlingen wieder mit Flohmarkt

Schulferien - Zeit die Zimmer zu räumen für den Flohmarkt von und für Kinder beim Kinderfest Konstanz-Kreuzlingen im Stadtgarten am 8. September, von 11 bis 17 Uhr.

Auf dem ausgeschilderten Areal rechts und links vom Stadtgarten-Spielplatz haben Kinder bis 14 Jahre die Gelegenheit, Spielsachen, Bücher, Comics, Spiele, Räder, Skates etc. zu verkaufen. Stände/Tische oder Decken müssen die Kinder selbst mitbringen. Die Teilnahme ist kostenlos, Gebühren werden nicht erhoben. Reservierungen werden nicht vorgenommen: Wer zuerst kommt, sucht sich seinen Standort selbst aus.

Der Aufbau erfolgt zwischen 10 und 10.30 Uhr. Die Aufsichtspflicht liegt bei den Eltern.

Für weitere Auskünfte steht Christiane Jungfer-Hübner vom Stadtmarketing Konstanz unter Tel. 0049 (0)7531 28248-16 oder huebnerC@stadtmarketing.konstanz.de zur Verfügung. Siehe auch www.stadtmarketing.konstanz.de.

Happy Hour zur Ausstellung "Liebe, Lust & Leid"

Donnerstag, den 23. August um 19 Uhr in der Städtischen Wessenberg-Galerie

Zur Ausstellung ,,Liebe, Lust und Leid - Starke Gefühle in der Kunst", die derzeit in der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz zu sehen ist, bietet Galerieleiterin Barbara Stark am Donnerstag, den 23. August um 19 Uhr für einen zahlenmäßig begrenzten Teilnehmerkreis eine besondere Führung an. Zur Einstimmung erhält jeder Gast einen Aperitif.

Wer Interesse an dieser besonderen Aktion hat, sollte sich telefonisch anmelden unter 0049 (0)7531 900 376 oder mail an: BenkoeU@stadt.konstanz.de.

Konstanz: Führung zur Ausstellung "Türme Tore Wassergraben"

Dienstag, den 21. August um 16.30 Uhr im Rosgartenmuseum.

Konstanz, eine befestigte Stadt mit Wallgraben und Wehrtürmen? Bis Mitte des 19. Jahrhunderts ragten fast 30 Tore und Türme über die äußere Umfassungsmauer der wehrhaften Stadt am Bodensee. Als die Wehranlagen von der Technik der Kriegskunst längst überholt waren, brach man die Bollwerke im 19. Jahrhundert ab. Nur wenige Türme haben den Aufbruch in die Moderne überlebt, der Rheintor- und Pulverturm und das Schnetztor. In der Sonderausstellung des Rosgartenmuseums ,,Tüme, Tore, Wassergraben" wird Peter Wollkopf, Archäologe, in einer Führung am Dienstag, den 21. August um 16.30 Uhr anhand von eindrucksvollen Zeichnungen und Gemälden das alte Konstanz vor Augen führen. Ergänzt wird die Schau durch Kampfwaffen und Rüstungen der Vorfahren, eine alte Stadtkanone, die Glocke aus dem Schlachttor und andere Kuriosa.

17. August 2007

Singen: Bühnen-Show zeigt alle Möglichkeiten

Mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 16. September, von 9 bis 19 Uhr präsentiert die Stadt Singen ihre neue Stadthalle.

Tag der offenen Tür der neuen Stadthalle Singen am Sonntag, 16. September, von 9 bis 19 Uhr

Großes Fest mit Unterhaltungsprogramm auf dem Hohgarten

Singen - Zum Tag der offenen Tür der neuen Stadthalle und zum großen Eröffnungsfest auf dem Hohgarten-Platz davor lädt die Stadt Singen am Sonntag, 16. September, von 9 bis 19 Uhr. Bei ihren Rundgängen können die Besucher auch ein Showprogramm auf der Stadthallen-Bühne erleben. Es wird an diesem Tag neun Mal aufgeführt und zeigt alle technischen Möglichkeiten des neuen Veranstaltungszentrums. Viel Unterhaltung wird auch ganztägig auf dem Hohgarten geboten. Für die Bewirtung im angebauten Zelt auf dem neuen Rathausplatz sorgt die Betriebsgesellschaft Rastanlagen im Hegau als Caterer der neuen Stadthalle. Rundgänge sind laufend möglich.

„Das große Ereignis wird von vielen lange erwartet. Wir freuen uns auf Gäste aus der gesamten Region zu unserem fröhlichen Fest“, sagt Walter Möll, Geschäftsführer der Kultur und Tourismus Singen GmbH. Die städtische Gesellschaft baute und betreibt die neue Stadthalle Singen.

In rund 28 Monaten Bauzeit entstand mit der Stadthalle Singen das modernste Veranstaltungszentrum zwischen Schwarzwald und Bodensee. Die Stadthalle Singen ist für alle nur denkbaren Anlässe perfekt gerüstet: Oper und Theater, Rock-, Pop- und Klassik-Konzerte, Kongresse und Seminare, Messen und Produktpräsentationen. Die Stadthalle Singen verfügt über einen teilbaren großen Saal mit Empore, mehrere Foyers sowie fünf auch gemeinsam nutzbare Seminar- und Tagungsräume. Saal und Empore bieten bis zu 1200 Sitzplätze. Die Hubpodien-Technik der Stadthalle Singen stuft bei Bühnenaufführungen den Zuschauerraum. Sie kann aber auch für 1900 Quadratmeter Präsentationsfläche auf einer Ebene sorgen. Das kommt bei Messeveranstaltern bereits sehr gut an. Die Ausstattung der 200 Quadratmeter großen Bühne mit ihrem Orchestergraben lässt aufwändige Produktionen zu. „Die Singener Kultur wird nun in einer höheren Liga spielen“, betont Walter Möll.

Was Bühne und Stadthallen-Technik leisten können, das wird beim Tag der offenen Tür die Show von der Agentur Top-Form Engen demonstrieren. Die Models und Künstler der Agentur zeigen auch die ganze Bandbreite des künftigen Programms in der Stadthalle: Konzerte von klassisch bis volkstümlich, Theater, Tanz, Shows, bis hin zu Tagungen. Eine besondere Attraktion ist Artistik am Vertikaltuch. Die Show wird von Stefan Frech mit garantiert frechem Charme moderiert und dauert rund 30 Minuten. 1200 Besucher können sie jeweils gleichzeitig im Thüga-Saal erleben.

Um 9.30 Uhr wird Oberbürgermeister Oliver Ehret die Gäste begrüßen. Um 10 Uhr ist Programmstart auf den Bühnen innen und außen. Auf dem Hohgarten macht die Band „Sixty6“ den Auftakt. Ab 13 Uhr spielt das Blasorchester der Stadt Singen unter der Leitung von Siegfried Worch und ab 15 Uhr die Dieter-Rühland-Band. Dazwischen gibt es Show-Einlagen mit Musical-Potpourris von „Bliems Bunter Bühne“. Radio Seefunk führt durchs Programm auf der Außenbühne. Der Konstanzer Radiosender, der Südkurier und die Sparkasse Singen-Radolfzell werden auch für Kinderunterhaltung und Gewinnspiele sorgen. Die Sparkasse lädt am Tag der offenen Tür zum Ballon-Wettflug ein. Die Preise sind fünf Reisegutscheine im Gesamtwert von 2.000 Euro. Ein kirchliches Abendlob mit Jugendchor wird die Feier beschließen.

Der Start der regulären Veranstaltungen in der Stadthalle Singen ist am Freitag, 21. September, und am Samstag, 22. September, jeweils ab 20.30 Uhr mit Modeschauen und anschließenden Parties des Singener Modehauses Heikorn. Das städtische Kulturprogramm beginnt am Samstag, 29. September, um 20 Uhr mit dem Gastspiel der Jazz-Dance-Company des japanischen Star-Tänzers und Choreographen Masashi Mishiro. Ein weiterer Programmhöhepunkt folgt bereits am Dienstag, 2. Oktober, um 20 Uhr mit der irischen Show „The Magical Dance of Ireland“.

Unter der Adresse http://www.stadthalle-singen.de/ gibt es im Internet stets aktuelle Informationen über das Veranstaltungsangebot.

16. August 2007

Radolfzell: Vivathon – der Radolfzeller Halbmarathon

Vivathon – der Radolfzeller Halbmarathon mit großer Streckenführung am See . Jetzt Trainieren für einen fitten Start in den Herbst.

Freunde des Laufsports haben sich den 23. September 2007 bereits für den Radolfzeller Halbmarathon mit der reizvollen Strecke über die Halbinsel Mettnau vorgemerkt. Ob gesundheitsbewusste Einzelläufer, gemeinsam trainierende Laufgruppen, Betriebssportgruppen und Vereine oder motivierte Freizeitläufer und Nordic-Walking-Sportler – beim Vivathon findet jede und jeder die passende Herausforderung. Nicht von ungefähr verläuft die Strecke über das idyllische, auch von der bekannten Mettnaukur genutzte Areal, auf dem so mancher Kurgast gemäß dem Motto „Heilung durch Bewegung“ seine Runden dreht. Turnverein und Lauftreff Radolfzell als Ausrichter sehen den Halbmarathon ebenfalls als Gesundheitslauf und bewusste Vorbereitung zur Fitness in der kühleren Jahreszeit. Aus den früheren Läufen wissen sie, dass für alle Sportler auch der Spaß am gemeinsamen Wettkampf und die schöne Streckenführung eine große Rolle spielen.

Der Vivathon startet um 10.30 Uhr. Einzelläufer/innen bewältigen dabei die Halbmarathonstrecke von 21 Kilometer, Staffeln teilen sich Etappen von drei mal sieben Kilometer. Walking- und Nordic Walkingfreunde wählen zwischen einer Runde von sieben oder zwei Runden mit 14 Kilometern. Start, Staffelwechsel und Zieleinlauf ist jeweils am Tagungs- und Kulturzentrum Milchwerk (TKM) in Radolfzell, wo sich auch die Umkleide- und Duschmöglichkeiten befinden. Für das leibliche Wohl sorgen die ausrichtenden Vereine. Die Wertung erfolgt in den für den Halbmarathon üblichen Kategorien. Die sportlichen Preisträger erhalten dank zahlreicher Sponsoren auch in diesem Jahr zur Urkunde attraktive Sachpreise.

Wer sich schon einmal über die Laufstrecke orientieren möchte, findet unter http://www.viv-activa.de/ über „vivathon“ eine aufschlussreiche Luftaufnahme. Weitere Details sowie der Flyer mit dem Anmeldekupon sind hier ebenfalls als Download verfügbar. Firmensportgruppen, Vereine, Gruppen und Einzelsportler sollten sich bis zum 17. September 2007 beim Tagungs- & Kulturzentrum Milchwerk, Güttinger Str. 19, D-78315 Radolfzell, schriftlich (Fax 0049 (0)7732 58947, info@viv-activa.de) oder telefonisch 0049 (0)7732 81360 anmelden.

Programm:

Sonntag, 23. September 2007

Ort: Tagungs- & Kulturzentrum Milchwerk, Güttinger Str. 19, D-78315 Radolfzell

Start: 10.30 Uhr

gegen 11.45 Uhr Zieleinlauf der ersten Preisträger

gegen 14.00 Uhr Siegerehrung in den einzelnen Kategorien mit Gelegenheit zu anschließenden Interviews usw.

15. August 2007

Pappies - Portraits auf Pappe - Ausstellung mit Arbeiten von Ute Kledt

Vom 17. August bis zum 23. September ist die Ausstellung "Pappies-Portraits auf Pappe" im Kulturzentrum am Münster, im Gewölbekeller zu sehen.

,,Pappies" nennt die Künstlerin Ute Kledt die Portraits, die sie auf ungewöhnliche Bildträger bannt - auf Pappschälchen. Diese fristen im Allgemeinen ein Schattendasein als Trägermaterial für Currywurst und Kuchen. Auch bei Ute Kledt dienen sie als Transportmedium, jedoch nicht für triviales Fastfood, sondern für Kunstgenuss, Farbenrausch und Verfremdung.

Die Idee zu den Portraits auf Pappe entstand während eines dreimonatigen Stipendiums in der Bretagne: "Plötzlich war die Idee da. Ein leichter portabler Untergrund, eine Leere, die danach rief, ausgefüllt zu werden" - so die Künstlerin. In der Folge füllte Ute Kledt nicht Skizzenblätter und Blöcke mit den neu gewonnen Eindrücken sondern zweckentfremdete die kleinen bekannten Pappteller als Bildträger. Portraitreihen aus satten Acrylfarben entstanden; einzelne Gesichter, Charaktere, verweben sich seither zu einem Teppich aus Individuen. Mehr als 250 ,,Pappies" umfasst die Collektion heute. Jedes Portrait ist jedoch für sich selbst abgeschlossen, kann vollständig für sich selbst sprechen, sich selbst einrahmen in der barocken Prägung der bekannten Riefen und Wellen. Zusammen wirken die ,,Pappies" wie eine Ahnengalerie, ein buntes Patchwork von Persönlichkeiten. Auf den Fastfood-Deckeln verlieren die Portraits jedoch ihre ursprünglich traditionelle Intention. ,,Das Festhalten für die Nachwelt, die augenfällige Aufnahme in die Familiendynastie, gewinnt auf den kleinen Barockrahmen etwas Flüchtiges" - so Ute Kledt. Damit stehen die kleinen Portraits auch für die Schnellebigkeit unserer Biografien.

Zur Vernissage der Ausstellung am Donnerstag, den 16. August um 21 Uhr im Gewölbekeller, Kulturzentrum am Münster, sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen. Die musikalische Umrahmung übernimmt Notker Homburger; die Laudatio hält Andreas Dombek.

Kulturzentrum der Stadt Konstanz

14. August 2007

Konstanz: Ambrosia-Pflanze auf dem Vormarsch

Aktuelle Mitteilung des Umweltministeriums

Die als hoch allergen eingestufte Ambrosia-Pflanze blüht im August. Die Umweltministerin Baden-Württembergs, Tanja Gönner, appelliert an die Bevölkerung, mitzuhelfen, damit die Pflanze sich nicht weiter ausbreitet.

Umweltministerin Tanja Gönner hat am 10. August in Sigmaringen vor einer weiteren Ausbreitung der ursprünglich aus Nordamerika eingeschleppten 'Ambrosia-Pflanze' gewarnt. Die Pollen der 'Ambrosia artemisiifolia', auch als Traubenkraut oder Beifuß-Ambrosie benannten Pflanze wie auch ihre Pflanzenbestandteile gelten als hoch allergen. "Durch den Klimawandel findet die Pflanze günstigere Bedingungen vor", so Umweltministerin Gönner.
Es steige deshalb die Gefahr, dass die Pflanze, die in südlichen Ländern Europas bereits stark verbreitet ist, auch hierzulande zunehmend heimisch werden könne. Damit sei zu befürchten, dass die Zahl der von einer Allergie betroffenen Menschen im Land weiter steige. Das Übel an der Wurzeln packen: Die in den nächsten Wochen frei gesetzten Pollen sind nicht nur besonders allergen. Sie tragen gleichzeitig zur weiteren Verbreitung der Pflanze bei.

An die Bevölkerung appellierte Gönner deshalb, dabei mitzuhelfen, die weitere Ausbreitung der Pflanze einzudämmen. Aufgefundene Pflanzen sollten mit der Wurzel ausgerissen werden. Dabei müsse ein direkter Hautkontakt unbedingt vermieden werden. Bei der Entfernung blühender Pflanzen wird Augen- und Atemschutz dringend empfohlen. Die Entsorgung der Pflanze muss über die Restmülltonne und nicht über den Kompost oder Biomüll erfolgen.

Größere Vorkommen der Pflanze seien der LUBW - Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg aus dem Gebiet des Oberrheingrabens gemeldet worden. Verantwortlich dafür ist vermutlich die dort milde Witterung.

Das Auftreten des Gewächses in größerer Menge sollte außerdem der LUBW (Postfach 10 01 63, 76231 Karlsruhe, Telefon: 0721/5600-1222, Telefax 0721/5600-1456, E-Mail: Poststelle@lubw.bwl.de) gemeldet werden. Ein vom Umweltministerium und vom Ministerium für Arbeit und Soziales herausgegebenes Faltblatt gibt umfassende Informationen rund um die
Ambrosia-Pflanze und zeigt mögliche gesundheitliche Belastungen sowie wirksame Abwehrmaßnahmen auf.

Das Faltblatt kann im Internet als pdf-Datei heruntergeladen werden: http://www.um.baden-wuerttemberg.de/ oder www.sozialministerium-bw.de/de/Gesundheit/81074.html. Das Faltblatt ist außerdem kostenlos erhältlich bei der LUBW (http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/) sowie beim Landesgesundheitsamt (www.rp-stuttgart.de/servlet/PB/menu/1147354/index.html).

Fotos der Pflanze in verschiedenen Entwicklungsstadien mit weiteren Hinweisen im Internet unter: http://www.ambrosiainfo.de/

Güttingen: Jetzt wird der Kreisel gebaut

In diesen Tagen beginnen in Güttingen an der Hauptkreuzung beim Volg die Bauarbeiten zum neuen Kreisel. Es wird mit einer Bauzeit von 12 bis 15 Wochen gerechnet.

Nachdem die Güttinger an der Gemeindeversammlung vom 14. Mai dem Kredit für den Kreisel an der Volg-Kreuzung im zweiten Anlauf zugestimmt hatten, wird nun wie geplant in diesen Tagen mit den Bauarbeiten unter der Bauherrschaft des Kantons begonnen. Derzeit sind laut Bauleiter Bruno Egger vom Ingenieurbüro Niklaus+Partner AG in Amriswil die nötigen Vorbereitungsarbeiten im Gange. Das Projekt umfasst den Umbau der Kreuzung See-/Bahnhof-/Altnauerstrasse in einen Kreisel mit Durchmessern von 30 beziehungsweise 34 Metern sowie die Anpassung der einmündenden Strassen. Der Ausbau des neuen Kreisels erfolgt grösstenteils im Bereich der bestehenden Kreuzung. Der leicht ovale Kreisel kostet 890 000 Franken, der Gemeindeanteil beträgt 160 000 Franken.

Wie das kantonale Tiefbauamt mitteilt, ist es zur Aufrechterhaltung und zur Bewältigung des Verkehrsaufkommens unumgänglich, den Ausbau des Kreisels in einzelne Bauetappen zu unterteilen. Laut Projektleiter Jürg Schär handelt es sich dabei um drei Bauphasen: Phase 1 betrifft den seeseitigen Teil des Kreisels (mit Hauptstrasse-Fahrspur Richtung Kreuzlingen und Bahnhofstrasse), Phase 2a die Fahrspur der Hauptstrasse Richtung Romanshorn und Einmündung Altnauerstrasse und schliesslich die Phase 2b mit der Zweigung Sommeri-/Altnauerstrasse. Die Bauarbeiten können den Angaben zufolge ohne Lichtsignalregelung ausgeführt werden. Auf der Seestrasse wird der Verkehr zweispurig an der Baustelle vorbeigeführt, die jeweiligen Einfahrten von der Bahnhof- und von der Altnauerstrasse müssen in den entsprechenden Baubereichen vollständig gesperrt werden, wie es seitens des Tiefbauamtes weiter heisst. Für Anwohner, Fussgänger und Radfahrer sei der Zugang, wenn auch erschwert, gewährleistet.

Parallel zu den Strassenarbeiten werden auch verschiedene Werkleitungen der Gemeinde wie Wasser, Gas, EW und Telefon angepasst oder neu verlegt; dem entsprechenden Sanierungskredit von 255 000 Franken stimmten die Güttinger ebenfalls Mitte Mai zu. Insgesamt rechnet das kantonale Tiefbauamt für die Ausführung der Arbeiten am Kreisel mit einer Bauzeit von 12 bis 15 Wochen, die Hauptarbeiten sollten also voraussichtlich Mitte November beendet sein. Im Sommer nächsten Jahres muss dann noch der Deckbelag eingebaut werden, wofür der neue Kreisel für ein bis zwei Tage vollständig gesperrt werden muss.

Die EinsowhnerInnen von Güttingen wurden mit einer entsprechenden Information noch vor den Ferien versorgt.

Konstanz: Kinderführung zu "Feuer & Flamme"

Kinder, die alles über Brandgefahren, Unglücksfälle und wagemutige Feuerwehrleute wissen wollen, können am Donnerstag, 16. August, um 14.30 Uhr an der Kinderführung durch die Ausstellung ,,Feuer & Flamme" im Kulturzentrum am Münster teilnehmen.

Die Schau zum 150. Geburtstag der Konstanzer Feuerwehr zeigt an vielen alten Schaustücken, was das Feuer in mittelalterlichen Städten wie Konstanz schon alles angerichtet hat. Die Kinder können auch selbst aktiv werden: Alte Helme und Einsatzjacken werden ausprobiert, an der Anziehstation geht's fix zu wie bei der Feuerwehr und auf dem Münsterplatz rollen die Kinder das große Sprungtuch aus.

Kinderführung: 1,50 Euro, Anmeldung unter: 0049 (0)7531 900-246

31. Juli 2007

Das Paradies liegt im Thurgau

Wirtschaftliche Chancen und Stärken des Kantons

Regierungspräsident Hans Peter Ruprecht.
Bild: Reto Martin, TG-Tagblatt

Hans Peter Ruprecht, Regierungspräsident
Im Rahmen seiner Richtlinien hat sich der Regierungsrat die grundsätzlichen Leitplanken für die weitere Entwicklung unseres Kantons in der Legislaturperiode 2004 bis 2008 gesetzt. Sämtliche Bereiche der Politik und Verwaltung sind hier einbezogen.

Wettbewerbstauglicher Kanton
Selbstverständlich spielen dabei die Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Kantons eine grosse Rolle. Der Thurgau muss ein attraktiver Standort für die Unternehmen sein und bleiben, um im Wettbewerb auch in Zukunft bestehen zu können. Ziel ist in erster Linie die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen und damit die Generierung von Wohlstand und Einkommen für die Bevölkerung – ein zentraler Faktor eines Staatswesens. Der Kanton braucht eine gutfunktionierende Wirtschaft für die Bereitstellung der öffentlichen Ressourcen und zur Durchführung der öffentlichen Aufgaben. Davon wiederum profitiert auch die Wirtschaft.

Allerdings kann ein Kanton zwar seine Standortqualität in den von der Verfassung zugewiesenen Bereichen steuern. Die Wirtschaft und die Konjunktur kann der Staat jedoch nur wenig bis gar nicht beeinflussen. Er kann aber die Rahmenbedingungen liefern.
Doch wo liegen nun die Chancen unseres Kantons für eine gedeihliche wirtschaftliche Entwicklung? Hier sehe ich insbesondere folgende Bereiche im Vordergrund: die Wirtschaftsstruktur, die Fiskalpolitik, die Verkehrserschliessung, den freien Personenverkehr, die Innovation und die Lebens- und Freizeitqualität im Thurgau. Der Thurgau präsentiert sich strukturell als typischer Standort für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). 88 Prozent der Unternehmen haben weniger als 10 Beschäftigte.

Unternehmen mit Ausstrahlung
Dennoch gibt es eine Reihe von grösseren, insbesondere exportorientierten Firmen, welche die Thurgauer Innovationskraft und Qualität in die ganze Welt hinaus tragen. Auch heute ist der Thurgau immer noch überdurchschnittlich industrialisiert. Über 35% der Beschäftigten sind im zweiten Sektor tätig. Demgegenüber ist der erste Sektor stetig am Abnehmen und macht heute circa 9% aller Beschäftigten aus. Im Thurgau entstehen zu den etwa 15 000 vorhandenen Arbeitsstätten jährlich im Schnitt über 300 neue Unternehmen. Zwischen 2001 und 2005 hat der Thurgau mit 2,7% (CH: 0,7%) ein überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum erzielt. Dieses Wachstum ist auf die positive Entwicklung der Dienstleistungen zurückzuführen. Mit seinen knappen Raumressourcen wäre der Thurgau ein idealer Standort für wenig flächenintensive Dienstleistungsbranchen. Aber auch die Bauwirtschaft und das Gesundheitswesen sind im Thurgau bedeutende Branchen.

Unabhängiger durch Diversifikation
Die hohe Diversifikation des Thurgaus hat ihn in schwierigeren Zeiten stets etwas unabhängiger von den allgemeinen Entwicklungen im konjunkturellen Auf und Ab gemacht. Wir haben keine «Klumpenrisiken», von denen die ganze wirtschaftliche Kraft abhängig ist. Umgekehrt haben wir aber auch keine «Klumpenchancen» und sind für die allgemein um sich greifenden Clusterstrategien der Entwicklungstheoretiker eher wenig geeignet. Der Thurgau ist eine gute Mischung. Und diese Chance eines gesunden Branchenmixes soll auch weiterhin erhalten bleiben.

Die Fiskalpolitik ist im Thurgau ein weiteres wichtiges Thema. Der Thurgau soll auch in Zukunft unter den Besten in Bezug auf die Steuerbelastung von Privatpersonen und Unternehmen sein. Dieses Ziel ist, was die Unternehmensbesteuerung angeht, zwischenzeitlich gelungen. Doch ist der Wettbewerb der Standorte nicht zu unterschätzen. Es sind auch weiterhin Verbesserungen im steuerlichen Bereich notwendig. Ergänzend zu den Verbesserungen der Steuerbelastung von Familien und Unternehmen muss im Gegenzug auch dem Staatshaushalt ein grosses Augenmerk geschenkt werden. Leider sind immer mehr Ausgaben des Kantons an zumeist bundesrechtliche Vorgaben und Gesetze gebunden. Dennoch besitzt der Thurgau eine der effizientesten und kostengünstigsten Verwaltungen. Auch der Neue Finanzausgleich wird für den Thurgau eine weitere, spürbare Entlastung bringen.

Wirtschaft braucht gute Verkehrswege
Die Wirtschaft braucht gute Verkehrswege, auf denen Güter und Personen befördert werden können. Gefragt ist eine zweckdienliche Mischung aus öffentlichem und privatem Verkehr. Nicht zuletzt zum Erhalt der intakten Natur und Landschaft im Thurgau setzen deshalb der Regierungsrat und das Parlament auf eine nachhaltige Entwicklung des öffentlichen Verkehrs – ohne den Erhalt und wo nötig die Erweiterung der Infrastruktur des Strassennetzes zu vernachlässigen. Seit 1996 ist das Angebot an Fahrplankilometern im öffentlichen Verkehr des Kantons Thurgau um 62% gestiegen. Die Thurgauer Transportunternehmen hatten im Jahr 2006 über 26 Millionen Fahrgäste. Die Anbindung des Thurgaus an die Zentren der Grossregion (Zürich, St. Gallen) und ins benachbarte Ausland stellt eine wichtige Basis für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Kantons dar.

Doch auch das ausgezeichnete Strassennetz für den privaten Verkehr kann sich sehen lassen. Leistungsfähige National- und Kantonsstrassen und ein weitverzweigtes Netz von Erschliessungsstrassen der ländlichen Regionen sind ebenfalls ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Leider ist es noch nicht gelungen, den Oberthurgau noch direkter an das Wirtschaftszentrum Zürich bzw. an die Region Kreuzlingen, Konstanz anzubinden – eine Aufgabe, die weiter in Diskussion bleiben wird. Die Chance des Thurgaus liegt auch in der Nähe zur Grenze der EU und in seiner Fähigkeit, diese unkompliziert zu überwinden. Der Zuwachs an Unternehmen im Thurgau ist nicht zuletzt auch durch den Zuzug ausländischer Unternehmen gelungen. Der Kanton ist seit vielen Jahrhunderten immer wieder ein guter Boden für junge ausländische Firmen gewesen.

Die Kraft der Natur
Eine der grössten Stärken schöpft unser Kanton aus der Landschaft und der Natur. In der einmaligen Kultur- und Naturlandschaft zwischen Bodensee und den Hügeln der Voralpen eingebettet, bietet der Thurgau ein Lebens-, Wohn- und Freizeitraum erster Güte. Das wird die grösste Chance, aber auch die grösste Herausforderung der nächsten Jahrzehnte sein, diesen Raum einerseits wirtschaftlich zu stärken und andererseits den Thurgau als das zu erhalten, was er ist. Wie heisst es doch so schön in der Marketingkampagne des Kantons? «Das Paradies liegt im Thurgau – wo denn sonst!»

28. Juli 2007

2. Rankweil – Feldkirch TRIATHLON powered by Branner

“Finishing” lautet die Devise am 12. August, wenn mit Punkt 11 Uhr der Startschuss zur 2. Durchführung des Jedermann – Triathlons am Baggersee in Paspels / Brederis fällt. Neben geübten Triathleten starten vor allem Hobbysportler ALLER LEISTUNGSKLASSEN mit Spass am gemeinsamen Wettkampf und anschließendem Feiern. In einer eigenen Blaulichtkategorie werden auch zahlreiche Feuerwehrmänner, Polizisten, Rot-Kreuz Helfer, Berg- und Wasserrettler den Sprinttriathlon bestreiten.

Nach dem großen Erfolg 2006 wird diese Sportveranstaltung heuer wieder in Kooperation der Stadt Feldkirch, Marktgemeinde Rankweil und Fitnesscenter Branner durchgeführt, allerdings mit Ziel am Marktplatz in Rankweil! Neben einigen Vertretern der Vorarlberger Triathlonszene werden aber vor allem, wie letztes Jahr, Hobbysportler mit Spaß am Wettkampf unter Gleichgesinnten am Start und Ziel erwartet. Finishen ist das Ziel – und das ist bei den Distanzen 500 m Schwimmen, 26 km Radfahren auf flachem Kurs und 4 km Laufen rund um den Liebfrauenberg durchaus in Reichweite, für JEDERMANN! Sei es im Einzel- oder Teambewerb, als allgemeiner Teilnehmer oder im Kampf um den Firmenstaffel – Wanderpokal.

Heuer haben der Landesfeuerwehrverband, die Polizei, das Rote Kreuz, die Berg- und Wasserrettung diesen Triathlon erstmals zur eigenen Meisterschaft in einer „Blaulichtkategorie“ ausgewählt. Dabei sind die Mitglieder dieser Organisation zum Einzelbewerb und als Blaulicht – Staffel aufgefordert die Ehre ihrer Organisationen zu verteidigen und die Siegertrophae nach Hause zu holen. Es darf mit Spannung erwartet werden, welche Organisation an diesem Tag tatsächlich die größte allgemeine Fitness vorweisen kann.

Neben einem Frühstück im Seestüble am Baggersee neben Musik ab 8:00, einem Warm-Up für Zuschauer und Teilnehmer und Anfeuern der Teilnehmer beim Start, erwartet das Publikum und die Staffel-Läufer und -Schwimmer ein Bustransfer vom Baggersee zum Marktplatz in Rankweil Punkt 11:25 und retour um 16:00.

Anfeuerungsmöglichkeiten für Zuschauer gibt’s sowohl beim Schwimmen, bei dem 2 mal zu durchfahrenen Radstrecke und vor allem beim Lauf – Rundkurs rund um den Liebfrauenberg, der 4 mal zu umrunden ist. Ziel ist am Marktplatz Rankweil – bei dem anschließend zur Finisher – Party mit Preisverleihung eingeladen wird!

Neben einem nährstoffreichen Finisher - Buffet wartet ein attraktives Finisher – Geschenk auf die Teilnehmer im Ziel und rundet den sportlichen Teil dieses Jedermann – Triathlons ab.

2. Rankweil – Feldkirch TRIATHLON powered by Branner - Sonntag, 12. August 2007 - 11 Uhr Start Baggersee Paspels, Rankweil - Markplatz Rankweil: Siegerfeier für Athleten und Publikum (Musik, Verpflegung)

Gemeinsame Streckenbesichtigung und anschließendem gemütlichen Hock mit Tipps & Tricks am 3. August, 17:00, Treffpunkt Kiosk Baggersee. Alle Infos zum Jedermann-Triathlon unter http://www.triathlon.feldkirch.at.

23. Juli 2007

21. Feldkircher Gauklerfestival







Bunt wird es diesen Freitag und Samstag in Feldkirchs Innenstadt zugehen. Bereits zum 21. Mal lädt die Montfortstadt zum Internationalen Gauklerfestival ein. Knapp 100 Zauberer, Musikanten, Akrobaten und Jongleure werden am 27. und 28. Juli die Gassen und Plätze in der gesamten Feldkircher Innenstadt bevölkern.

Aus 15 Ländern und 5 Kontinenten kommen die Gaukler nach Feldkirch um ihre Kunststückchen aufzuführen. Zwei Tage lang werden die Straßenkünstler die Montfortstadt in eine Welt der Attraktionen und Illusionen entführen.

Dieses Jahr hat das Organisationsteam des Gauklerfestivals wieder einige besondere Höhepunkte im Programm. Aus den über 200 Bewerbungen werden nur Gaukler ausgewählt, welche bereits in Feldkirch waren oder die sich bereits international einen Namen gemacht haben. Wer schon mal in der Montfortstadt aufgetreten ist, muss ein neues Programm vorweisen können. Und die Gaukler lieben das besondere Ambiente der mittelalterlichen Stadt.

Gaukler und ihre Darbietungen

Österreich
Robert Ganahl Straßenzauberei
Kerstin Air-Brush Tatoo
Mr. Magnetic Kontaktjonglage mit Glaskugeln
Pompo Feuershow, Clownerie
Francois Pantomime

Deutschland
eSteffania Feuershow
Die Außenseiter Clown-Varieté
DJuggledy Diabolo Streetperformance
Zick Zack Traumtheater afrikanisches Stelzen- und Musiktheater „Kankuran“; Erzählkunst, Gesang, Rhythmus, Magie
PseikoHeiko clowneske Hochradentfesselungsshow, Clownerie
Perays Magic Show Zauberei
Wonder-Company Kinderprogramm
Yandaal Magie
NilyNils Jonglage, Comedy, Hochrad
Juggling meets Accordion Jonglage, Akrobatik, Straßenmusik
Ninaanin Akrobatik, Clownerie, Pantomime, Kinderprogramm, Feuershow
Achim Sonntag Comedy

Belgien
Mr Opla Akrobatik, Clownerie, Pantomime

Argentinien
Erica Pazur Clownerie

Argentinien/Schweden
Victor Rubilar Jonglage mit Fußbällen

Australien
Stillman Theater Akrobatik
Dan-le-man Clown Street Performance
Piccard Comedy, Magie mit Karten

Senegal
Sowhemo Percussion - african drums

Schweiz
Waser Jakob Drehorgel „Musik ist Trumpf“
Rico Good Straßenzauberei
Creeping Carnival pantomimisches bezauberndes Figurentheater

Niederlande
Miss Minetti Escape artist

Spanien
Circoactivo Clownakrobat
EDUARD MANSERGAS and MARTA RIBAS Juggling, Acrobatics, Clownshow

Chile
CLOWN PEPINO Clownerie, Straßenmusik

Irland
Shiva Grings Comedy

Texas/USA
Connie Leaverton Jonglage, Akrobatik, Comedy, Kinderprogramm

Aserbaidschan
MASSOUD Kinderprogramm, Luftballons modellieren

Italien
Jordi Clownerie, Pantomime, Streetshow

Freitag, 27. Juli 2007, 14.00 Uhr bis 23.00 Uhr, Samstag, 28. Juli 2007, 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr in der gesamten Feldkircher Altstadt; Große Open-Air-Abschluss-Show Samstag, 28. Juli 2007, ab 19.00 Uhr im Gymnasiumhof
Die besten Künstler werden auf der Bühne ihre Performance zeigen.

Kinderparadies für die kleinen Zuschauer in der Neustadt mit Karussell, Zug, Kinderschminken, Airbrush, Haribostand, Künstler und Zauberei- und Akrobatikstand „Pappnase“. Spielzeiten und Standorte der Akteure erhalten Sie beim Infostand im Gymnasiumhof.

Das Feldkircher Gauklerfestival findet bei jedem Wetter statt. Infos unter www.feldkirch.at

NET neuer Partner von Swiss Tennis

Der Zentralvorstand von Swiss Tennis hat sieben Tennisschulen bestimmt, welcheneu Partner-Academies von Swiss Tennis werden. Dazu gehört auch die Nationale Elitesportschule Thurgau (NET) in Kreuzlingen.

Die Initiative «Partner-Academies» von Swiss Tennis trägt zur Qualitätssicherung in der Nachwuchsförderung von Tennisschulen bei, da alle ausgewählten Academies hohe Qualitätskriterien erfüllen müssen, die jeweils periodisch überprüft werden.

Einziger Ostschweizer Partner
Das Label «Partner-Academy» wird zuerst für ein Probejahr vergeben, danach in der Regel für jeweils drei Jahre. Die relevanten Qualitätskriterien, welche die Ausbildungsstätten erfüllen müssen, sind unter anderem Trainingsorganisation und -intensität, Zielsetzung und -erfüllung in der Jahresplanung sowie Schaffung eines leistungsfördernden Umfeldes. Die sieben Akademien, welche diese Kriterien erfüllen und ins Programm aufgenommen wurden, sind: NET Elitesportschule, Kreuzlingen; TIF Tennis Academy, Basel; Tennis Etudes ARVT, Lausanne; Tennisschule Aarau West, Aarau; Tennis Academy Migros, Greifensee; Sjögrens PartnerAcademy Züri Obersee, Wangen SZ; Wettkampfschule Heimberg, Heimberg.

Mittelfristig sollen etwa 10 Akademien in das Partnerprogramm aufgenommen werden. Die gewählten Partner-Academies werden von Swiss Tennis finanziell und beratend unterstützt.
Zurzeit trainieren fast zwei Drittel der 52 im Nationalkader spielenden Jugendlichen in einer der neuen Swiss Tennis Partner-Academies. Es ist für Kaderspieler nicht zwingend vorgeschrieben, dass sie in einer Swiss Tennis Partner-Academy trainieren. Ab sofort können auch unabhängige Trainer von Nationalkaderspielern Partner Coach von Swiss Tennis werden, sofern sie den dafür geltenden Anforderungen entsprechen. Damit unterstützt Swiss Tennis auch private Initiativen.

Viel Kompetenz
Die neu gegründete Kommission «Spitzensport» kontrolliert die Einhaltung der Qualitätskriterien. Präsidiert wird die Kommission von der ehemaligen Tennis-Pro und Zentralvorstandsmitglied von Swiss Tennis, Christiane Jolissaint Vaudroz. Weiter gehören der Kommission an: Jonas Svensson, früherer Weltklassespieler; Pierre Paganini, Konditionstrainer Davis-Cup- und Fed-Cup-Teams, Berater Swiss Tennis; Ivo Werner, Head Coach Damen und Herren, Swiss Tennis; Rolf Bühler, Leiter Spitzensport Swiss Tennis.
Quelle: Thurgauer Tagblatt

22. Juli 2007

Konstanz: Sprung in eine neue Bäderwelt

Die Synchronschwimmerinnen aus Schwenningen haben die Feier eröffnet. Bilder: Hanser





Mit rund 400 Gästen hat die Bädergesellschaft Konstanz (BGK) vorgestern Abend die Eröffnung der neuen Therme am Jakobssteg gefeiert. Den symbolischen Schlüssel zur Therme mussten sich die BGK-Geschäftsführer dabei von Architekt Alexander von Salmuth mitten im Thermalbecken abholen. Morgen um 9 Uhr öffnet die Therme zum ersten Mal ihre Türen für Badegäste.

Die Bodensee-Therme am Jakobssteg soll eine gelungene Komposition von Stahl, Beton, Glas und Holz sein sowie ein Spiel von Form, Struktur, Licht und Farbe. Was sich abstrakt anhört, konnten gestern in den Abendstunden rund 400 Gäste mit all ihren Sinnen erleben. Sie hörten Wasser munter sprudeln und wurden mit dem Spiel zwischen Licht und Wasser überrascht.
Mit einer stimmungsvollen Eröffnungsfeier zeigte die Bädergesellschaft ihren Gästen, wie das neue Bad auf seine Besucher wirken soll: "Die Badegäste sollen Stunden der Muse, der Entspannung und der Erholung erleben", kündigte Konrad Frommer, einer der Geschäftsführer der Bädergesellschaft an. Im Wechsel mit Georg Geiger, dem zweiten Geschäftsführer der BGK, rief er die langwierige Entstehungsgeschichte der Therme in Erinnerung, stellte Architektur und Konzeption vor. "Hier soll eine Atmosphäre der Lebensfreude herrschen", wünschte sich Geiger, während sich die Gäste rund um das Innenthermalbecken sitzend mit ihren Einladungen Frischluft zufächelten.

Für die Atmosphäre der Lebensfreude sorgte die Südwestdeutsche Philharmonie, die Ausschnitte aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel spielte - und zeigte, dass die neue Therme zur Not auch als Konzerthaus durchgeht. Oberbürgermeister Horst Frank freute sich nicht nur über die Multifunktionalität der Therme. "Das ist ein Bad, das alle Sinne anspricht", sagte er anerkennend und dankte Geiger und Frommer für ihre Ausdauer und dafür, dass "Sie nie den Mut und die Hoffnung aufgegeben haben." Auch er spielte auf die knapp zehn Jahre lange Projektgeschichte an und sagte: "Wir Konstanzer suchen manchmal lange, werden letztendlich aber mit Erfolg fündig."

Sein Dank galt unter anderem dem Architekturbüro 4a aus Stuttgart sowie allen Handwerkern und der Bädergesellschaft, die den zügigen Bau innerhalb von 23 Monaten ermöglicht haben. Die Kosten, die auf 25,54 Millionen Euro veranschlagt waren, betragen nun voraussichtlich 26 Millionen Euro. "Das ist bei einem Projekt in dieser Größenordnung ein Erfolg, der sich sehen lassen kann", so Frank.

Architekt Alexander von Salmuth vom Architektenbüro 4a stellte Georg Geiger, den "Vater dieser Therme", in den Mittelpunkt seiner Rede. Bei einem solchen Projekt, das sich wegen vieler Unterbrechungen und Zweifel über Jahre erstreckt hat, brauche es "mindestens eine Person mit einer festen Absicht und einer unerschütterlichen Vision", betonte er. Geiger hatte sich zunächst als Leiter des Sport- und Bäderamts und seit 2003 mit Konrad Frommer als Geschäftsführer der neu gegründeten Bädergesellschaft Konstanz für die Realisierung des Therme-Neubaus eingesetzt. Für von Salmuth endete gestern ein langer Weg: Das Architekturbüro 4a hatte bereits 1998 den Wettbewerb für die Therme gewonnen. In den vergangenen Jahren seien 1058 Pläne für die Therme gezeichnet, eine Datenmenge von 50 Gigabite produziert und 202 Akten- und Stehordner mit Papier gefüllt worden.

Wie die Therme gefällt, können Wasserratten ab Sonntag, 22. Juli, testen. Die Therme öffnet morgen um 9 Uhr. Quelle: Südkurier

Konstanz: Segel-Oldtimer ahoi!

Stolze alte Segelschiffe von allen Ecken des Bodensees werden am Wochenende 28./29. Juli in Konstanz erwartet. 20 Leserinnen und Leser können bei einer Regatta live an Bord der tollsten Boote sein. Wir verlosen heute Plätze.


Schwimmende Tradition: Eine Woche lang präsentieren sich Kapitäne mit ihren alten Schiffen auf dem Bodensee. Unterstützt vom SÜDKURIER startet die Bodensee-Traditionswoche nächstes Wochenende (28./29 Juli) im Konstanzer Hafen. Geplant ist ein großes Unterhaltungsprogramm. Interessierte Leserinnen und Leser können auf den stolzen Schiffen mitsegeln: Wir verlosen heute Regatta-Plätze.

Bei einem großen Fest gibt es ein buntes Treiben rund um das Konstanzer Hafenbecken, in dem schwimmende Schifffahrtsgeschichte zu sehen ist. Zahlreiche historische Boote und Originalnachbauten werden erwartet. Mit der neunten Bodensee-Traditionswoche wollen die organisierten Oldtimerschiffer wieder an frühere Treffen dieser Art anknüpfen, die von 1905 bis 1970 auf dem See für Furore gesorgt hatten. "Jeder darf kommen, wenn sein Schiff alt genug ist", sagt Volker Friedrich von den Oldtimerschiffern. Das heißt: Beim Hafenfest sind Schiffe bis Baujahr 1960 zugelassen. Wer sicher gehen will, dass er einen freien Liegeplatz bekommt, sollte sich bei den Oldtimerschiffern anmelden.

Strenger sind die Regeln bei der auf das Hafenfest folgenden mehrtägigen Oldtimer-Regatta. Hier dürfen nur Schiffe bis zum Baujahr 1940 oder originalgetreue Nachbauten starten. Bislang als ältestes Schiff gemeldet ist das Motorboot "Sophie Charlotte", Baujahr 1890. Dazu kommen viele Segelschiffe vor allem aus den 1920-er und 1930-er Jahren. Die Regatta endet am 3. August im Hafen Dingelsdorf.

Wer als Laie einmal historische Schiffe erleben will, der kann das besonders beim Hafenfest in Konstanz. Schon am Vormittag des Samstag, 28. Juli, wird das SÜDKURIER-Mobil Besucher und Regatta-Teilnehmer informieren. Ab 14 Uhr werden die alten Schiffe im Konstanzer Hafen begrüßt. Vom Spätnachmittag bis 23 Uhr gibt es eine Disco-Party.

Am Sonntag, 29. Juli, beginnt das Programm der großen Oldtimer-Parade ab 9 Uhr mit einem Weißwurst-Frühstück. Es folgen den ganzen Tag über Kinderprogramm sowie Führungen über und Ausfahrten mit den Oldtimer-Segelbooten. Mini-Oldtimer präsentiert der Modellbauclub. Gegen 18 Uhr klingt die Veranstaltung aus.

Rund um den Überlinger See - In der auf das Fest folgenden Woche macht die Regatta in Überlingen, Unteruhldingen, Meersburg, Bodman und Dingelsdorf Station. Auch hier können Neugierige in den Häfen die Schiffe anschauen. Und für 20 SÜDKURIER-Leserinnen und Leser wird das Ereignis ganz besonders spannend: Sie segeln auf einem tollen alten Oldtimer-Boot bei der Traditionswoche am 29. Juli mit. Näheres zu dieser Exklusiv-Verlosung folgend.

Hier gibt's Segel-Plätze
Der SÜDKURIER ist Medienpartner des großen Oldtimer-Treffens am nächsten Wochenende in Konstanz. Wir bieten deshalb 20 Leserinnen und Lesern die einmalige Gelegenheit, auf einem der schönen alten Boote mitzufahren. 20 Plätze verlosen wir für eine Fahrt am Sonntag, 29. Juli, ab etwa 11 Uhr im Konstanzer Hafen. Jeweils zwei Tickets werden verlost, immer paarweise, so dass zehn Paare diese Fahrt genießen können. Wer mitfahren möchte, wählt das SÜDKURIER-Glückstelefon 01379 - 370 500 05 für 50 Cent pro Anruf aus dem Telekom-Festnetz. Anrufen kann man ab sofort, bis Sonntag, 22. Juli, 18 Uhr. Lösungswort: "Traditionswoche". Die Gewinner werden benachrichtigt und veröffentlicht. Viel Glück! Quelle: Südkurier

18. Juli 2007

Radolfzell: Bis die letzte Naht sitzt

Diese Roben sind nichts für alle Tage: Die Abschlussschülerinnen und -schüler des Berufskollegs Mode und Design stehen vor dem großen Finale ihrer Ausbildung - der Modenschau. Bild: Kirsch



Ein Höhepunkt im Radolfzeller Veranstaltungskalender ist die Modenschau des ortsansässigen Berufsschulzentrums im Radolfzeller Milchwerk. An zwei Tagen - kommenden Freitag und Samstag - präsentieren wieder knapp 80 Schülerinnen und ein Schüler aus drei Ausbildungsjahren des Berufskollegs Mode und Design, was sie, ihrer kreativen Inspiration folgend, entworfen und gefertigt haben.

Hier ist alles Handarbeit. Sämtliche von den Schülern entworfenen Modelle werden seit Februar von den Auszubildenden in den hauseigenen Werkstätten selbst gefertigt. Noch laufen die Maschinen auf Hochtouren, bis die letzte Naht sitzt. Da muss maches noch mal aufgetrennt werden, um die Ideen, seien sie thematisch vorgegeben oder als Kür frei entworfen, genau so umzusetzen, dass sie den eigenen Vorstellungen zum Schluss voll und ganz entsprechen. "Die Schüler sind sehr motiviert, engagiert, aber auch sehr selbstkritisch", beschreibt Petra Kiefer, Lehrerin für Realisation, die Arbeit ihrer Schützlinge in den letzten Wochen und Monaten. Und die angehende Modedesignerin Marina Eichwald erklärt in diesem Zusammenhang noch eine alte Schneiderweisheit: "Wer nicht auftrennen kann, kann nicht nähen." Diese Weisheit verrät dabei wohl vor allem eines: wie viel Arbeit hinter der Fertigung eines jeden Modells steckt.

Allein das dritte Ausbildungsjahr wird an den beiden Abenden 104 Modelle in elf Bildern präsentieren - unter so reizvollen Titeln wie "Adel verpflichtet", "Madame Pompadour lädt zum Maskenball" oder "Après le Mariage". Die weiteren zehn Bilder mit entsprechend zahlreichen wie kreativen Modellen teilen sich das zweite und erste Ausbildungsjahr. Ein außergewöhnlicher wie interessanter Materialmix neben den klassischen Modetrends kennzeichnen die Modelle - egal, ob es sich dabei um Wintersportmode, Hochzeits- oder Ballkleider, klassische Mäntel, Jacken oder Hosen handelt.

Genauso wichtig, wie die Kreativität der Schüler und die geschickten Hände in der Ausbildung sind, genauso notwendig wird für die Schüler zum Ende des Jahres ein starkes Selbstbewusstsein. Nämlich genau dann, wenn die angehenden Modedesignerinnen Nadel und Faden gegen hochhackige Pumps eintauschen und ihre Modelle selber vorführen.
Der Weg auf dem Laufsteg kann da mitunter sehr lang werden. Doch was hier das Berufskolleg Mode und Design in jedem Jahr zeigt, kann sich sehen lassen. Aus den Modedesignern, die normalerweise im Hintergrund zu arbeiten gewöhnt sind, werden dann selbstsichere Models, die ihre Mode publikumswirksam präsentieren. Die Choreografien und Bühnenbilder erstellen die Schüler ebenfalls selber mit Unterstützung von Virginia Finnity vom "Infinnity Tanzhaus Bodensee".

Bis Freitag muss alles sitzen. Denn dann wird es ernst, wenn um 20 Uhr der Vorhang aufgeht. Antje Kirsch, Südkurier

Friedrichshafen: Zeppelin fliegt mit "Hut"

Der Zeppelin NT trägt jetzt eine Wissenschaftsplattform des Forschungszentrums Jülich. Die Wissenschaftler wollen mit ihm Messungen der Luft in bis zu 1400 Metern Höhe vornehmen. Bild: Boller



Man trägt wieder Hut - zumindest der Zeppelin NT. Der hat in der Nacht zum Dienstag eine Forschungsplattform aufgesattelt bekommen, die sich auf der Hülle wie eine Art Hütchen macht. Das ist kein Modegag, sondern Wissenschaft. Denn der Zeppelin startet morgen zu einer zehntägigen Reise in Sachen Klimaforschung nach Nordbaden. In dem "Hut" und in der Kabine verbergen sich Messinstrumente, die das Luftschiff zu einem einmaligen Forschungsgerät machen.

Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich wollen mit ihm die Vorgänge in der unteren Atmosphäre, der planetaren Grenzschicht, in 1000 bis 1400 Metern über der Erdoberfläche erforschen.

"Kein anderes Fluggerät bietet uns die Möglichkeiten wie der Zeppelin", sagt Prof. Dr. Andreas Wahner vom Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre am Forschungszentrum Jülich. Denn die Hydroxil-Radikale, die in der unteren Atmosphäre unter anderem Schadstoffe zersetzen, sind so instabil, dass man sie gar nicht messen könnte, wenn man die Schnüffelnasen beispielsweise auf einen Hubschrauber montieren würde, der alles verwirbelt. Der Zeppelin geht behutsamer ran. "Wir erwarten deutlich weniger störende Einflüsse", so Wahner. Für die Mission wurden die Sitze in der Kabine ausgebaut, ein zusätzliches Stromaggregat produziert die Energie für die Computer und Instrumente.

Zehn Tage lang ist der Zeppelin auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden stationiert. Er wird Messungen in der eher sauberen Luft über dem Schwarzwald vornehmen, ebenso aber auch über dem Gebiet Mannheim/Ludwigshafen, wo die Luftverschmutzung deutlich größer ist. Nach unbestätigten Angaben soll die Mission, die das Ministerium für Bildung und Forschung großteils finanziert, etwa eine Million Euro kosten.

Zeppelin-Luftschifftechnik-Geschäftsführer Thomas Brandt freut sich über das Vertrauen der Wissenschaftler für diese Mission, die ihm auch persönlich am Herzen liege. Bewährt sich der Zeppelin, könnte er auch für andere Projekte dieser Art eingesetzt werden. Prof. Wahner hat bereits europaweit Kontakte zu anderen interessierten Instituten geknüpft.

Voraussichtlich am Sonntag, 26. Juli, soll der Zeppelin NT wieder in Friedrichshafen eintreffen. Über Nacht werden die Messinstrumente ausgebaut, die Passagiersitze wieder eingebaut. Tags darauf soll er wieder Touristen fliegen - ohne Hut. Wolfgang Boller, Südkurier.

Überlingen: Angler fängt 2-Meter-Wels

Das Prachtexemplar von Wels - 1,92 Meter lang und 42 Kilogramm schwer - und Waldemar Ribant (links) zusammen mit Schwager Nikolai Utkin. Im Andelshofer Weiher in Überlingen ist der Wels an die Angel gegangen. Bild: Robert Ribant


Anglerglück in Vollendung für Waldemar Ribant aus Überlingen. "Petri Dank, kann ich da nur noch sagen", erklärt der 48-Jährige, nachdem er einen kapitalen Wels mit dem Ruderboot an Land gebracht hat. Der Fisch mit seinen 1,92 Metern Länge und einem Gewicht von 42 Kilogramm mutet fast wie ein Monster an. Ein Riesenviech ist es allemal. Die Angel ausgeworfen hat Ribant auf dem Andelshofer Weiher, das 37 Hektar große Fischgewässer des Sport-Anglervereins (SAV) Überlingen.

Der passionierte Angler, gebürtig aus und aufgewachsen in einem nahe der kasachischen Hauptstadt Alma Ata gelegenen Ort, kann es auch einen Tag nach seinem Superfang immer noch nicht fassen, dass ihm ein derart riesengroßer Fisch an die Angel gegangen ist. Sein letzter Auswurf der Angel vom Boot aus auf dem Andelshofer Weiher am Dienstag hat sich also gelohnt. "Eigentlich wollte ich schon Schluss machen", blickt er zurück. Es ist gegen 12 Uhr. "Noch zweimal versuche ich es", habe er sich gedacht. Und dann genau um 12 Uhr ist es soweit gewesen. Waldemar Ribant traut seinen Augen nicht.

Sein Boot wackelt, er wird durchgeschüttelt und das Boot wird gerüttelt. Was er genau an der Angel hat, wird ihm erst später an Land bewusst. Der Wels mit seinen satten 42 Kilogramm treibt das Boot kreuz und quer über den Weiher. Ribant stemmt sich dagegen, eine schweißtreibende Arbeit bei der großen Hitze um die Mittagszeit. Nach einer Stunde hat der Wels den Kampf verloren. Ribant bringt ihn an Land. Fast die gesamte Großfamilie, die vor 17 Jahren mit ihm aus Kasachstan nach Überlingen gekommen ist, hilft ihm. Seinen Sohn hat er per Handy von dem Riesenfang verständigt. Und sicher ist sicher: Ribant informiert auch den Vorsitzenden des Sport-Anglervereins, Ferdinand Krenauer, "denn", sagt Ribant, "sonst glaubt mir nachher keiner, dass ich einen Wels in dieser Größe gefangen habe."

Krenauer kommt ebenfalls nicht aus dem Staunen heraus. "Ein Wels in dieser Größe und überhaupt ein solcher Fang ist sehr, sehr ungewöhnlich", bestätigt der Sport-Anglervereins-Chef. Zwar können Welse durchaus auch mal eine Länge von bis zu drei Metern erreichen und bis zu 150 Kilogramm auf die Waage bringen. Doch das sind Einzelfälle. Die Regel sind 1,30 bis 1,60 Meter. Krenauer: "Schon 1,92 Meter sind sehr selten." Gestaunt wird vor allem auch über die Haltbarkeit der Angelschnur. Sie ist 0,3 Millimeter stark. "Wäre das Boot verankert gewesen oder wäre die Angel von Land aus ausgeworfen worden, dann wäre die Schnur gerissen", ist sich Krenauer sicher. Der Wels wäre wieder in die Tiefe verschwunden.

So aber zieht er das Boot über das Wasser, der Widerstand für die Angelschnur ist wesentlich geringer. Der Fang wird in die Geschichte des Sport-Anglervereins eingehen, denn seit 1977 soll es erst der achte Wels sein, der aus dem Andelshofer Weiher gefischt worden ist. Übrigens: Der Fisch ist bereits zerlegt, aufgeteilt und an die Verwandtschaft verteilt. "Frisch zubereitet schmeckt er am besten", sagt Waldemar Ribants Frau Valäntina. Wilhelm Leberer, Südkurier

17. Juli 2007

Konstanz: B33: Baustart frühestens 2016

Eine neue B33-Trasse zwischen Allensbach und Konstanz rückt in weite Ferne: Das Land rechnet nach einer eigenen Liste frühestens 2016 mit dem Baubeginn. Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank zu dieser Entwicklung: "Wir können das nicht akzeptieren."

Im Auftrag des Landtags hat die Landesregierung 130 Straßenbauprojekte nach ihrer Dringlichkeit geordnet. Nach dieser Liste ist nur das B33-Teilstück in Konstanz von der Rheinbrücke bis zum Flugplatz für einen sofortigen Ausbau vorgesehen. Die zehn Kilometer lange Strecke vom Flugplatz bis Allensbach-West rangiert dagegen unter den Projekten mit Baubeginn zwischen 2016 und 2025.

Ein Sprecher des zuständigen Innenministeriums bezeichnete die Liste als veränderliche Momentaufnahme. Sie solle die Landesverwaltung davor bewahren, "dass Projekte geplant werden, für die erkennbar kein Geld da ist". Gebe der Bund mehr Geld für Straßenbau, würde sich die Liste ändern. Mit dem Bundesetat "steht und fällt alles", sagte der Sprecher.
Noch im Mai hatte das Regierungspräsidium Freiburg davon gesprochen, der Baubeginn sei greifbar nahe. Damals nahm der Bund die B33-neu in seinen Investitionsrahmenplan für die nächsten drei Jahre auf. Allerdings umfasst dieser mehr Projekte, als Haushaltsmittel eingeplant sind. Zudem schrieb das Regierungspräsidium im Frühjahr die Trassenpläne fest. Trotz einer Bürgerklage gegen die Planfeststellung erwartet die Behörde bald Rechtskraft.
Der Konstanzer OB Horst Frank (Grüne) sagte, er sei angesichts der noch im Mai getroffenen Einschätzung enttäuscht. Frank griff zudem den Landtagsabgeordneten Andreas Hoffmann (CDU) an. Dieser habe die Stadt nicht eingebunden. Frank: "Ich erwarte von einem Abgeordneten, dass er in der Landeshauptstadt für die Region kämpft und nicht umgekehrt." Hoffmann erwiderte, Frank wolle mit den Vorwürfen und dem Wirbel um die B33 von seiner verfehlten Jugendpolitik ablenken. Vergangene Woche hatte der CDU-Politiker die Stadt Konstanz wegen ihres Umgangs mit trinkenden Jugendlichen kritisiert. Hoffmann nannte die Landesliste "keinen Anlass zur Aufregung". Die Liste sei Folge fehlender Bundesmittel. Nun müssten sich die Abgeordneten einsetzen, dass der Bund sie im nächsten Haushalt einstelle.
Andere Schlüsse als sein Parteifreund Frank zog der Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann. Während Frank auf die Straße pocht, sieht Lehmann in der Liste einen Beleg für zu teure Planung. Schon wegen Baukosten von 136 Millionen Euro sei mit einem schnellen Lückenschluss nicht mehr zu rechnen., Lehmann forderte, sich von der B33-Planung zu verabschieden und stattdessen auf Bus und Bahn zu setzen. Er hatte die dem Landtag zugegangene Liste veröffentlicht, später folgte Franks Bewertung. Hoffmann (CDU) sprach darum von einer "grün-grünen Luftblase".

Für den Neu- und Ausbau der Bundesstraße 33 zwischen Allensbach-West und Konstanz muss der Bund zahlen. Geplant werden Bundesstraßen aber vom Land. Die vorliegende Dringlichkeitsliste dient als Anhaltspunkt für die Landesplaner, welche Straße sie baureif im Detail konstruieren sollen und wo dies Zeit hat. Neben der B33-neu stehen für den Zeitraum 2016-25 in der Liste 43 Vorhaben, so die B31 zwischen Überlingen West und Ost, zwischen Ravensburg und Friedrichshafen sowie zwischen Stetten und Immenstaad.

Bauland im Thurgau wird knapp

Wer im Thurgau an einem schönen und gut erreichbaren Plätzchen bauen will, der muss lange suchen oder das grosse Portemonnaie zücken. Bauland in Frauenfeld, Felben, Gachnang, Weinfelden und am See ist knapp, und die Preise sind hoch.
Die Suche nach Bauland kann im Thurgau schnell zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen werden. Wer Bahnanschluss voraussetzt und nicht 600 Franken pro Quadratmeter zahlen kann, der bekommt Probleme. Junge einheimische Familien benötigen für die Realisierung ihres Haustraumes entweder einen sehr langen Atem oder müssen gemäss Franziska Huber von der Immokanzlei AG, Abstriche bei der Lage in Kauf nehmen. Auf den Wartelisten der Grundeigentümer stauen sich die Namen. Nicht selten warten Interessenten zwei und mehr Jahre, um eine Chance auf Parzellen zu haben, die bis dato noch gar nicht auf dem Markt sind.

Selbst wer per Inserat Land in den Gemeinden an der Verkehrsachse Flughafen–Weinfelden sucht, erhält momentan kaum brauchbare Angebote. In Weinfelden beispielsweise waren die Parzellen im Muggenwinkel und zuletzt im Einfang in wenigen Monaten alle verkauft. Die grosse Nachfrage treibt naturgemäss den Preis hoch. In Kreuzlingen werden teilweise fast 1000 Franken pro Quadratmeter für Land in Zentrumsnähe verlangt (siehe unten).

Ihr Zürcherlein kommet
Seit den 90er-Jahren wirbt der Kanton für jährlich 400 000 Franken mit Aktionen im Grossraum Zürich für ein besseres Image und für Zuzüger. Das Konzept scheint zu wirken. Das «Paradies» im Osten ist längst kein Geheimtipp mehr. «Die Nachfrage ist in den letzten zwei bis drei Jahren klar gestiegen», sagt Werner Fleischmann, Inhaber der gleichnamigen Immobilienfirma. Im Raum Frauenfeld seien es die Zürcher, im Raum Kreuzlingen die Deutschen und im Raum Oberthurgau die St. Galler, die einerseits der Immobilienbranche zu Höhenflügen verhelfen und andererseits die Preise in die Höhe treiben würden. «Das ist für Thurgauer, die Bauland suchen, natürlich nicht so angenehm», sagt Gallus Müller, Präsident des Hauseigentümerverbandes Thurgau.

Immobilienfachmann Eugen Goldinger geht davon aus, dass die Quadratmeterpreise im Raum Frauenfeld in den letzten Jahren um 20 Prozent gestiegen sind, in der Gemeinde Gachnang gar bis zu 30 Prozent. «Wer weite Wege in Kauf nimmt, findet auf dem Land aber immer noch günstiges Land unter 200 Franken pro Quadratmeter», sagt Goldinger.

Vom Land in die Stadt
Die Schuld an der Baulandverknappung wollen die Kenner der Branche aber nicht nur den Zuzügern zuschieben. «Auch junge und alte Thurgauer ziehen derzeit lieber vom Land weg in grössere Gemeinden mit vollständiger Infrastruktur», sagt Fleischmann. Diesbezüglich habe eine Trendwende stattgefunden. Vor zehn Jahren sei es chic gewesen auf dem Land zu bauen. «Heute wollen Mütter nicht mehr hauptberuflich Taxichauffeusen für ihre Kinder sein», sagt er.
Gallus Müller vermutet den Grund für die hohen Preise auch im Raumplanungsgesetz. «Einzonungen und Zonenplanänderungen nehmen Zeit in Anspruch». Gemäss Müller sind einige Gemeinden von der starken Nachfrage überrascht worden. Zonenpläne wiederum werden in der Regel erst nach rund 15 Jahren angepasst. Das sich die Situation auf dem Thurgauer Baulandmarkt in den nächsten Jahren entspannt, ist darum kaum zu erwarten. Das Bundesamt für Statistik geht zudem davon aus, dass die Bevölkerung im Thurgau bis 2030 um rund 30 000 Personen ansteigt. Aus dem nahen Ausland und anderen Kantonen werden weiterhin viele Zuzüger erwartet.

Baulandpreise auf «Züri-Niveau»
Von wegen Mostindien, die Baulandpreise im Thurgau, vor allem im westlichen Teil, nähern sich immer mehr dem Niveau um Zürich. Dort beginnen die Preise für Einfamilienhaus-Parzellen ab 900 bis zuweilen ab 1300 Franken pro Quadratmeter. Für besonders gefragte Grundstücke am Zürichsee liegen auch 3000 Franken pro Quadratmeter drin. In Weinfelden, mit Fernsicht ins Thurtal, sind Parzellen für 800 Franken pro Quadratmeter erhältlich. Rekordverdächtig mutet der Preis für Land in Kreuzlingen an: 952 Franken pro Quadratmeter auf einer Parzelle im Zentrum. Bauland an erhöhter Lage mit Seesicht ist in Bottighofen für 857 Franken pro Quadratmeter zu haben. Quelle: Thurgauerzeitung

16. Juli 2007

Reichenau: TV-Krimi lässt Streit um Kormoran eskalieren

Regisseur Jürgen Bretzinger und TV-Kommissarin Eva Mattes bei den Tatort-Dreharbeiten bei der Reichenau. Bild: van Bebber (Südkurier)





Das Schilf bei der Reichenau in Flammen; ein Fischer ruft einem Kormoran-Schützer zu: "Ihr gehört hier genauso wenig hin wie die Vögel"; ein Naturschützer, der ihm dafür die Nase blutig schlägt: Der Südwestrundfunk inszenierte am Samstag auf einer Gewerbebrachfläche auf dem Reichenauer Festland einen heißen "Kormorankrieg" für den Tatort.


Die beiden Autoren des Drehbuches, darunter der auf der Höri aufgewachsene Mathias Dinter, greifen für die neue Folge des Bodensee-Krimis ein auch in der Wirklichkeit brisantes Thema auf: Berufsfischer fürchten Kormorane als Konkurrenz, während Naturschützer Abschuss und Verscheuchen der Vögel ablehnen. Die Tatort-Dreharbeiten werden noch laufen, da wird das Regierungspräsidium Freiburg diesen Monat erneut über eine Abschusserlaubnis auch am Untersee entscheiden.


Berufsfischer Norbert Knöpfler aus Langenargen, Sprecher der württembergischen Kollegen am Bodensee, sagt: "Die fressen einen Haufen Fische weg." Zudem machten die Vögel die Netze kaputt, wenn sie Fische aus ihnen rissen. Die Zahl der Kormorane steige. "Das Thema ist nicht kleiner geworden", betont er. Anders sieht das der Landesreferent für Artenschutz beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Martin Klatt. Nicht der Kormoran, sondern nährstoffarmes Wasser sei Schuld an weniger Fischen im See. Der Bestand der Kormorane werde sich natürlich regulieren. Besonders wehrt sich Klatt dagegen, Tiere in der Brutzeit zu jagen, um die Nester am Untersee von 100 auf 30 zu reduzieren.


Eben solch ein Szenario haben die Tatort-Macher für ihren Film gewählt: Fischer zünden Schilf an, um die Brut der Vögel zu vernichten. Nach dem Streit mit ihnen wird der Naturschützer ermordet aufgefunden. Tatort-Kommissarin Klara Blum (gespielt von Eva Mattes) ermittelt. Regisseur Jürgen Bretzinger setzt den Fall noch bis 25. Juli in Szene, gesendet wird er 2008. Bretzinger ist für die Grünen Stadtrat in Ravensburg, doch versichert: Die Fischer würden am Ende nicht als Verlierer dastehen. Er habe Verständnis für beide Seiten und esse gerne Fisch.


Autor Mathias Dinter verspricht ebenfalls überraschende Wendungen. Der Fall liege schließlich ganz anders. Der 38-Jährige lebt heute in Köln, besucht aber oft seine Eltern in der Region. Er habe bewusst ein Thema gewählt, das etwas über die Bodenseegegend erzähle, berichtet er. Für das Filmteam sind manche seiner Ideen harte Arbeit, etwa der Großbrand im Schilf. Vor Monaten nahm der SWR Kontakt zu Naturschützern auf, um einen verträglichen Platz zu finden. Die Entscheidung fiel auf die Brachfläche zwischen Bahnlinie und B33 auf dem Reichenauer Festland am Rande des Schilfgebietes. Das Brachland wurde Wochen nicht gemäht. Echtes Feuer gab es aber nicht. Die Feuerwehr rückte nur als Kulisse an. Die Flammen werden am Computer einkopiert.

Romanshorn: Von Sperrung konnte keine Rede sein

«Danke, dass Sie das nächste Mal zu Fuss kommen»: Mit Handzetteln kämpfen die Grünen gegen den Verkehr. Bild: Alois Degenhardt



Grünes Forum agiert gegen den Verkehr im Romanshorner Seepark-Areal
Mit dem Verteilen von Handzetteln an Autofahrer versuchte das grüne Forum an diesem Wochenende ein Zeichen gegen den Verkehr im Hafenareal zu setzen. Die Besucher reagierten teils genervt, verwirrt oder verständnisvoll.

Alois Degenhardt (Thurgauer Tagblatt)
Von der angekündigten Sperrung hatte das grüne Forum Abstand genommen. Dafür versuchte man es mit Information: Urs Oberholzer, Bezirkspräsident der Grünen und Verfechter eines autofreien Hafenareals, verteilte beim «Panem» mit Helfern Handzettel: «Danke, dass Sie beim nächsten Mal zu Fuss, mit dem Velo oder mit den Inline-Skates in den Seepark kommen.» Die Wirkung war unterschiedlich. Bekanntlich ist das Hafenareal immer noch ein beliebter Treffpunkt Junger und Junggebliebener, die hier vor einem staunenden Publikum ihre liebevoll gehegten Fahrzeuge vorführen.

Acht Mal durchgefahren
Dieser Teil der Automobilisten fühlte sich von den Grünen, die mit Velos, Surfbrettern, Kinderwagen und sogar einem Staubsauger den Fussgängerübergang bevölkerten, schlicht genervt. Wütend wurden die Handzettel aus dem Fenster geworfen.

Einige passierten die Ein- und Ausfahrt in das Hafenareal während einer Stunde bis zu acht Mal. Ortsunkundige Besucher auf der Suche nach einem Parkplatz reagierten verwirrt bis verständnisvoll. Einige beherzigten den Rat der Protestler und machten sich auf die Suche nach einem anderen Parkplatz – oder auf den Heimweg. Die Grünen stochern da beharrlich in einem Wespennest. «Das ist nicht erst seit heute unser klares politisches Anliegen, den Verkehr mittelfristig aus dem Seepark-Areal zu verbannen», sagt Urs Oberholzer deutlich.

Einrichten einer Schranke
Auf seine Intervention hin habe der Gemeinderat versprochen, beim «Panem» die Einrichtung einer Schranke zu prüfen und eventuell auf den Sommer 2008 zu installieren. «Das ist absolut ungenügend», reagiert Oberholzer. «Wenn der Gemeinderat wirklich will, könnte man mindestens für einen Versuch den Verkehr in diesem Sommer sperren.» Niemand will so recht Stellung nehmen, in der Angst, Betroffene zu verärgern. «Dabei bringt uns der Grossteil der motorisierten Besucher ausser Emissionen rein gar nichts», schimpft ein Gast im «Panem», verschweigt aber seinen Namen. Nicht anders reagieren Geschäftsleute, Segler und Anlieger – wollen aber ebenfalls nicht öffentlich Stellung nehmen.

Kreuzlingen: Der Traum von Olympia

In Siegerlaune: Ruderinnen und Ruderer des RC Kreuzlingen feierten Erfolge in Luzern. Bild: Christian Lohr




19-jähriges Rudertalent will 2012 nach London - Ruderclub Kreuzlingen holt drei Titel auf dem Rotsee bei Luzern
Der lange Weg soll zu den Olympischen Spielen 2012 nach London führen. Vorerst herrscht beim Rudernachwuchs aus der Grenzstadt Freude über drei nationale Meistertitel.

Christian Lohr (Thurgauer Tagblatt)
Die schweizerischen Titelkämpfe, die traditionell auf dem luzernischen Rotsee stattfinden, geben jeweils eine wichtige Standortbestimmung für das aktuelle Leistungsvermögen. Für Peter Keller, langjähriger Trainer beim Ruderclub Kreuzlingen, fällt die Bilanz 2007 sehr positiv aus: «Mit den erreichten Resultaten dürfen wir zufrieden sein. Da sind hoffnungsvolle Talente für uns auf dem Wasser gewesen, die von einer erfolgversprechenden Zukunft träumen dürfen.»

Im Doppelvierer
Konkret spricht er dabei von Emanuel Hoppenstedt. Der 19-Jährige fuhr im Mekka des Schweizer Rudersports in der Elite-Kategorie im Doppelvierer mit Kollegen von Luzern, Wädenswil und Lausanne in der Besetzung des Nationalkaders nicht unerwartet den Sieg heraus. Für den PMS-Student aus Tägerwilen ist dies eine der Saisonstationen mit den Weltcupregatten von Amsterdam und Luzern sowie Ende Juli den U23-Weltmeisterschaften im schottischen Glasgow. «Spätestens beim übernächsten Mal 2012 in London will er bei Olympia dabei sein», kennt Keller die ehrgeizigen Ziele des Teamleaders der Truppe aus Kreuzlingen.


Von solchem mag etwas ferner auch Joel Horni träumen. Der junge Mann aus Güttingen konnte sich bei den A-Junioren im Doppelzweier mit seinem Kollegen aus Thalwil ganz vorne klassieren. Das dritte Gold holte als Mitglied einer Renngemeinschaft Nico Stahlberg. Der Jugendliche aus Schönenberg war bei den B-Junioren Schlagmann im Schaffhauser Achter und gewann alleine im Skiff noch Silber. Neben Joel Horni und Nico Stahlberg darf mit Beata Bätscher (A-Juniorin) aus Neuwilen noch eine dritte Nachwuchskraft vom RCK die Schweiz am Coupe de la Jeunesse Anfang August auf dem Lago di Garda vertreten. Ihre Schwester Katrin (B-Juniorin) wurde auf dem Rotsee Zweite im Doppelvierer. Dieselbe Schlussposition gab es für die C-Juniorin Clara Henkel aus Kreuzlingen im Doppelzweier. Weiterer Meisterschaftsteilnehmer war Pascal Horni.

Gross, stark, einsatzwillig
Auf dem Wasser habe man seit März trainiert, so Peter Keller. Die konditionelle Grundlagenarbeit begann bereits nach einer Pause im vergangenen Spätsommer mit den ersten Einheiten im Oktober. Knapp 20 Mädchen und Jungs kommen in den Genuss von regelmässigen Trainings und bei entsprechendem Niveau auch Wettkämpfen.


«Wer vorwärtskommen will, der muss gross, stark und zudem einsatzwillig sein», spricht der Coach klare Worte. Die Trainings- und Renngemeinschaften zwischen Kreuzlingen und Schaffhausen beurteilt man sehr positiv, beinhalteten sie doch zusätzliches Förderungspotenzial.

14. Juli 2007

Meersburg: Thermen-Trio bietet Kombi-Ticket

Die Thermen Meersburg, Überlingen und Konstanz machen gemeinsame Sache. Die Betriebsleiter Jörg Schaefer aus Meersburg, Oliver Sternagel aus Überlingen und Georg Geiger, Geschäftsführer der Konstanzer Bäder (von links), stellten das neue Dreier-Angebot gestern in Meersburg vor.
Bild: Floetemeyer


Die Thermen Konstanz, Überlingen und Meersburg machen mit einer Kombikarte den ersten Schritt zur gemeinsamen Vermarktung einer Thermenlandschaft Bodensee.

Gestern stellten sie in Meersburg ihr Trio-Ticket vor. Es gibt zwei Varianten: Die drei "Tages-Thermentickets" im Scheckkartenformat kosten 24,90 Euro. Die Vergünstigung gegenüber dem Kauf von Einzeltickets beträgt 4,60 Euro. Mit den drei "Tages-Saunatickets" für 45 Euro kann der Gast sowohl die jeweilige Saunawelt als auch den Thermalbereich genießen und spart dabei insgesamt acht Euro. Die Tickets sind ein Jahr lang gültig und an andere Personen übertragbar. "Einladung zum Thermen-Hopping" nennt das "Thermen-Trio vom Bodensee" sein gemeinsames Angebot "zum Wohlfühlpreis". Jüngstes Mitglied in der neuen Bäderfamilie ist die Bodensee-Therme Konstanz, die am 20. Juli offiziell eröffnet wird.

Traute Einigkeit herrschte bei der Vorstellung des Angebots mit Vertretern der Bäder, Kommunen und Touristik aus allen drei Städten. Man wolle nicht gegeneinander sondern mitein- ander agieren, sagte Meersburgs Bürgermeisterin Sabine Becker. Und so ähnlich variierten das alle Beteiligten. Es sei eine "große Chance, uns gemeinsam zu vermarkten", sagte etwa Oliver Sternagel, Betriebsleiter der Bodensee-Therme Überlingen. Sein Meersburger Kollege Jörg Schaefer glaubt, die Aktion bewirke "eine hohe Öffentlichkeitswirksamkeit für die Region Bodensee."

Eine "Stärkung der Region" erhofft sich auch Georg Geiger, Geschäftsführer der Konstanzer Bäder. Das Interesse sei da. In der Bauphase ihrer Therme hätten 10000 Konstanzer die Konstanz-Karte genutzt, die ihnen verbilligten Eintritt in die "Übersee"-Bäder ermöglichte. Das neue Kombi-Ticket sei nicht nur ein Angebot an Urlauber sondern auch an Einheimische.
Überlingens Bürgermeister Ulrich Lutz dankte allen Betreibern für die Kooperation. "Es ist politisch richtig, dass wir uns regional vermarkten und die Kirchturmspolitik überwinden." Er hoffe, dass sich die Thermenlandschaft Bodensee als Marke etabliere und "ein Gegengewicht" zur oberschwäbischen Bäderstraße werde. Das See-Trio solle sich weniger als Konkurrenz denn als Ergänzung sehen. "Jede Therme hat ihr eigenes Profil."

So meinte Sternagel, dass die Überlinger Therme für die ganze Familie geeignet sei und als "Premiumprodukt" die prämierte Saunalandschaft habe. Schaefer und Geiger nannten als Hauptzielgruppe eher ältere Gäste "50 plus". Das aber wollte Becker nicht stehen lassen: Man sichte in Meersburg auch jede Menge "30 minus". Meersburgs Tourismus-Chefin Gesa Meyer-Wiefhausen sekundierte, man müsse die Angebote mehr "themen- als zielgruppenspezifisch sehen."

Überlingens Touristik-Chef Thomas Götz ist vom Erfolg der Kombi-Karte überzeugt, denn gerade während Schlechtwetterperioden wollten die Leute Abwechslung. Seit es die Überlinger Therme gebe, sei der Wintertourismus von 20 auf 25 Prozent am Jahresgeschäft gestiegen. Becker sieht es auch als Vorteil für die Nutzer, dass es "keinen Monopolisten gibt, der die Preise hoch treibt."

Die Thermen-Trio-Tickets gibt es in den drei Thermen sowie in den Tourist-Informationen in Konstanz, Überlingen und Meersburg. Außerdem kann man sie bestellen unter www.thermentrio.de Quelle: Südkurier

13. Juli 2007

Der Dorfbach kommt aus der Erde

Romanshorns Dorfbach wird für 6,7 Millionen Franken saniert und grösstenteils offengelegt. Überschwemmungsschäden sollen so nicht mehr vorkommen. Bauverwalter Reinhard Hofmann über das Grossprojekt.
«Die unterirdische, künstliche Röhre des Dorfbaches ist zu klein; grosse Gewitter kann sie nicht fassen. Wenn viel Wasser fliesst, übernimmt das Kanalsystem bisher einen Teil der Wassermengen des Dorfbaches», sagt Bauverwalter Reinhard Hofmann. Ist das Kanalsystem ebenfalls überlastet, fliesst das Schmutzwasser talwärts in den See und auch in Keller. «Im Extremfall können 5 bis 6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde anfallen.»

Laut Reinhard Hofmann ist das Schadenspotenzial besonders im Zentrum von Romanshorn enorm. Im schlimmsten Fall könnten Schäden zwischen 5 und 8 Millionen Franken entstehen. «2005 kam es in Romanshorn zu einer Überschwemmung, die einen Sachschaden von 800 000 bis zu einer Million Franken verursachte. Mit dieser Sanierung kann das Schadenspotenzial praktisch eliminiert werden. Ausserdem wird der Dorfbach offen und somit auch attraktiver für Fussgänger und Velofahrer.»

Drei Rückhaltebecken
Es werden drei Rückhaltebecken ausgehoben. Diese sollen den Bachfluss bremsen oder ihn bei Bedarf ganz stoppen: Eines liegt beim Bachweg (1800 Kubikmeter), eines beim Radwäg (5200 Kubikmeter) und eines bei Aahegg (3900 Kubikmeter). Eine Röhre mit einem Durchmesser von 1 bis 1,2 Metern wird die heute bestehende 20-Zentimeter-Röhre ersetzen. Bislang verläuft der Dorfbach nur von der Romiszelgstrasse bis zur Kreuzlingerstrasse offen. Neu wird er auch ab der Kreuzlingerstrasse in einem Bachbett oberirdisch durch Romanshorn fliessen.

«6,7 Millionen Franken investieren Gemeinde, Kanton, Bund und Dritte in das Vorhaben. Der Gemeinde Romanshorn fällt ein Teil von 3,3 Millionen Franken zu, der allerdings über drei bis vier Jahre verteilt wird», so Bauverwalter Reinhard Hofmann. Die Installationen für die Arbeiten an der Kreuzlingerstrasse haben bereits begonnen. In der Mitte der Fahrbahn wird die Verkehrsinsel entfernt und eine Spundwand zur Befestigung der Erdmassen eingesetzt.

«Während der Installationen kommen wir nicht umhin, den Verkehr mit einem Lichtsignal zu regeln. Danach werden jeweils eine Strassenseite und das Trottoir zweispurig befahrbar sein», informiert Hofmann. «Fussgänger und Velofahrer werden ausserhalb der Fahrbahn auf einen provisorischen Bereich umgeleitet.» Nach den Unternehmerferien beginnen die Bauarbeiten. Im Winter soll die Unterquerung der Kreuzlingerstrasse fertig sein. Weiter sollen dieses Jahr noch die unterirdischen Röhren an der Ecke Bachstrasse und Hafenstrasse eingesetzt werden, die Bachöffnung von der Kreuzlingerstrasse entlang der Sportplätze entstehen und ein Rückhaltebecken gegraben werden. Die Unterquerung der Kreuzlingerstrasse und das Einsetzen der Röhren wird erschwert durch die vielen Werkleitungen im Boden. «Zum Teil sind Unterquerungen bis 4,5 Meter nötig.» Eine weitere Schwierigkeit, auf die sie erst kürzlich gestossen sind, ist der harte Fels.

Zu gross für Dorfbach?
2010 wird der Dorfbach in einem natürlichen Bachbett von 5 bis 10 Metern Breite durch das Dorf fliessen. «Es ist ein sehr grosses und einmaliges Projekt in Romanshorn», so Reinhard Hofmann. Wie entkräftet der Bauverwalter Kritiken, die behaupten, das Projekt sei gar zu gross für den kleinen Dorfbach? «Die Gemeinde hat die Pflicht, das Wasser so abzuleiten, dass die Leute und die Siedlung sicher sind. Solange nichts passiert, hält man die Sanierung für unnötig. Falls dann aber Sachschaden auftreten sollte, ist wieder die Gemeinde schuld.»
Quelle: Thurgauerzeitung